Aus dem Planungsausschuss: Die Brücke in der Schier

Die Brücke über den Kranenbach in der Schier ist seit Monaten im Gespräch. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Überfahrten mit LKW und schweren Transportern. Dadurch hat die Brücke Schäden genommen und wurde vor geraumer Zeit für den Kraftverkehr gesperrt.

Heute ist die Brücke eine Verbindung für den Rad- und Fußverkehr. Für die einen ein Segen, für die anderen ein Dorn. So ist es manchmal. Nicht jede Veränderung ist für alle ein Gewinn. Anwohnerinnen vom Vossenberg müssen seither mit dem Auto auf den Weg nach Amern oder in Richtung Niederkrüchten oder Brüggen einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Andererseits ist die Schier vom Durchgangsverkehr befreit und die wichtige Radwegeverbindung durchs Kranenbachtal über den Roten Weg ist in Höhe Schier deutlich sicherer geworden.

Im Ausschuss für Planung, Bauen und Verkehr wurde die Brücke nun erneut zum Politikum. Es stand die Entscheidung an, ob sie dauerhaft für den Autoverkehr geschlossen bleibt oder als PKW-Brücke wiederhergestellt wird.

Vorschlag der Verwaltung

Unsere CDU-geführte Verwaltung hatte sich nach umfassender Prüfung ganz klar dafür ausgesprochen, die Brücke nicht wieder für den Pkw-Verkehr freizugeben und eine kostengünstige Sanierung vorzunehmen, um eine langlebige Rad- und Fußgängerbrücke zu haben. Diese Entscheidung beruht auch auf der Expertise vieler befragter Sachverständigen von Polizei, Rettungsdienst und Straßenverkehrsbehörde. Alle sehen in einer erneuten Freigabe für PKW erhebliche Risiken für die Sicherheit, für den Naturraum und vor allem für den ohnehin angespannten Haushalt der Gemeinde. Die Brücke ließe sich als Rad- und Fußgängerbrücke mit überschaubarem finanziellem Aufwand (10.000 €) instand setzen. Der Versuch, sie als PKW-Brücke zu ertüchtigen, wäre dagegen teurer (20.000 €) und zugleich kurzlebig.

Trotz all dieser Argumente stellte sich die CDU-Fraktion im Ausschuss gegen die Empfehlung sämtlicher Fachstellen und bestand auf der Sanierung als PKW-Brücke bis 3,5 Tonnen inkl. Höhen- und Breitenbegrenzung und hat den Vorschlag der Verwaltung abgelehnt.

Ein Himmelfahrtskommando. Eigentlich ist allen Beteiligten klar, dass Höhen- und Breitenbegrenzungen zwar gut gemeint sind, aber in der Praxis kaum vollständig eingehalten werden. Besonders irritierend war für uns in diesem Zusammenhang der Vorschlag der CDU, bürgerwehrähnliche Kontrollen durchzuführen, bei denen Anwohnerinnen und Anwohner Fahrzeuge fotografieren und melden sollen. Ein solches Vorgehen lehnen wir entschieden ab. Es spaltet und schafft Misstrauen, statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Entscheidung mit Folgen

Die Folgen dieser Entscheidung sind jetzt schon absehbar: neue Schäden, wiederholte Reparaturen und am Ende möglicherweise ein kompletter Neubau, der mit ca. 190.000 € zu Buche schlagen würde.

Ist es das wert? Wir sagen Nein! Die Vorteile einer Radbrücke überwiegen und bieten positive Effekte auf die Entwicklung des Kranenbachtals als Erholungsraum, Naturerlebnisraum und vor allem machen sie die Radwegeverbindung zwischen Amern und Waldniel im Kreuzungsbereich in der Schier sehr viel sicherer.

Dem entgegen steht der kalkulierte Schaden an der öffentlichen Infrastruktur bei angespannter Haushaltslage in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. Uns fallen viele Projekte ein, die mit rund 200.000 € in Schwalmtal umgesetzt werden könnten, die einen echten Mehrwert haben. Erweiterung und Sanierung von Schule, Ausbau von Radwegen oder Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen und Klimafolgenanpassung haben eine höhere Priorität.

Wir können nur hoffen, dass die CDU-Fraktion sich bis zur entscheidenden Ratssitzung noch einmal besinnt und überlegt, ob wir in Schwalmtal wirklich ohne Rücksicht auf den Fuß- und Radverkehr, auf Ausflügler, Touristen, Sportler, auf unsere Natur und auf unseren stark belasteten Haushalt sehenden Auges Steuergelder verschwenden wollen.

 

 

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