Riesiges Interesse am Grünen Montag ‚Photovoltaik‘

 

Am 19.09. um 19.09 Uhr sollte der Vortag zum Thema Photovoltaik beginnen. Um 19.03 Uhr schreibt Jürgen Heinen in unseren internen Chat:

„Es ist unfassbar, die Ersten gehen wieder, weil der Saal aus allen Nähten platzt.“

Dass das Thema aktuell ist und auf Interesse stößt, hatten wir uns gedacht – deshalb ja dieser Grüne Montag. Dass aber das Interesse derart groß sein würde, hatten wir nicht erwartet. 60 Stühle waren im Saal gestellt worden, die waren ruckzuck besetzt. Eilig wurden sämtliche (Garten)Stühle noch herbei geholt. Aber auch der Nachschub reichte nicht. Als kein Stuhl mehr rein passte, bestuhlt war wirklich bis dicht vor die Leinwand, standen im hinteren Teil des Saales immer noch Leute. Über 100 Menschen waren gekommen, um sich über Photovoltaik zu informieren.

Andreas Hermanns hielt einen einführenden Vortrag und stellte dabei die verschiedenen Anlagentypen vor. Photovoltaik-Anlagen müssen nicht zwangsweise aufs Dach – denkbar sind sie zum Beispiel auch auf Carports, Balkonen oder an Fassaden und Zäunen, auf Deponien, Ackerflächen oder parallel zur Autobahn – es gibt etliche unterschiedliche Möglichkeiten, bei denen PV Anlagen sinnvoll eingesetzt werden könnten.

Die Zeit für Photovoltaik ist jetzt

In jedem Fall zwingen die Klimakatastrophe und der ständig steigende Strompreis dringend zu Veränderungen. Andreas gab dann noch einen Überblick über Photovoltaik in Schwalmtal – wie ist die Lage? Wie weit sind wir schon? Dem integrierten Klimaschutzkonzept ist zu entnehmen, dass Schwalmtal beim Strom im Jahr 2019 6.456 MWh durch Sonnenenergie erzeugt hat. Laut einer Potenzialstudie des Landes NRW könnte in Schwalmtal „bei einer installierbaren Leistung von 140 MWp bis zu 130.000 MWh Strom aus Dachflächen-Photovoltaik gewonnen werden.“ 140 MWp bedeuten das 14-fache der aktuellen Leistung. Ergo: Da geht noch was. 🙂

Was genau, welche Vorteile man hat, wie und ob sich Photovoltaik rentiert und was, beziehungsweise wieviel genau man für’s Klima tut, das alles erklärte im folgenden Vortrag Dr. Helmut Nienhaus aus Kempen.

Helmut Nienhaus ist Mitglied von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Ortsverband Kempen und hat dort zusammen mit einem weiteren Mitstreiter die örtliche Wattbewerb-Gruppe ins Leben gerufen. Sie informieren die Kempener Bürger:innen über PV Anlagen, und nehmen die Angst vor dem ersten Schritt.

Die drei Hauptgründe für eine PV-Anlage

  • Klimaschutz: CO2 wird eingespart
  • Geld: PV-Anlagen haben – richtig geplant – ordentliches Sparpotenzial
  • Liebe und Verantwortung: Wer Kinder und Enkel hat, braucht eine Antwort auf diese Frage: „Mama, Papa – oder Opa, Oma – was habt ihr eigentlich gegen den Klimawandel getan?“

Helmut Nienhaus hat sehr umfassend in das Thema eingeführt und auf einem für Laien verständlichen Niveau die meisten Fragen der Gäste beantwortet. Ohne allzu technisch zu werden, stellte er die Komponenten einer PV-Anlage vor, erläuterte die Basisdaten einer Anlage und stellte Leistung und Kosten gegenüber. Eines der Ergebnisse, das viele Zuhörer:innen sich notierten: Ab 30 % Eigenverbrauch „rechnet“ es sich. Überhaupt fiel auf, dass das vorwiegend ältere Publikum – in der Mehrzahl Ü60 – viel notierte, mitschrieb oder via Handy Infos abfotografierte. Der Informationsbedarf war wirklich bemerkenswert groß.

Lieber klein als zu groß

Mit der passenden Anlage könne man durchaus von April bis September autark sein und sich selbst versorgen. Die Betonung liegt auf „passend“. Ein wichtiger Hinweis war auch: Viel hilft nicht immer viel, beziehungsweise groß ist nicht immer gut. Überdimensionierte Anlagen rechnen sich nicht unbedingt mehr.

Weitere Themen waren die neuen Gesetzeslagen, die steuerliche Behandlung – ab 1.1.2023 sind private Anlagenerträge nicht mehr umsatzsteuerpflichtig – Lieferzeiten, Lebensdauer einer Anlage, Preisentwicklung und Förderungen.

Helmut Nienhaus, der in seiner Stadt Kempen – und auch nur dort – ehrenamtlich als PV-Berater unterwegs ist, hat an diesem Abend in Vogelsrath eine Parallel-Beratung für mehr als 100 Interessierte vorgenommen. Denn während des Vortrags konnten die Interessierten ihre individuellen Fragen stellen und Helmut Nienhaus versuchte, alle zu beantworten. Insgesamt waren sein Vortrag, seine Art der Präsentation und all seine Antworten eine Meisterleistung, von der alle Anwesenden in höchstem Maße profitiert haben.

Wir freuen uns über die große Resonanz und über das zahlreiche positive Feedback im Anschluss an die Veranstaltung. Danke an das Team der Gaststätte Wassenberg für die Gastfreundschaft und freundliche Bewirtung, danke Andreas für deine Idee, Initiative, Vorbereitung und Moderation und vor allem herzlichen Dank lieber Helmut Nienhaus vom OV Kempen für deine Zeit und deine Bereitschaft, an diesem Abend dein großes Fachwissen mit uns hier in Schwalmtal zu teilen.

Grüner Montag – Extra

Natürlich wurde auch noch mal eingeladen, am kommenden Wochenende – oder bei Bethanien nach Vereinbarung – Anlagen an und in Schwalmtaler Häusern zu besichtigen und sich vor Ort erklären zu lassen. Wer sich dafür interessiert – hier noch mal die genauen Daten und Kontakte:

Am Sonntag, den 25.09.2022 von 14 bis 17 Uhr erwarten Sie:

Familie Hermanns, Winkel 13, 41366 Schwalmtal-Amern
Baujahr Haus 1890, saniert 2010
Baujahr Anlage 2018 und 2019, Größe 19,35 kWp
plus Wärmepumpe, Solarthermie und Batteriespeicher

Jürgen Heinen, Beethovenstraße 14, 41366 Schwalmtal-Waldniel
Baujahr Anlage 2022
Größe 5,3 kWp
plus Batteriespeicher

Besichtigungen nach Absprache – Termine von Montag bis Freitag möglich – Ansprechpartner Stephan Joebges (s.joebges@bethanien-kinderdoerfer.de)

Wohngruppe des Bethanien Kinderdorfes, Kastanienallee 5, 41366 Schwalmtal-Waldniel
Neubau kfw,
PV Anlage 15 kWp
Batteriespeicher 16,5 kW
Wärmepumpe mit Geothermie mit Ohmpilot zur Warmwasserbereitung mit Strom aus der PV Anlage ( zur Reduzierung der Laufzeiten der Wärmepumpe).

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Ein Kommentar

  1. Liebes Orga-Team von Bündnis 90/Die Grünen,

    vielen Dank und Glückwunsch zu dieser Veranstaltung! Herr Nienhaus hat mit seinem Fachwissen und vor allem auch mit seiner Überzeugung zur Sache viel positive Aufklärungsarbeit geleistet.
    Gerne mehr Veranstaltungen von diesem Format, es gibt sicher noch genug Themen die sich anbieten.
    Es ist zu bedauern, dass in unserer Gemeinde nicht ein ähnliches Beratungsmodell zur Verfügung steht wie in Kempen.

    VG