Gründung der Grünen in Schwalmtal

35 Jahre Grüne in Schwalmtal

Gründung der Grünen im „Waidmannsheil“ in Waldniel

Am Freitag, den 30. November 1984 trifft sich unser „Arbeitskreis der Grünen in Schwalmtal“, in der Gaststätte Waidmannsheil in Waldniel und gründet den OV-Schwalmtal.

Wir Grünen sind offen für alle, die sich für eine ökologische, gewaltfreie soziale- und basisdemokratische Gestaltung aller Lebensbereiche, getragen von aktiver Toleranz auch und gerade gegenüber Randgruppen- und Minoritäten einsetzen.

Unser Umweltverständnis umfasst alle Bereiche der Natur, die in ihrer Endlichkeit ein unbegrenztes Wachstum nicht zulässt.

Naturgesetze sind unveränderlich, nicht aber die sozioökonomischen Gegebenheiten.

Wir wollen den Weg für eine lebensfreundliche Bewusstseinslage bereiten.

Materielle und immaterielle Lebensbedingungen auf der Erde sollen gerechter verteilt und gestaltet werden.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Großstrukturen auf ein überschaubares Maß zurückgeführt werden.

Frieden statt Krieg – miteinander leben auf der Erde.

Es ist unsere einzige.

(Quelle: Satzung für den OV „Die Grünen“ in Schwalmtal von 1984)

Jürgen Heinen, Gründungsmitglied, ist der erste Ratsherr der Grünen in Waldniel und seit dem 01.Oktober 1984 bis heute, ununterbrochen im Rat der Gemeinde aktiv.

„Es hat eine Weile gedauert, bis die etablierten Gemeinderatsmitglieder sich an uns gewöhnt haben.“ (Quelle: Rp vom 03.12.1984)

Die Menschen vor Ort liegen uns von Anfang an am Herzen.

Sichtbar und ansprechbar zu sein ist uns wichtig.

Über dem „Teepott“, in der Pumpenstraße gibt es ein erstes „Grünes Bürgerbüro“. Später ziehen wir mit unserem Büro auf den Markt 16.

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(Quelle: Rp vom 02.10.1986)

Unsere Themen sind seit der Gründung aktueller denn je.

Vor 32 Jahren fordern wir eine Aufwertung des Umweltausschusses, der bis dahin keine Entscheidungskompetenz hat.

„Im Mittelpunkt unserer politischen Vorstellungen in Schwalmtal steht natürlich der Umweltschutz. Die Erhaltung von Wald- und Feuchtgebieten. Weitere Braunkohleabgrabungen, die das Grundwasser absenken, sind zu verhindern. Die Senkung des Nitratgehaltes im Trinkwasser. Kein Einsatz von Pestiziden auf öffentlichen Flächen. Neue Wege in der Müllentsorgung. Ansiedlung von umweltfreundlichen Kleinbetrieben. Ein selbst verwaltetes Jugendzentrum und regelmäßige kulturelle Aktivitäten.“

„Besonders wichtig ist es uns, die Arbeit der Verwaltung durchschaubarer zu machen und damit eine bessere Mitwirkung der Bürger zu erreichen.“

(Quelle: Rheinische Post zur Wahl 1984, die Parteien stellen sich vor)

Bis heute ist es uns nicht gelungen, schon damals erkannte Problemfelder konsequent anzugehen. Sie scheitern häufig an den Stimmen der Mehrheitsfraktion.

Müllvermeidung

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(Quelle: Pixabay, kostenloser Download)

Im Mai 1986 fordern wir in einem Antrag ein Konzept zur Müllvermeidung.

Schon damals geht es uns um Abfallvermeidung, Recycling statt Deponierung, Haus zu Haus Sammlung, Grüne Tonne.

Müllvermeidung heißt unsere Devise.

Heute, 30 Jahre später, stehen wir vor einem globalen Müllproblem.

Plastik ist die neue Pest, es macht Menschen und Tiere krank und vernichtet unsere Umwelt in der wir leben.

Soziale Teilhabe und Gerechtigkeit

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(Quelle: Pixabay, kostenloser Download)

1986 fordern wir in einem Antrag, dass Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und deren Familienangehörige 50% Ermäßigung beim Eintritt des Hallenbades bekommen.

Heute gibt es den Ferienfreizeitpass und ermäßigte Preise, die eine Teilhabe ermöglichen.

Neubaugebiete

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(Quelle: Pixabay, kostenloser Download)

In den Achtziger Jahren bemängeln wir die fehlende Infrastruktur bei neu ausgewiesenen Baugebieten.

Kinderspielplätze fristen zur damaligen Zeit ein trauriges Dasein. Schulen und Kindergärten sind unzureichend ausgestattet und müssen dem Zuzug der Neubürger angepasst werden.

Heute fordern wir ein Moratorium – eine Denkpause

Es kann nicht sein, dass wir uns zu einer „Schlafstadt“ vor den Toren Düsseldorfs entwickeln.

Unsere Neubaugebiete machen einsam. Gabionenzäune statt Heckenpflanzen, Schottergärten statt insektenfreundlicher Pflanzen, versiegelte Innenhöfe statt begrünter Kommunikationsräume.

Die Sommer werden immer heißer, Insekten und Pflanzen haben in dieser vermeintlich pflegeleichten Ödnis keine Chance.

Gemütlich mit dem Nachbarn, auf einer Bank im Grünen, klängern. Das muss doch möglich sein. Ein weiter so, wird es mit uns nicht geben.

Verkehrsinfrastruktur

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(Quelle: Pixabay, kostenloser Download)

„Vorfahrt für die schwächsten im Straßenverkehr. Der Markt soll autofrei werden und ein Ort der Begegnung. Die Geschwindigkeit soll innerörtlich auf Tempo 30 reduziert werden, um Menschen zu schützen.“

Das ist ein kleiner Auszug aus unseren Forderungen in der Gründungszeit.

Es hat über 30 Jahre gedauert, bis ein langsames Umdenken einsetzt. Wir haben dem Auto selbstverständlich allen Platz im öffentlichen Raum gegeben. Fußgänger und Radfahrer werden weiterhin benachteiligt.

Wir fordern Tempo 30 Zonen, sichere Radwege, einen bezahlbaren ÖPNV und ein modernes Mobilitätskonzept.

Es kann nicht sein, dass Parkplätze verbreitert werden, um überdimensionierten SUV’s Vorfahrt einzuräumen.

Naturschutz

Pferdeweiher Frühjahr 2019

Hier prägt der seit Jahrzehnten immer wieder aufkommende Konflikt um den Kiesabbau in Lüttelforst die Geschehnisse.

1987 beantragt die Firma Sanders eine Abgrabungsgenehmigung für Ton im Waldhufendorf Lüttelforst. Der Schwalmtaler Rat stimmt gegen die Stimmen von SPD und Grünen einer Abgrabung zu.

Heute, sieht es nicht anders aus.

Im April 2019 hat der Rat der Gemeinde Schwalmtal, erneut gegen die Stimmen der Grünen, einem Antrag auf erweitertem Abgrabungsvorhaben zugestimmt.

Die Bürgerinitiative Lüttelforst versucht weiterhin alles, um ihre Natur zu retten.

Wir wären heute sicherlich ein ganzes Stück weiter, wenn wir vor 30 Jahren angefangen hätten die damals schon erkannten Probleme konsequent anzugehen.

Schade, dass so viel Zeit ungenutzt vergangen ist und wir jetzt durch den Klimawandel zu drastischen Maßnahmen gezwungen werden, um die Welt für unsere Kinder und Enkel zu erhalten. Wie werden sie es schaffen sich an die veränderten Bedingungen anzupassen? Was werden sie für eine Zukunft haben? Fragen denen wir nicht mehr ausweichen können. Ein weiter so, ist lebensgefährlich.

Du Willst

Klimaschutz

Soziale Gerechtigkeit

Eine liebenswerte Heimat

Gute Infrastruktur

Wir können das – mit Dir