Ein Kommentar von unserem Sachkundigen Bürger Andreas Hermanns
Was CDU und SPD beim Gebäudemodernisierungsgesetz vorschlagen, klingt auf den ersten Blick pragmatisch, ist aber bei genauerem Hinsehen eine Kostenfalle für Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Idee, stärker auf Biomethan und andere Biogase zu setzen, verschiebt die Probleme nur. Biomethan ist teuer, aufwendig in der Herstellung und in den benötigten Mengen kaum verfügbar. Wenn wir es importieren müssen, verlagern wir Kosten und Umweltfolgen einfach ins Ausland. Gleichzeitig ist völlig unklar, wie damit tatsächlich die nötigen CO -₂ Einsparungen erreicht werden sollen.
Hinzu kommt: Der massive Bedarf an Energiepflanzen würde den Druck auf unsere landwirtschaftlichen Flächen weiter erhöhen. Flächen, die wir eigentlich für Lebensmittelproduktion und Naturschutz brauchen. Schon jetzt benötigt unsere Biogasanlage in Schwalmtal ca. 200 ha Anbaufläche und versorgt dabei nur einen
Bruchteil unserer Gemeinde mit Wärme. Eine Umstellung der Anlage auf reine Reststoffe ist nicht in Sicht. Ein flächendeckender Einsatz von Biogas im Wärmemarkt ist schlicht ineffizient. Der Energie- und Flächenbedarf ist deutlich höher als bei strombasierter Wärme, etwa durch Wärmepumpen.
Und das größte Fragezeichen bleibt: Wie soll der Gebäudesektor so bis 2045 klimaneutral werden? Ein realistischer Plan fehlt. Ein 100-Prozent-Biogas-Szenario ist im Massenmarkt weder verfügbar noch bezahlbar.
Darüber hinaus die Frage: Wie lange können wir unser Gasnetz noch rentabel und zu akzeptablen Netzentgelten wirtschaftlich betreiben? Wir brauchen Lösungen, die langfristig funktionieren – effizient, bezahlbar und wirklich klimafreundlich. Alles andere ist kein Klimaschutz, sondern ein teurer Umweg.
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