Digitalisierung

Digitalisierung: Pflicht und Chance

Daniela Buschkamp von der Rheinischen Post hat die einzelnen Fraktionen im Schwalmtaler Rat zur Digitalisierung befragt und uns drei Fragen gestellt. Am Freitag ist dann ein Artikel in der RP erschienen: „So wird Schwalmtals Rathaus digitaler“ (leider ist der Beitrag online bisher nur für Abonnenten lesbar). Es geht darin allerdings in der Hauptsache nur um die geplante, dringend notwendige Neugestaltung der Internetpräsenz der Gemeinde. Wir machen uns in unserer Fraktion nicht erst seit gestern Gedanken zur Digitalisierung – einige davon haben wir auch im Wahlkampf bereits formuliert. Diese Ideen und Vorschläge sind natürlich auch heute noch für uns aktuell. Ergänzend dazu und zum Beitrag der RP möchten wir euch unsere vollständigen Antworten auf die Fragen der Journalistin nicht vorenthalten:

Wie könnte das Rathaus seinen digitalen Service verbessern?

Bei der Frage nach den digitalen Servicedienstleistungen im Rathaus geht es nicht mehr allein um das Können. Das Onlinezugangsgesetz verpflichtet die Gemeindeverwaltung, Schwalmtaler*innen ihre Verwaltungsleistungen in naher Zukunft auch elektronisch anzubieten. Hierbei ist es für uns GRÜNE entscheidend, proaktiv den gesamten Prozess der Digitalisierung im Rathaus zu begleiten. Digitalisierung ist aus unserer Sicht eng verknüpft mit agilen Prozessen und einer ganz neuen Haltung innerhalb der Gemeindeverwaltung. Eine Haltung, bei der die Prozesse vom Ende, also von den Bürgerinnen und Bürgern her gedacht werden. Was brauchen die Menschen? Wie kann die Verwaltung es ihnen einfacher machen?

Digitalisierung konsequent gedacht – das bedeutet einen Kulturbruch, der auch neue Arbeitsabläufe und andere Formen der Zusammenarbeit erfordert. Sowohl innerhalb der Verwaltung, als auch zwischen Bürgerschaft und Verwaltung. Hier haben wir große Erwartungen an den neuen Bürgermeister.

Wir GRÜNE befürworten eine Strategie, bei der das Digitale in der kommunalen DNA verankert wird. Viele einzelne Bausteine und Projekte können zu diesem Ziel beitragen. Um dem wichtigen Aufgabenfeld den nötigen Stellenwert zuzuweisen, sollte der Ausbau elektronischer Verwaltungsdienste begleitet werden von einem eigenen Fachbereich „IT und Digitalisierung“. Konkrete Projekte könnten hierbei die digitale Wirtschaftsförderung, eine Bürgerbeteiligungsplattform oder ein digitales Bonus- und Gutscheinsystem sein, das bereits von den Gewerbevereinen im Westkreis vorbereitet wird. Ebenso könnte eine Neuausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit anvisiert werden. Weitere konkrete Ideen hier im oben bereits einmal verlinkten Beitrag in Pauls Blog.

Halten Sie die Homepage der Gemeinde für ausreichend?

 

Nein. Die Internetseite der Gemeinde ist die digitale Visitenkarte Schwalmtals und bedarf einer dringenden Überarbeitung. Aktuell kann die Internetseite nicht die Ansprüche an moderne und nutzerorientierte Onlinepräsenzen erfüllen. Responsivität – also die Anpassung der Darstellung an verschiedene Bildschirmgrößen – ist ganz wichtig. Man muss alle Dienstleistungen und Informationen mit dem Smartphone genauso komfortabel erreichen können, wie mit einem großen PC-Bildschirm. Eine ansprechende Bildsprache, Barrierefreiheit, online Terminvereinbarungen und letztendlich die Bereitstellung von digitalen Verwaltungsakten sind in Zukunft notwendig und beschreiben weitere Mindestanforderungen. Für uns GRÜNE ist es bei der geplanten Überarbeitung der Internetseite wichtig, dass die Belange der Bürgerschaft ins Zentrum gestellt werden. Dazu gehört auch eine Übersetzung der zentralen Inhalte und Ansprechpartner für die einzelnen Dienstleistungen in die Zielsprachen: Englisch, Niederländisch, Griechisch und Arabisch. Wir wünschen uns, dass vor der Konzeption der Website weitere Vorschläge der Fraktionen und vor allem der Bürgerschaft durch eine Bürgerbefragung eingesammelt werden. Darüber hinaus sollten auch die verschiedenen Sozialen Medien verstärkt und offensiver genutzt werden. Dazu ist es aber auch notwendig, Inhalte durch ansprechende Bilder und Videos zu unterfüttern. Hier werden bisher insbesondere im Marketing viele Möglichkeiten ungenutzt gelassen.

Wie könnte der Rat digitaler werden (Rats-TV, Online-Sprechstunden)?

Allgemein ist es für uns GRÜNE wichtig, dass die Rats- und insbesondere die Ausschussarbeit wahrnehmbarer werden. Sowohl analog als auch digital. Wertschätzung, Transparenz und Offenheit sind die Basis unseres demokratischen Systems. Wir müssen diese Punkte wieder vermehrt in den Blick nehmen. Natürlich befürworten wir neue kommunikative Prozesse im Bereich der kommunalen Selbstverwaltung. Sie sind auch eine Chance, Menschen für kommunalpolitische Entscheidungen zu interessieren, die es normalerweise nicht schaffen, an Rats- oder Ausschusssitzungen teilzunehmen.

In diesem Zusammenhang: Kennt Ihr, kennen Sie schon die BürgerAPP?

 

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