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Die größte grüne Ratsfraktion im Kreis Viersen
24. Juli 2011

Was bringt der Schulkonsens für Schwalmtal?

Viele BürgerInnen sind vom „Düsseldorfer Schulfrieden“ nicht gerade begeistert. Er sei weit entfernt vom gemeinsamen Lernen in der „einen Schule für alle“, delegiere die Verantwortung und die Kosten auf die Kommunen und schreibe die Möglichkeit des Aussortierterens und Abschulens bis 2023 fest. Dennoch bietet er eine Basis für die örtliche Schulentwicklung. Wer ein gutes Schulangebot für Schwalmtal möchte, sollte  jetzt ohne Arroganz mit den Nachbargemeinden "auf Augenhöhe" kooperieren. Dazu sind die jüngsten Äußerungen von Dr. Stefan Berger zu seiner "Niederkrüchtener Gemeinschaftsschulintrige" leider nicht besonders hilfreich. Sollte Niederkrüchten bereits im kommenden Jahr eine Sekundarschule mit Abiturmöglichkeit in Brüggen einrichten, könnten Schwalmtaler Schulen solange schrumpfen, bis die  Hauptschule und die gymnasiale Oberstufe ohne Brüggener und Niederkrüchtener Kinder tot sind. Gerade Niederkrüchten beweist derzeit, dass der „Wettbewerb um Auswärtsschüler“ keine Basis für ein nachhaltiges und wohnortnahes Schulangebot ist. Angesichts des Schülerschwunds und des Elternwillens ist es wohl auch in Schwalmtal bald an der Zeit, ernsthaft über ein eigenes Gesamtschulangebot für Schwalmtaler Kinder zu reden. Lesen Sie mehr

24. Juli 2011

Wann entschuldigt sich Dr. Stefan Berger?

Anstatt sich in Pressemitteilungen zum Schulkonsens erneut seiner Intrige zu rühmen, die Ende letzten Jahres eine Elternbefragung zur Gemeinschaftsschule in Niederkrüchten verhinderte, sollte sich der Schwalmtaler CDU-Vorsitzende, Dr. Stefan Berger, MdL lieber dafür entschuldigen. Aber offenbar ist er. immer noch stolz darauf  mit seiner damaligen Aktion die Niederkrüchtener heute zu zwingen, einen Teil ihrer neuen Realschüler mit dem Bus aus Wegberg zu holen.

Besser wäre es schon vor Monaten gewesen, inneralb des Kreises Viersen nach einer gemeinsamen und einvernehmlichen Lösung der Niederkrüchtener Schulprobleme zu suchen. Stattdessen reißt Herr Dr. Berger erneut die noch nicht verheilten interkommunalen Wunden auf. Er treibt die Niederkrüchtener dazu, gemeinsam mit Brüggen auf Kosten von Schwalmtal ein wohnortnahes Schulangebot aufzubauen. Das gefährdet mittelfristig  die Europaschule und das St.Wolfhelm Gymnasium, denn beide sind auch in Zukunft auf Einpendler aus Brüggen und Niederkrüchten angewiesen. Wenn wir in Schwalmtal auf Kooperationen mit den Nachbarkommunen verzichten, werden wir noch vor dem Ende des Schulkonsenses nur noch zwei Grundschulen und eine Gesamtschule haben. Die Schwalmtaler Grünen könnten mit dieser Entwicklung gut leben, sind aber gespannt, wie Berger seinen Wählerinnen und Wählern erklärt, dass er „Rettet das Gymnasium“ ruft, aber gleichzeitig daran arbeitet, ihm die Schüler zu entziehen. Wir erwarten von der Schwalmtaler CDU endlich mal eine konstruktive schulpolitische Initiative, die den bevorstehenden Schülerschwund und den Elternwillen ernsthaft berücksichtigt.

21. Juli 2011

Schwalmtal: SPD und Grüne erfreut über Schulkonsens

Schwalmtal (biro) Als „gute Basis für die Schwalmtaler Schulentwicklung“ bezeichnet der Vorsitzende des Schulausschusses, Manfred Böttcher (Grüne), die Eckpunkte des am Dienstag in Düsseldorf vorgestellten Schulkonsenses. „Nach der Sommerpause sollten die Schwalmtaler Parteien gemeinsam mit Schul- und Elternvertretern die Handlungsempfehlungen des jüngst verabschiedeten Schwalmtaler Schulentwicklungsplans weiterentwickeln und gemeinsam mit den benachbarten Kommunen nach mittelfristigen und demografiefesten Lösungen für Europaschule, Förderschule und gymnasiale Oberstufe suchen“, teilte Böttcher gestern mit.


„Unrealistische Wunschträume


Auf Dauer sei die derzeitige Schulstruktur in Schwalmtal bei schwindenden Schülerzahlen nicht zu halten. Böttcher: „Wenn der stellvertretende Bürgermeister Kurt van de Flierdt bei Schulabschlussfeiern öffentlich erklärt, man könne alle Schwalmtaler Schulen mit Schuleinpendlern aus den benachbarten Kommunen retten, hängt er alten und unrealistischen CDU-Wunschträumen nach, die seine Partei mit den gemeinsamen Leitlinien für eine Schulgesetznovelle hoffentlich endgültig begraben hat.“ Die Schwalmtaler SPD freut sich über den Schulkompromiss, den CDU, SPD und Grüne in Düsseldorf vereinbarten. „Die neue Sekundarschule gibt uns die Möglichkeit, in Abstimmung mit unseren Nachbargemeinden ein noch leistungsfähigeres, qualifizierteres und damit zukunftsorientiertes Schulangebot zu gewährleisten, das kein Kind zurück lässt“, teilte Dr. Marco Kuhn, Vorsitzender der Schwalmtaler SPD, mit. Es bleibe zu hoffen, dass es nunmehr auch in Schwalmtal und den Nachbargemeinden gelinge, einen parteiübergreifenden Schulkompromiss zu schließen.
Ganz so eilig haben es FDP und CDU in Schwalmtal nicht. „Es ist absehbar, dass wir wegen der zurückgehenden Schülerzahlen Probleme bekommen“, bestätigte Thomas Paschmanns, stellvertretender CDU-Fraktionschef, mit Blick auf den jüngst vorgestellten Schulentwicklungsplan für Schwalmtal. Danach wird die Europaschule zum neuen Schuljahr wohl nur eine Eingangsklasse bilden können. Das neue Konzept der Sekundarschule sehe „besser aus als die unausgegorene Gemeinschaftsschule“, befand Paschmanns, „aber wir wollen keine Schnellschüsse“. Haupt- wie auch Realschule genössen „ein hohes Ansehen auch über die Grenzen Schwalmtals hinaus“. Über die mögliche Bildung einer Sekundarschule und Kooperationen wolle man im Herbst beraten. Auch FDP-Chef Hans-Dieter Heinrichs mahnt zur Zurückhaltung: „Wir wissen noch gar nicht, wie die Gesetzgebung zur Sekundarschule aussieht.“ An Veränderungen in der Schulstruktur komme Schwalmtal aber nicht vorbei.


Publikation

Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH

Lokalausgabe

Rheinische Post Viersen

Erscheinungstag

Donnerstag, den 21. Juli 2011

Seite

19

27. Juni 2011

Stirbt die Hauptschule?

Schwalmtal (RP). Dem Schulentwicklungsplan zufolge wird die Europaschule in den kommenden Jahren kaum genug Schüler erhalten, um zwei Eingangsklassen zu bilden. Damit steht die Existenz der Einrichtung auf dem Spiel.

Schwalmtal ist die einzige Gemeinde im Westkreis, die drei weiterführende Schulen vorhält: Hauptschule, Realschule, Gymnasium. Das ist ihr großes Plus, denn viele Schüler kommen aus den Nachbarkommunen. Für die Realschule haben sich für das Schuljahr 2011/2012 74 auswärtige Schüler angemeldet, sie kommen aus Brüggen, Hardt und Dülken. Damit gibt es an der Realschule mehr "Einpendler" als Schwalmtaler Schüler – ihre Zahl beläuft sich auf 56 zum neuen Schuljahr. Für das Gymnasium haben sich für 2011/2012 68 Schüler aus anderen Gemeinden angemeldet, überwiegend kommen sie aus Brüggen und Niederkrüchten. Ohne die Einpendler könnten Gymnasium und Realschule ihre gegenwärtige Größe nicht halten. Auf lange Sicht wird jedoch auch die Zahl der Einpendler sinken, der Kinderschwund trifft auch die Nachbarkommunen.

Nur eine fünfte Klasse

Die Europaschule hat zu kämpfen: Zum neuen Schuljahr 2011/2012 haben sich sieben auswärtige Schüler angemeldet. Fünf davon kommen aus Hardt. Bei 29 Anmeldungen für die Jahrgangsstufe 5 kann die Hauptschule nach gegenwärtigem Stand im neuen Schuljahr nur eine Eingangsklasse bilden. Bei weiterhin rückläufigen Schülerzahlen (laut Prognose von 211 Viertklässlern in Schwalmtal im Schuljahr 2009/2010 auf 150 Viertklässler im Schuljahr 2015/2016) sinkt in den kommenden Jahren auch die Zahl der Fünftklässler an der Hauptschule. Selbst wenn die Planer weiterhin mit einer Übertrittsquote von 12,5 (12,5 Prozent der Viertklässler melden sich an der Europaschule an) rechnen und mit einer Handvoll Einpendlern aus anderen Gemeinden, lassen sich damit in den kommenden Jahren nicht zwei fünfte Klassen bilden.

Nicht zuletzt steht die Hauptschule als Schulform politisch auf wackeligem Boden: Auch bei guter Arbeit könne sich "die Europaschule dem Strudel des Niedergangs der Schulform Hauptschule nicht entziehen", erläuterte Tilmann Bieber von der Firma Komplan im Schulausschuss. Das Bochumer Büro hat den aktuellen Schulentwicklungsplan erstellt, demzufolge für die Europaschule zwar kein akuter Handlungsbedarf besteht, man von einer mittelfristigen Sicherung der Schule aber auch nicht reden kann.

Durch den demographischen Wandel würden auch an den Gesamtschulen in der Umgebung Kapazitäten frei, warnte CDU-Fraktionschef Lothar Höckendorf, "dann kommen auch weniger Schüler, die von den Gesamtschulen abgewiesen werden, an die Europaschule". Die Gemeinde solle sich möglichst früh mit der Lage befassen. Christian Pesch (SPD) gab zu bedenken: "Mönchengladbach plant eine weitere Gesamtschule, das könnte die Sogwirkung noch verstärken."

 

INFO

29 Schüler, eine Klasse

Laut Schulgesetz müssen Hauptschulen mindestens zweizügig sein, in Ausnahmefällen sind einzügige Hauptschulen erlaubt, wenn der Schulweg zu einer benachbarten, zweizügigen Hauptschule zu weit wäre oder die Fortführung der Schule unter sozialen und kulturellen Gesichtspunkten unverzichtbar ist. Bei 18 bis 30 Schülern kann nur eine Klasse eingerichtet werden (zum Vergleich: In der gymnasialen Oberstufe liegt der Klassenfrequenzrichtwert bei 19,5 Schülern).

VON BIRGITTA RONGE - RP-online zuletzt aktualisiert: 27.06.2011

 

4. Februar 2011

Grüne kritisieren Schulpolitik

Schwalmtal (biro) Als „ziemlich deprimierend“ bezeichnen Maria Beiten und Manfred Böttcher, Vorsitzende der Schwalmtaler Grünen, die Ergebnisse der jüngsten CDU-Mitgliederversammlung in Schwalmtal. Dort hatte Vorsitzender Dr. Stefan Berger zur Gemeinschaftsschule erklärt, Niederkrüchten habe die Gemeinschaftsschule verhindern können - und dafür der Niederkrüchtener CDU-Vorsitzenden Nicole Scholz gedankt. „Wenn sich Stefan Berger freut, die Gemeinschaftsschule in Niederkrüchten verhindert zu haben, sollte er auch deutlich machen, zu welchem Preis das geschehen ist“, so Beiten. „Die CDU in Schwalmtal und Niederkrüchten hat als lokale Dagegenpartei die geplante Elternbefragung in Niederkrüchten abrupt ausgebremt, ist dem Niederkrüchtener Bürgermeister und seiner Verwaltung in den Rücken gefallen und hat bisher mit der Brüggener CDU alle Pläne zur Stabilisierung der Schullandschaft im Westkreis verhindert“, so Böttcher. Während sich die NRW-CDU „allmählich von ihrem nur noch ideologisch begründbaren Hohelied auf die Dreigliedrigkeit verabschiede“, seien Nicole Scholz und Stefan Berger offenbar immer noch davon überzeugt, dass „trotz der Prognosezahlen das bisherige Schulsystem und der bisherige Alleingang der drei Westkreisgemeinden“ den Kindern ein adäquates Lernangebot biete. Beiten: „Spätestens, wenn Herr Berger und Frau Scholz schulpflichtige Kinder haben, werden sie merken, dass es für den Nachwuchs ziemlich egal ist, ob Gemeinschafts-, Real-, Regional-, Verbund- oder Gesamtschule auf dem Fassadenschild steht. Wichtig ist das lernfördernde Innenleben einer Schule.“


Die Schwalmtaler Grünen rieten dem Schwalmtaler Bürgermeister, sich „um mehr schulpolitische Vernunft in seiner eigenen Partei zu bemühen“. Böttcher: „Wir sind gespannt darauf, wann CDU-Bürgermeister Schulz und CDU-Parteivorsitzender Berger endlich mal mit einem konstruktiven Vorschlag zur zukünftigen Schullandschaft herauskommen.“

Nicht einmischen

Dazu erklärte Reinhold Schulz, er werde sich in Niederkrüchtener Schulangelegenheiten nicht einmischen. „Schwalmtal hat aktuell keine Probleme in Sachen Schule, insofern sehe ich auch keine Veranlassung, dass wir uns da einmischen. Wie es mit der Realschule in Niederkrüchten weitergeht, ist im Augenblick Sache der Gemeinde Niederkrüchten.“ Nach wie vor sei Schwalmtal offen für Gespräche.


Publikation Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Lokalausgabe Rheinische Post Viersen Erscheinungstag Freitag, den 04. Februar 2011 Seite 18

3. Februar 2011

Realschule wird fünfzügig

stephan Joebges

Schwalmtal (biro) Mit einer Enthaltung hat der Schulausschuss der Gemeinde Schwalmtal dem Rat den grundsätzlichen Beschluss zur Fünfzügigkeit der Janusz-Korczak-Realschule in Waldniel empfohlen. Zu der Sitzung am Dienstagabend war auch der Vorsitzende des Niederkrüchtener Schulausschusses, Theo Coenen, gekommen, um zu hören, wie die Schwalmtaler entscheiden würden. Die Gemeinde Schwalmtal hatte in den vergangenen Jahren stets fünf Eingangsklassen an der Realschule gebildet, obwohl vom Grundsatz her vier Klassen festgeschrieben waren. Per Ratsbeschluss war jährlich die „Ausnahme“ Fünfzügigkeit festgelegt worden. Nun hatte die Bezirksregierung Schwalmtal aufgefordert, mit der „Ausnahme von der Regel“ Schluss zu machen. Niederkrüchtens Realschule muss zum neuen Schuljahr 56 Anmeldungen erhalten, um zwei Eingangsklassen bilden zu können. In der Nachbargemeinde fürchtete man, die Realschule Waldniel könne Schüler abgreifen, die für das eigene Überleben notwendig wären. „Wir haben keine Rechtsfehler begangen, das muss man in aller Deutlichkeit sagen, damit dieses Märchen aus Niederkrüchten aufhört“, stellte Prof. Dr. Bernd Simonis (FDP) klar. „Der Vorwurf aus Niederkrüchten, wir hätten rechtswidrig gehandelt, stimmt einfach nicht.“ Stefan Joebges (Grüne) fragte im Ausschuss, ob es denn einen „Plan B“ gebe - je nachdem, wie es in Niederkrüchten weitergehe? Den gebe es von Seiten der Gemeindeverwaltung nicht, berichtete Gerd van Grimbergen. „Wenn wir jetzt die Fünfzügigkeit beschließen, könnten wir auch Schüler aus Niederkrüchten aufnehmen, wenn es dort keine Realschule mehr gibt.“ Weitere Szenarien wolle man nicht durchspielen, so CDU-Fraktionschef Lothar Höckendorf. „Die Niederkrüchtener werden auf uns zukommen oder auch nicht, wenn es so weit ist, aber das ist allein Niederkrüchtener Sache.“


Publikation Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Lokalausgabe Rheinische Post Viersen Erscheinungstag Donnerstag, den 03. Februar 2011 Seite 18

26. Januar 2011

Fünf Klassen für Realschule

Die Gemeinde Schwalmtal möchte an der Janusz-Korczak-Realschule grundsätzlich fünf Eingangsklassen bilden. Niederkrüchtener Schüler sollen nicht aufgenommen werden, solange es dort eine eigene Realschule gibt.

VON BIRGITTA RONGE

Schwalmtal Der Schulausschuss der Gemeinde Schwalmtal wird am 1. Februar beraten, wie viele Eingangsklassen die Janusz-Korczak-Realschule in Waldniel künftig zum neuen Schuljahr bilden darf. Zwar gibt es einen Ratsbeschluss von 1994, nach dem vier Eingangsklassen zu bilden sind, doch in den vergangenen Jahren wurden als „Ausnahme“ alljährlich vom Rat doch fünf Eingangsklassen beschlossen, weil so viele Anmeldungen vorlagen. In der Diskussion um das Überleben der Haupt- und der Realschule in Niederkrüchten hatte die Bezirksregierung in Düsseldorf die Gemeinde Schwalmtal um eine Stellungnahme gebeten. Die hatte ihre Lage erläutert - und auch erklärt, dass Schwalmtaler Schüler vielleicht von der Waldnieler Realschule hätten abgewiesen werden müssen, wenn es nur vier Eingangsklassen gegeben hätte. Das jedoch wollte die Gemeinde unbedingt vermeiden.
Da nun jahrelang fünf Eingangsklassen gebildet wurden und so die Ausnahme längst zur Regel geworden ist, fordert die Bezirksregierung jetzt von der Gemeinde Schwalmtal eine Anpassung des Grundsatzbeschlusses. Zwei Möglichkeiten hätte Schwalmtal: Entweder den grundsätzlichen Beschluss zur Vierzügigkeit behalten - dann dürfte der Schulleiter als Ausnahme einmalig noch fünf Eingangsklassen bilden, oder grundsätzlich ab dem Schuljahr 2011/2012 fünf Eingangsklassen bilden. Legt man das fest, können auch, wenn die Schülerzahlen sinken, nur vier Eingangsklassen gebildet werden - ohne dass dafür ein neuer Beschluss her müsste.


In einer Sitzung des Ältestenrats fand die zweite Möglichkeit einvernehmliche Zustimmung. Eine einmalige Fünfzügigkeit würde nämlich nicht reichen: Den Prognosen zufolge rechnet die Realschule im kommenden Schuljahr mit 127 Neuanmeldungen, im Schuljahr 2012/2013 mit 121 und 2013/2014 sogar mit 133 Fünftklässlern. Aus Niederkrüchten Schüler abziehen wollen die Schwalmtaler auf keinen Fall: „Wir wollen den Niederkrüchtenern keins auswischen“, stellt Bürgermeister Reinhold Schulz klar. Niederkrüchtener Kinder seien bislang nur in Ausnahmefällen aufgenommen worden (etwa wenn ein Geschwisterkind schon die Waldnieler Realschule besuchte oder aus pädagogischen Gründen ein Schulwechsel nötig war). In dem nun zu diskutierenden Grundsatzbeschluss wolle die Gemeinde Schwalmtal auch festhalten, dass man grundsätzlich keine Kinder aus Niederkrüchten aufnehme, solange es dort eine eigene Realschule gebe. Brüggener Schüler ablehnen dürfe Schwalmtal aber nicht, sagt Schulz. „Diese Kinder dürfen wir laut Bezirksregierung nicht pauschal abweisen, weil Brüggen ja keine eigene Realschule hat.“

 

Schülerzahlprognose


Derzeitigen Prognosen zufolge rechnet die Realschule in Waldniel zum Schuljahr 2011/2012 mit 127 Fünftklässlern (5 Eingangsklassen), 2014/2015 könnten bei 108 Fünftklässlern vier Eingangsklassen anstehen. Die Europaschule rechnet mit zwei Eingangsklassen in den kommenden Jahren, das Gymnasium mit drei bis vier

 

"Sind offen für Gespräche“


Schwalmtal (biro) Die Bezirksregierung hatte der Gemeinde Schwalmtal mitgeteilt, dass „Anmeldungen von Schülern aus Gemeinden, die über eine weiterführende Schule der gewählten Schulform nicht verfügen“, Anmeldungen von Schülern aus Schwalmtal gleichzusetzen sind. Eine Prioritätenvornahme, wonach Anmeldungen von Schülern aus Schwalmtal vorzuziehen seien, sei nicht zulässig, so die Bezirksregierung. Das bedeutet: Schwalmtaler Kinder dürfen nicht bevorzugt aufgenommen werden, Kinder aus Nachbargemeinden ohne eigene Realschule dürfen nicht aufgrund ihrer Herkunft „ausgesiebt“ werden. Schwalmtaler Kinder abweisen müssen will die Gemeinde aber auch nicht, „wir haben Verantwortung für unsere Kinder hier in Schwalmtal“, sagt Bürgermeister Schulz. Der Beschluss, den es nun am 1. Februar (vor der Anmeldephase an den weiterführenden Schulen) zu fassen gelte, sei aber „nicht in Stein gemeißelt“, fügt Schulz hinzu. „Was jetzt in Niederkrüchten passiert, wird uns alle einholen. Wir kommen an einer übergreifenden Schulentwicklungsplanung nicht vorbei.“ Schwalmtal sei weiterhin offen für Gespräche mit den Nachbarkommunen, „besser noch kreisweit, denn die Zahlen brechen ja überall ein“.


Wichtig sei auch, die Eltern zu befragen: „Wenn 80 Prozent der Eltern eine bestimmte Richtung wollen, und das ist machbar, dann sollte man das auch machen.“

 

 

Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH

Rheinische Post Viersen

Mittwoch, den 26. Januar 2011

20

26. Januar 2011

Realschule: Fünf Eingangsklassen

Auch die Grünen sind dafür, fünf Züge an der Janusz-Korzcak-Realschule festzuschreiben, selbst wenn sie nicht in jedem Schuljahr zustande kommen. Hintergrund sind entsprechende Empfehlungen der Bezirksregierung. Lesen Sie hier den Vorbericht der Grenzland-Nachrichten.

2. Dezember 2010

Anfrage an den Landtag

Schwalmtal/Niederkrüchten (biro) Die CDU-Abgeordneten Dr. Stefan Berger und Christian Weisbrich sowie der Liberale Dietmar Brockes bringen die Diskussion um den Schulstandort Niederkrüchten in den Landtag. In einer kleinen Anfrage geht es um die Mitteilung von Bürgermeister Herbert Winzen, der fünfte Zug der Realschule Schwalmtal sei rechtswidrig, dies habe ihm die Bezirksregierung erklärt. Daher werde der Regierungspräsident Schwalmtal anweisen, künftig vierzügig zu verfahren. Berger, Weisbrich und Brockes wollen nun die Begründung dafür wissen. Außerdem fragen sie, ob es stimmt, dass die Bezirksregierung eine Kooperation der Schulstandorte Niederkrüchten und Schwalmtal nicht unterstützten würde und wenn ja, warum? Ob die Landesregierung Alternativvorschläge für Niederkrüchten habe? Ob die Landesregierung künftig neben der Gemeinschaftsschule keine weiteren Veränderungen der Schulstruktur (wie durch Schulverbünde oder Kooperationen) zulassen wolle?

Ziel der gemeinsamen, fraktionsübergreifenden Anfrage sei es nun, zu klären, ob die Landesregierung in Düsseldorf Druck auf die Gemeinden ausüben wolle, indem sie zur Gemeinschaftsschule zwinge und andere Möglichkeiten versagen würde, erläuterte Berger gestern im RP-Gespräch, oder ob die Landesregierung den Gemeinden vor Ort die Entscheidungsfreiheit lasse. Eine Antwort auf die Fragen sollte die Landesregierung bis Anfang Januar liefern.


Publikation

Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH

Lokalausgabe

Rheinische Post Viersen

Erscheinungstag

Donnerstag, den 02. Dezember 2010

Seite

18

2. Dezember 2010

„Sind nicht schuld an Schul-Misere“

Schwalmtal (biro) In der Schuldiskussion weist Schwalmtal den „Schwarzen Peter“ von sich: Mit Verwunderung habe man die Diskussion um die Schulproblematik in Niederkrüchten verfolgt, teilten die vier Fraktionschefs von CDU (Lothar Höckendorf), SPD (Dr. Hermann-Josef Welters), Grünen (Jürgen Heinen) und FDP (Hans-Dieter Heinrichs) sowie Bürgermeister Reinhold Schulz gestern in einer gemeinsamen Erklärung mit. „Die Debatte gipfelte in dem Vorwurf, die Schuld für die Niederkrüchtener Misere sei in Schwalmtal zu suchen. Hinter diesem Zerrbild stehen offensichtlich nicht nur Verwaltung, sondern auch Teile der Politik. Es ist eben einfacher, sich mit Schwalmtal zu beschäftigen, als mit eigenen Versäumnissen.“
Mit keinem Wort sei erwähnt worden, dass rund 70 Prozent der Kinder aus Niederkrüchten beim Wechsel in die Sekundarstufe I zu auswärtigen Schulen wechseln. „Wenn man dann noch bedenkt, dass die Realschule Schwalmtal grundsätzlich keine Niederkrüchtener Kinder aufnimmt, sollte man zunächst einmal prüfen, warum dennoch von rund 150 Kindern etwa 100 freiwillig einen auswärtigen Schulbesuch auf sich nehmen“, raten die Schwalmtaler Fraktionschefs. Nun wolle Niederkrüchten mit Hilfe der Bezirksregierung Druck auf Schwalmtal ausüben, um die Zügigkeit der Janusz-Korczak-Realschule in Waldniel zu beschränken. Dass der fünfte Zug der Realschule rechtswidrig sein solle, habe man in Schwalmtal aus der Presse erfahren, nicht aber von der Bezirksregierung. Die drei Schwalmtaler Schulen seien nach der aktuellen Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes zur Zeit in ihrem Bestand nicht gefährdet, die ausgezeichnete Arbeit dort werde mit entsprechendem Schülerzustrom belohnt. „Wir werden uns massiv gegen alle Versuche zur Wehr setzen, dieses hochwertige Angebot zu gefährden“, teilen die Fraktionschefs mit.

Gemeinsam planen

Die demografische Entwicklung werde sicherlich auch in Schwalmtal in absehbarer Zeit zu Diskussionen führen, welcher Weg für die Schullandschaft der richtige sei. „Doch sind sich in Schwalmtal alle Entscheidungsträger einig, dass dies nur in Abstimmung mit den Eltern erfolgen kann - und zwar bevor Entscheidungen getroffen oder präjudiziert werden.“ Mit Blick auf die künftige Entwicklung der Schülerzahlen sei es sinnvoll, wenn auch Brüggen und Niederkrüchten den Schwalmtaler Vorschlag einer gemeinsamen Schulentwicklungsplanung aufgreifen würden.

Quelle: Rheinische Post  Ausgabe Viersen v. 2.12.2010
27. November 2010

Wiedervorlage 2011: Schulen im Westkreis

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann mit dem Schulausschussvorsitzenden Manfred Böttcher

„Ungenügend – setzen!“ – Eine andere Note hat die Schulpolitik im Westkreis derzeit nicht verdient. Schon im März 2009 haben Schulverwaltungen und Grüne signalisiert: Wir brauchen Zusammenarbeit bei der Schulentwicklung. Aber der gemeinsame grüne Antrag zur Schulzusammenarbeit scheiterte an der Uneinsichtigkeit der Brüggener Ratsmehrheit. Doch die die Zahlen sprechen für sich. Da es unter den 50.000 Einwohnern von Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal immer weniger Kinder gibt, lassen sich zwei Hauptschulen,  zwei Realschulen, eine Gesamtschule, eine Förderschule und ein Gymnasium auf Dauer nicht eigenständig fortführen. Zumal auch Nettetal, Viersen, Mönchengladbach oder Wegberg Westkreiskinder mit Sekundarangeboten versorgen.

 

Dies bekommen die Niederkrüchtener Grundschuleltern derzeit als erste zu spüren. Man ahnte es schon im Jahr 2009. Haupt- und Realschule in Niederkrüchten haben in der Prognose keine Überlebenschance. Aber anstatt zu handeln, verlegten sich CDU/FDP in Niederkrüchten aufs Palavern: erst wurde ideologisiert - gegen rot-grüne Gesamt- und Gemeinschaftsschulen und für die Dreiklassensortierung unserer Zehnjährigen, dann um Hilfe gerufen: Erst die Verwaltung, aber  deren vernünftige Antwort „Gemeinschaftschule“ passten der Niederkrüchtener CDU und dem Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Berger nicht. Dann ging der Ruf an die Gemeinde Schwalmtal. Überparteilich vereinbart wurde eine ambitionierte zweigleisige Strategie für das kommende Schuljahr: Entwicklung von Kooperations- und Gemeinschaftsschulmodellen, Elterninformation und –befragung zur Gemeinschaftsschule, je nach Elternvotum den Weg „Kooperation“ oder „Gemeinschaftsschule“ weiterverfolgen.

 

Doch dann bremste Herr Wahlenberg (CDU) die Elternbefragung zur Gemeinschaftsschule mit einer dreisten Lüge aus. Schließlich meldete die Bezirksregierung Bedenken zur Kooperation im Haupt- und Realschulbereich an. Zu guter Letzt machten sich auch noch die Verwaltungen Vorwürfe. Selbst die Schwalmtaler Fraktionsvorsitzenden ließen sich in den Streit mit reinziehen und behaupten, die hohe Auspendlerquote von Niederkrüchtener Schülern sei hausgemacht. Hat sie nicht etwa auch mit der fehlenden Abiturmöglichkeit zu tun?

 

Der Niederkrüchtener CDU/FDP sei Dank: die Gemeinschaftsschule kommt nicht, die Kooperation vorerst auch nicht, der „Wettbewerb“ um Westkreisschüler und Schülerfahrtkosten geht weiter, Verlierer sind die SteuerzahlerInnen, die Eltern und vor allem unsere Kinder.

 

Bleibt zu hoffen, dass die jetzt geborenen Kinder ein ortsnahes Lernangebot mit individueller Förderung erhalten.  Dies geht aber nur, wenn die CDU ihre schulpolitschen Scheuklappen ablegt oder sich die politischen Mehrheiten im Westkreis grundlegend ändern. Brüggen, Niederkrüchten und selbst Schwalmtal brauchen eben „MEHR GRÜN“ und das nicht nur zu Weihnachten…

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23. September 2010

Mensa eröffnet

Ohne das beherzte Engagement von Stephan Joebges und die solidarisch-schnelle Entscheidungsfreude der Schwalmtaler SchulpolitikerInnen gäbe es wohl immer noch keine warme Mahlzeit im Schulzentrum. Am 16. September wurde die Mensa nach 11-monatiger Bauzeit eröffnet. Der Betreuungsverein für Schwalmtaler Schulen e.V. wird unter Federführung der Geschäftsführerin Maria Beiten künftig den Mittagstisch der Mensa organisieren. Lesen Sie hier den Bericht der Grenzland-Nachrichten

1. Juli 2010

Fehlstart für Bildungsnetzwerk

Rosemarie Voßen

Offenbar hat die Kommunikation zwischen dem Kreis Viersen, der Schwalmtaler Gemeindeverwaltung und den KommunalpolitikerInnen nicht funktioniert. Am 24. Juni endeten die bisher längsten und intensivsten Haushaltsberatungen im Kreistag Viersen. Einer parteiübergreifenden Arbeitsgruppe war es gelungen, die Erhöhung der Umlage für die kreisangehörigen Städte und Gemeinde moderater ausfallen zu lassen als ursprünglich geplant. Und dies vor allem auf Kosten geplanter Neueinstellungen. In seiner Haushaltsrede betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Aach, dass die CDU neue Aufgaben und Stellen für die Kreisverwaltung strikt ablehne, wenn sie mit zusätzlichen Kosten verbunden seien.

Zwei Tage später erreichte die Schwalmtaler SchulpolitikerInnen eine umfangreiche Vorlage zur Errichtung eines regionalen Bildungsnetzwerks mit einer Geschäftsstelle beim Kreis Viersen. Deren offenbar nicht unerhebliche Kosten werde der Kreis Viersen übernehmen und in die Kreisumlage einfließen lassen. Darüber sollten die SchwalmtalerInnen bis zum 30. Juni entscheiden. Am 30. September sollte dann offenbar der Kreistag mit dem "Wunsch" der kreisangehörigen Städte und Gemeinden  nach einem Bildungsnetzwerk auf Kreisebene konfrontiert werden. Und als die Schulrätin Rosemarie Voßen (Bild) im Schwalmtaler Schulausschuss bei Fragen nach der konkreten Ausgestaltung und den Kosten des neuen Netzwerks auf  die Städte,  Gemeinden und die Kreispolitik verwies, platzte den SchulpolitikerInnen der Kragen. Sie verweigerten einstimmig die vom Kreis gewünschte Stellungnahme. Lesen Sie mehr.


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25. November 2010

Neue Chance für zwei Schulen

Lesen Sie hier den Artikel der Grenzlandnachrichten.

25. November 2010

Alles wieder auf Null

Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Lokalausgabe Rheinische Post Viersen Erscheinungstag Donnerstag, den 25. November 2010 Seite 18
18. November 2010

Gemeinschaftsschule für Niederkrüchten gestorben

Lesen Sie hier den Artikel der Grenzlandnachrichten

25. November 2010

Diskussion um Wahlenberg

NIEDERKRÜCHTEN (jos) Die hitzige Debatte im Schulausschuss hatte jetzt im Hauptausschuss das erwartete Nachspiel - das nicht minder hitzig ausfiel. SPD, Grüne und CWG kritisierten massiv das Zustandekommen des Beschlusses, mit dem CDU und FDP eine Gemeinschaftsschule verhindert haben. Zielscheibe der Attacken war insbesondere CDU-Ratsherr Johannes Wahlenberg. Der hatte im Schulausschuss gesagt, er habe vor der Sitzung mit Schwalmtals Bürgermeister Reinhold Schulz telefoniert und dort die Zusage erhalten, zwei Realschulzüge in Niederkrüchten zu halten. Wie sich herausstellte, hatte Wahlenberg aber mit Schwalmtals CDU-Fraktionschef Lothar Höckendorf telefoniert. Wahlenberg hatte später eingeräumt, sich versprochen zu haben


„Es ist eine Ungeheuerlichkeit, die da passiert ist“, sagte Wilhelm Mankau (SPD), der indirekt politische Konsequenzen von Wahlenberg forderte: „Sie müssen sich überlegen, wie es weitergeht.“ Marianne Lipp (Grüne) hielt es für „unverschämt“, dass Wahlenberg behaupte, falsch verstanden worden zu sein. „Sie haben die Eltern der Viertklässler um eine Chance gebracht“, so Lipp. „Ihr Eid bedeutet Ihnen nicht viel.“ Raimund Pörtner (CWG) erklärte, es sei „eine Blamage“, dass die Eltern zur Zukunft des Schulstandorts und zu einer möglichen Gemeinschaftsschule nicht befragt wurden: „Die Eltern hätten das Hauptstimmrecht haben müssen.“ Hermann Meyer (SPD) ergänzte: „Der Elternwille wird mit Füßen getreten.“ Besonders aufgebracht war Christoph Szallies (Grüne): „Dass hier mit so dreckigen Tricks gearbeitet wird, um eine Entscheidung herbeizuführen, empört mich zutiefst.“
Werner Hommen (CDU) mahnte zur Besonnenheit. Wahlenberg sei mit seiner Äußerung „über das Ziel hinausgeschossen“. An den Fakten, die letztlich zum Beschluss geführt haben, ändere das aber nichts. „Wir sind alle keine Berufspolitiker. Wenn jemand ans Kreuz genagelt wird, weil er im Eifer des Gefechts übers Ziel hinausgeschossen ist, dann können wir alle nicht mehr ruhigen Gewissens Kommunalpolitik machen.“ Hans Mankau (FDP) erklärte, der Schulausschuss habe eine Mehrheitsentscheidung getroffen, die zu respektieren sei. Auch ohne Wahlenbergs Äußerungen wäre die Entscheidung nicht anders ausgefallen.


Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Lokalausgabe Rheinische Post Viersen Erscheinungstag Donnerstag, den 25. November 2010 Seite 18

18. Dezember 2010

Ewig Gestrige

Es ist nicht zu glauben: Die Schülerzahlen nehmen ab, den Schulen droht die Schließung und die verantwortlichen Mehrheits-Politiker in Niederkrüchten und Schwalmtal klammern sich krampfhaft an das dreigliedrige System, das sich längst überholt hat und nur noch in einigen Bundesländern praktiziert wird. Wie schaffen die Sachsen ohne Hauptschule immer vordere Plätze in der Pisa-Studie? Die finnischen Schüler, seit Jahren Spitzenreiter bei Pisa, lernen in Gesamtschulen, freilich in kleinen Gruppen mit intensiver Förderung.

Konservative Eltern- und Lehrerverbände halten bei uns am dreigliedrigen System fest, besteht doch die angenehme Möglichkeit der Durchreichung von Schülern bei Lern- und Verhaltensproblemen an die Hauptschule, gleichgültig des Leids von Schülern und Eltern ob der gebrochenen Schulbiografien. Kooperation der Schulstandorte Schwalmtal und Niederkrüchten ist das Zauberwort, das weiterhin die frühe Separation nach der vierten Klasse ermöglicht und das Schreckgespenst „Gemeinschaftsschule“ verhindern soll.

Brüggen hat vor Jahren bei drohendem Verlust seiner Hauptschule eine Gesamtschule eingerichtet, die heute die Nachfrage aus den Nachbargemeinden nicht voll befriedigen kann. Das alles ficht die Verfechter des ewig Gestrigen nicht an. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass auch hier Haupt- und Realschule vereinigt werden, unabhängig von der politischen Färbung in Düsseldorf.

Solange noch können ja Lehrer und Schüler zwischen den Koop-Standorten hin- und herfahren bzw. gefahren werden. Wir sind ja eine mobile Gesellschaft, die keine Kosten und Mühen scheut, wohl aber gemeinschaftliches Lernen unserer Kinder.

Ferdi Leewe Vogelsrath 6a Schwalmtal

18. November 2010

Grüne wollen noch mal ran

Nach der turbulenten Schulausschusssitzung in Niederkrüchten beanstanden die Grünen, SPD und CWG den Beschluss des Gremiums. Von Johannes Wahlenberg (CDU) fordern sie politische Konsequenzen.

VON BIRGITTA RONGE


Niederkrüchten Mit dem Beschluss des Niederkrüchtener Schulausschusses wollen sich die Bündnis 90/Die Grünen nicht zufrieden geben. Grund: Die Äußerung von Johannes Wahlenberg (CDU), der Zuhörern zufolge gesagt hatte, er habe kurz vor der Sitzung mit Schwalmtals Bürgermeister Reinhold Schulz telefoniert, der ihm zugesichert habe, zwei Realschul-Züge in Niederkrüchten zu halten (die RP berichtete). Später stellte sich heraus, dass Wahlenberg nicht mit Schulz, sondern mit dem Schwalmtaler CDU-Fraktionschef Lothar Höckendorf telefoniert hatte - und der hatte ihm auch nicht zugesichert, zwei Züge in Niederkrüchten zu halten (Höckendorf: „Das kann ich gar nicht!“), sondern lediglich gesagt, er könne sich eine solche Lösung „vorstellen“.
Der Ausschuss votierte daraufhin am Freitagabend mehrheitlich für eine Kooperation der Niederkrüchtener mit den Schwalmtaler Schulen - und damit gegen die Option Gemeinschaftsschule, die von SPD und Grünen favorisiert worden war. „Die Entscheidung des Schulausschusses wurde durch falsche Darstellungen des Ratsmitglieds Johannes Wahlenberg stark beeinflusst“, teilte Marianne Lipp für die Grünen gestern mit. „Ein auf diese Weise höchst undemokratisch herbeigeführter Beschluss kann und darf nicht Bestand haben.“ Daher beanstandeten die Bündnis 90/Die Grünen den Beschluss des Ausschusses vom vergangenen Freitag. SPD und CWG unterstützen die Sache. Sie fordern nun, dass der Tagesordnungspunkt erneut am kommenden Dienstag, 23. November, per Dringlichkeitsentscheidung im Haupt- und Finanzausschuss behandelt wird, „da dieser Beschluss verhindert hat, dass alle zur Beantragung der Gemeinschaftsschule notwendigen Schritte rechtzeitig erfolgen können“.
Gleichzeitig fordern die Grünen, „dass die falschen Darstellungen, die von Herrn Wahlenberg in der Schulausschusssitzung getroffen wurden, entscheidende politische Konsequenzen haben.“ Und weiter: „Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Herrn Wahlenberg in sämtlichen politischen Gremien ist auf dieser Basis für uns in Zukunft nicht mehr möglich.“ Man ziehe zusätzlich in Erwägung zu klären, ob „juristische Schritte“ eingeleitet werden müssten, so Lipp.
Bürgermeister Herbert Winzen ging das Papier als Eilantrag zu, die Verwaltung muss nun prüfen, ob das Thema wieder auf die Tagesordnung gehoben werden kann. Für die CDU hatte Nicole Scholz am Dienstag die Entscheidung des Ausschusses begrüßt: Durch die Kooperation könne die bewährte Arbeit an beiden Schulstandorten fortgesetzt werden.

Zu wenig Anmeldungen
34 Anmeldungen hatte die Realschule 2010. In den kommenden fünf Jahren werden es nach der Prognose des Schulentwicklungsplans zwischen 32 und 40 pro Schuljahr sein. Nötig wären laut Vorgabe 56 Anmeldungen. Bis zum 15. Dezember muss Niederkrüchten entschieden haben, wo der Weg hinführt, am 14. Dezember tagt dazu der Gemeinderat.


Publikation Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Lokalausgabe Rheinische Post Viersen
Erscheinungstag Donnerstag, den 18. November 2010
Seite 12
16. November 2010

...das Dementi

Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Lokalausgabe Rheinische Post Viersen Erscheinungstag Dienstag, den 16. November 2010 Seite 18
15. November 2010

Schnelles Ende der Absprachen zwischen Niederkrüchten und Schwalmtal

Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Lokalausgabe Rheinische Post Viersen Erscheinungstag Montag, den 15. November 2010 Seite 12
13. November 2010

CDU will Kooperation mit Niederkrüchtener Schule

Schwalmtal (biro) Die Schwalmtaler CDU ist für einen Zusammenschluss der Schwalmtaler mit den Niederkrüchtener Schulen. In Niederkrüchten stehen wegen geringer Anmeldezahlen Haupt- und Realschule zur Diskussion. Bei einem gemeinsamen Treffen der Niederkrüchtener und Schwalmtaler Fraktionschefs im Elmpter Rathaus am Donnerstagabend bekräftigte der Schwalmtaler CDU-Vorsitzende Lothar Höckendorf diese Haltung. Das Verhalten der SPD und der Grünen aus Schwalmtal allerdings habe die CDU „mit Verwunderung registriert“, so Höckendorf. Beide Fraktionen hätten bei einem Treffen im Ältestenrat Offenheit für eine solche Kooperation beider Gemeinden signalisiert. Dass sich SPD und Grüne aber kurz darauf in einer Pressemitteilung für eine Gemeinschaftsschule aussprachen, sei „ein Politikstil, wie er in Schwalmtal bisher nicht üblich war“.

Das Angebot straffen
Für die Schwalmtaler CDU sei eine Gemeinschaftsschule in Niederkrüchten nur die zweitbeste Lösung. Die Argumente der Befürworter überzeugten nicht. Höckendorf: „Was ist das für eine Logik, mit einem zusätzlichen Angebot der zurückgehenden Schülerzahl im Westkreis begegnen zu wollen? Ist nicht vielmehr Straffung das Gebot der Stunde?“ Eine solche Straffung geschehe mit dem Zusammenschluss der Haupt- und Realschulen in Niederkrüchten und Schwalmtal - womit beide Schulformen an beiden Standorten erhalten blieben. Das sei sinnvoller als die Einführung einer neuen Schule, „deren Profil sich erst über Jahre entwickeln müsste, für die es noch keine auf sie zugeschnittenen Lehrpläne oder Unterrichtswerke gibt und die auch so schnell nicht zu erwarten sind“, so Höckendorf. „Wenn die Herren Dr. Welters und Optenplatz von der SPD Organisationsprobleme befürchten, sollten sie einmal den Blick über den Tellerrand ihrer Gemeinde wagen.“ Dafür reiche der Blick nach Brüggen. Dort arbeite die Gesamtschule schon immer mit zwei Standorten - ohne Organisationschaos.
Bislang wählten zwei Drittel der Kinder nach der vierten Klasse die Gesamtschule oder das Gymnasium. „Werden diese Eltern künftig ihre Kinder erst zur Gemeinschaftsschule schicken und auf dem Weg zu Abitur oder Fachhochschulreife nach der 10. Klasse einen weiteren Schulwechsel einplanen?“, fragt Höckendorf. Falls es in Niederkrüchten zur Bildung einer Gemeinschaftsschule komme, werde die CDU in Schwalmtal aber den Antrag stellen, auch Niederkrüchtener Kindern die Möglichkeit zu geben, die Schwalmtaler Realschule zu besuchen.


Publikation

Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH

Lokalausgabe

Rheinische Post Viersen

Erscheinungstag

Samstag, den 13. November 2010

Seite

12


6. November 2010

Kommt die neue CDU-Schulpolitik auch nach Niederkrüchten?

Als einen bedeutsamen Schritt in die richtige Richtung für die Westkreisgemeinden werten die Niederkrüchtener und Schwalmtaler Schulausschussvorsitzenden Theo Coenen (SPD) und Manfred Böttcher (Grüne) den schulpolitischen Leitantrag, den die nordrhein-westfälische CDU am Samstag auf ihrem Bonner Parteitag auf den Weg gebracht hat.

 

 „Mit der Abkehr von der strikten Viergliedrigkeit und der Hinwendung zu  regionaler Vernetzung, Vielfalt, Inklusion und individueller Förderung macht die CDU den Weg für maßvolle Strukturreformen mit Pragmatismus und Augenmaß frei. Gerade im Westkreis wird deutlich, dass Elternwille und die demografische Entwicklung auch kurzfristige Reaktionen der Schulträger erfordern. Die CDU in Niederkrüchten sollte  nach dem Bonner Parteitag nochmals überprüfen, ob eine Niederkrüchtener Gemeinschaftsschule nicht den Anfordernissen der regionalen Gegebenheiten am ehesten gerecht wird. Solange es  noch keine gemeinsame Schulträgerschaft  der kleinen Westkreiskommunen gibt, sollte es die von der CDU proklamierte Schulvielfalt den Eltern und Grundschülern ermöglichen,  zwischen Haupt-, Realschule und Gymnasium in Schwalmtal, einer Gemeinschaftsschule in Niederkrüchten und der Gesamtschule in Brüggen frei zu wählen. Die in der CDU in den vergangenen Wochen diskutierten Kooperations- und Übertragungsmodelle zwischen Niederkrüchten, Brüggen und Schwalmtal bergen angesichts des demografischen Wandels die Gefahr, dass am Ende sowohl die Hauptschulen als auch die gymnasialen Oberstufen in Schwalmtal und Brüggen als Verlierer dastehen, ohne dass es erprobte Alternativangebote gibt. Wir stehen drei Meter vor der Wand. Statt jetzt das Vollgas der alten Rüttgers-CDU zu geben und das Schulsystem endgültig vor die Wand zu fahren,  plädieren wir für eine pragmatische parteiübergreifende Niederkrüchtener Kurve in Richtung Gemeinschaftsschule."

16. September 2010

Schulen in Gefahr

Die beiden weiterführenden Schulen der Gemeinde Niederkrüchten, die Realschule und die Hauptschule, sind wegen Schülerschwund akut in ihrem Bestand gefährdet. Das zeigt der neue Schulentwicklungsplan.

NIEDERKRÜCHTEN „Ein ziemliches Desaster“, so beschreibt Tilman Bieber die Situation. Er ist Schulentwicklungsplaner beim Bochumer Unternehmen „komplan“ und stellte im Schulausschuss der Gemeinde Niederkrüchten jetzt alarmierende Daten vor. Zwar bleiben die Schülerzahlen im Bereich der Sekundarstufe I in den nächsten Jahren relativ konstant, aber das Wahlverhalten spricht gegen die Hauptschule und die Realschule. Nur noch sechs Prozent der Niederkrüchtener Grundschulabgänger besuchen nach der Prognose künftig die Hauptschule.

Diese hat schon heute Mühe, die Mindest-Klassenstärke von 18 Schülern zu erreichen, um wenigstens einzügig zu arbeiten, so Bieber. Liegt die schwindende Akzeptanz der Hauptschule noch im landesweiten Trend, ist die prekäre Lage der erst 2001 eröffneten Realschule überraschend. Die als zweizügig ausgelegte Realschule verzeichnete zu Anfang eine enorme Nachfrage, musste in drei Jahrgängen sogar drei Eingangsklassen bilden.Sie durfte zunächst keine Kinder aus Nachbargemeinden annehmen, weil zuerst die Niederkrüchtener Schüler bedient werden sollten. Genau das wird heute zum Problem: In den Nachbarorten haben die Eltern die Niederkrüchtener Realschule gar nicht mehr auf dem Zettel, sagt Schulleiterin Bärbel Buchwald. 34 Anmeldungen hatte die Realschule in diesem Jahr - nötig wären 56. Nur 24 Prozent der Abgänger der drei Niederkrüchtener Grundschulen wechseln der komplan-Prognose zufolge künftig auf die Realschule. 35 Prozent entscheiden sich fürs Gymnasium und ebenfalls 35 Prozent für die Gesamtschule. 70 Prozent aller Grundschulabsolventen besuchen also eine weiterführende Schule außerhalb ihrer Heimatgemeinde.Für die Hauptschule und die Realschule lautet die komplan-Folgerung daher: „Akut gefährdet.“ Bieber skizzierte drei Varianten, um der Gemeinde eine weiterführende Schule zu erhalten. Variante 1: Eine Verbundschule als Zusammenschluss von Haupt- und Realschule. Sie muss mindestens drei Züge aufweisen, im konkreten Fall also einen Hauptschulzug und zwei Realschulzüge. Variante 2: Umwandlung der beiden Schulen in eine Dependance der Gesamtschule Brüggen. In diesem Fall hätte die Gemeinde aber keine eigenständige Sekundarschule mehr, so Bieber. Variante 3: Eine Gemeinschaftsschule, die derzeit von der neuen Landesregierung eingeführt wird. Hier lernen die Kinder in den Jahrgängen fünf und sechs jeweils gemeinsam und nicht nach Bildungsgängen differenziert. Ab Klasse 7 kann die Schulträger entscheiden, ob es bis Klasse 10 integrativ oder differenziert weitergeht.Die Gemeinschaftsschule orientiert sich an gymnasialen Standards und soll über eine Kooperation mit einem Gymnasium oder einer Gesamtschule den Weg zum Abitur eröffnen.- /JOCHEN SMETS Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.216 Datum: Donnerstag, den 16. September 2010 Seite: Nr.18

24. September 2010

Schulpolitik - Abschied vom Kirchturmdenken?

Schule an der Schwalm

Noch vor wenigen Tagen glaubten einige SchulleiterInnen und –politikerInnen, dass die Schullandschaft in Schwalmtal auch in den nächsten Jahren stabil bleibe, selbst wenn im benachbarten Niederkrüchten aufgrund der demografischen Entwicklung die Sekundarstufe zusammenbricht. Seitdem sich jedoch Politik und Verwaltung in Niederkrüchten ernsthaft mit den Optionen Gemeinschaftsschule und Gesamtschule auseinandersetzen, kommt auch in Schwalmtal Nachdenklichkeit auf. Wie werden Schwalmtaler Eltern und Kinder auf eine Niederkrüchtener Schule mit Abiturangebot und Ganztagsbetrieb reagieren? Wie stabil bleibt das dreigliedrige Schulsystem in Schwalmtal? Was wollen Eltern und Kinder? Was macht Schule zukunftsfähig? Wann verabschieden sich die PolitikerInnen und Verwaltungen im Westkreis endlich vom schulpolitischen Kirchturmdenken? Fragen, mit denen sich nach Ansicht des Schwalmtaler Schulausschussvorsitzenden Manfred Böttcher die Schwalmtaler(innen), Brüggener(innen) und Niederkrüchtener(innen) in den nächsten Wochen und Monaten ernsthaft und ohne ideologische Scheuklappen auseinandersetzen sollten…Lesen Sie mehr zur aktuellen Entwicklung

 

1. Juli 2010

Kosten für Bildungsnetzwerk müssen auf den Tisch

Schwalmtal (biro) Rosemarie Vossen, Schulamtsdirektorin beim Kreis Viersen, konnte die Schwalmtaler Politiker im Schul- und Kulturausschuss am Dienstagabend nicht überzeugen: Zur Einrichtung eines „regionalen Bildungsnetzwerks“ im Kreis Viersen wollten die Fraktionen vorerst kein Votum abgeben.

Die regionalen Bildungsnetzwerke sollen das Modellprojekt „Selbständige Schule“ ablösen, das Schulen vor Ort mehr Handlungsspielraum lassen soll. Nur durch eine Vernetzung zwischen Schulträgern, Schulen, Schulaufsicht und weiteren Institutionen sei aber die „selbständige Schule“ zu verwirklichen, so das Fazit des nach sechsjähriger Laufzeit 2008 beendeten Modellprojekts.

Zu Beginn des kommenden Jahres soll, so heißt es in der Vorlage der Verwaltung, eine „Regionale Geschäftsstelle“ im Kreis Viersen die Arbeit aufnehmen. Von dort aus soll das „Bildungsnetzwerk“ gesteuert werden. Unmittelbare Kosten für die Gemeinden entstünden daraus nicht, heißt es. Aber: „Über die Kreisumlage sind sie jedoch an den Kosten beteiligt.“ Nun hatte der Kreis die angehörigen Städte und Gemeinden um Stellungnahme gebeten - Abgabefrist: gestern.

 

„Die Tragweite ist enorm“


Weil aus der Vorlage keine konkreten Zahlen hervorgingen (und die Vorlage selbst der Politik offenbar erst drei Tage vorher zugestellt worden war), wehrten sich alle Fraktionen am Dienstagabend, eine Entscheidung zu treffen. „Uns würde der Kostenaufwand interessieren“, stellte Fraktionsvorsitzender Lothar Höckendorf (CDU) klar. „Ich glaube nicht, dass dadurch eintritt, was alle wünschen: dass nämlich die Kreisumlage sinkt.“ Hermann-Josef Güldenberg (CDU) erklärte mit Blick auf die anwesenden Leiter der Schwalmtaler Schulen: „Die Tragweite dieses Beschlusses ist enorm, was die Belastung von Menschen betrifft, die ohnehin schon belastet sind.“ Zudem gefalle ihm der Stil der Vorlage nicht, „das ist alles sehr schwammig formuliert“. Die schwammige Formulierung sei beabsichtigt, warf Rosemarie Vossen ein, „damit die Kommunen ihre Schwerpunkte selbst setzen können“. Manches sei aber „so verdammt schwammig formuliert, da muss sich manch einer überlegen, ob man so etwas überhaupt schreiben kann“, schob Prof. Dr. Bernd Simonis (FDP) nach. Und bei solch einem Projekt müsse doch jemand sagen können, was das kosten solle. „Wir können doch nicht abstimmen, wenn wir überhaupt nicht wissen, wohin das führt. Da komme ich mir vereimert vor!“, pflichtete Barbara Brunkau (SPD) bei. Nein, erklärte Rosemarie Vossen, „das Projekt ,selbständige Schule’ läuft ja jetzt aus, das ,regionale Bildungsnetzwerk’ ist der Nachfolger. Die Erfahrungen in dieser Form sind noch nicht so, dass man konkret etwas sagen könnte.“

Ihm gefalle nicht, „dass da was übergestülpt wird - Kooperationen müssen von unten kommen“, so Stephan Joebges (Grüne). Die Einrichtung des Bildungsnetzwerks soll zu einem späteren Zeitpunkt erneut diskutiert werden.

Vorlage Die komplette Sitzungsvorlage ist im Internet einzusehen unter www.schwalmtal.de - Rathaus und Politik - Sitzungen - Sitzungsvorlagen - Ausschuss für Schule, Kultur und Tourismus.

Hier gelangen Sie direkt zur Vorlage.

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Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.150
Datum: Donnerstag, den 01. Juli 2010
Seite: Nr.12

3. März 2009

Antrag Schulentwicklung

Sehr geehrter Herr Bürgermeister!

Wir beantragen, dass der Rat beschließt,

1.      den neuen Schulentwicklungsplan gemeinsam mit den Gemeinden Schwalmtal Brüggen und Niederkrüchten aufzustellen.

2.      im Rahmen des Schulentwicklungsplans die Vor- und Nachteile eines Schulverbunds Brüggen - Niederkrüchten - Schwalmtal zu untersuchen

3.      die Möglichkeiten von gemeindeübergreifenden Teilstandorten bei den weiterführenden Schulen zu überprüfen.

Begründung:

Der demographische Wandel, die mangelnde Anpassung des Schulsystems am Elternwillen und der Erhalt eines attraktiven öffentlichen Lebens zwingen uns, die Schulentwicklungsplanung gemeindeübergreifend zu gestalten, wenn wir Schulschließungen vor allem bei den weiterführenden Schulen verhindern wollen. Ein guter Schulstandort ist ausschlaggebend für die Ansiedlung junger Familien. Schule bietet auch Unterkunft für Vereine, Musikschule, Volkshochschule und die Möglichkeit, öffentliche Veranstaltungen durchzuführen. Ist eine Schule erst weg, haben die Kinder und Jugendlichen weniger mit dem unmittelbaren Leben in der Gemeinde zu tun. Vereine und Verbände - von der Feuerwehr bis zum Sportverein dünnen aus. 

Jenseits der ideologisch aufgeladenen Schulstrukturdiskussionen auf Landesebene brauchen wir gerade im ländlichen Raum des Westkreises pragmatische, nachfragegerechte und wohnortnahe Schulangebote, um die Abwanderung der Jugendlichen in die Städte zu verhindern.

 

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Böttcher

25. April 2008

Idee gut - Umsetzung mangelhaft

Sigrid Beer (MdL)

Schüler überfordert, Eltern genervt, Lehrer frustriert, der Nachhilfemarkt boomt, über 500 Gesamtschulanmeldungen im Kreis Viersen abgelehnt. Die erste Zwischenbilanz nach der Einführung der verkürzten Gymnasialzeit (G8) in NRW sieht nicht gut aus. Grund genug für Sigrid Beer, bildungspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion beim „Grünen Donnerstag“ im Viersener Remigiushaus in den Dialog mit betroffenen Lehrern, Eltern, Schülern, Beratern und Kommunalpolitikern zu treten.

 

Philipp Gockel, Schülersprecher im Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium, konnte die rund 35 anwesenden Eltern beruhigen. So gestresst wie in den Medien berichtet, seien seine Mitschüler aus der Klasse 5 nicht. Unterrichtsausfall mindere den Druck, weil Lehrerstellen nicht besetzt seien. „Schwierigkeiten bereiten allerdings die zweite Fremdsprache, die mangelnde Verpflegung und die schlechte Organisation der verkürzten Gymnasialzeit“. Ähnlich sehen es die Elternpflegschaftsvorsitzende Jutta Pitzen und der Schulleiter Wolfgang Stoffel. Zwar gäbe es keinen Grund zur Panik, allerdings nerve die Reformhektik und Konzeptionslosigkeit, die die Landesregierung bei der Umsetzung der verkürzten Gymnasialzeit an den Tag legt. Stoffel: „Da gibt es gravierende handwerkliche Fehler. Lehrpläne, Stoffverteilung und Schulausstattung sind noch nicht angepasst. Es fehlt eine Mensa.“

 

Schulpsychologe Georg Viehoff sieht die Defizite nicht nur in den fehlenden Mensa: „Mangelnde Unterstützung aus dem Elternhaus und hoher gesellschaftlicher Anpassungsdruck erschweren zunehmend die Identitätsfindung der Heranwachsenden.“

 

Für Rainer Neuss, bildungspolitischer Sprecher der Viersener Grünen steht fest: „Die hohen Anmeldezahlen bei der Gesamtschule zwingen uns zum Handeln. Politik muss dem Elternwillen nachkommen.“ Neben einer Erweiterung der Gesamtschule fordert Neuss eine andere Lernkultur.

 

Ebenso die Landtagsabgeordnete Sigrid Beer: „Es geht in der Schule darum, Kompetenzen für eine eigenständige Lebensbewältigung zu entwickeln.“ Dies funktioniere nur mit individueller Förderung und einer Lernkultur ohne Druck und Angst. „Die ursprünglich rot-grüne Idee der Schulzeitverkürzung in NRW zielte auf Wahlmöglichkeiten in Klasse 11, die schwarz-gelbe Umsetzung auf Abschottung des Gymnasiums schon ab Klasse 5.“ Dass die Landesregierung jetzt die angekündigte Oberstufenreform aussetze und mit „Mogelpackungen“ wie dem 1000-Schulen-Programm und der erhöhten Bildungspauschale hektisch versucht, den Eltern- und Lehrerprotest aufzufangen, verstärke die desaströse Umsetzung einer an sich guten Idee. So auch Wolfgang Stoffel: „Schließlich wird die zwölfjährige Schulzeit in anderen europäischen Ländern oder auch in Thüringen wesentlich besser als Nordrhein-Westfalen umgesetzt.“ Mit einem Hinweis auf die berufsbildenden Schulen macht Reiner Neuss deutlich, dass es auch attraktive Wege zum Abitur außerhalb des Gymnasiums gibt.

 

Offenbar veranlassten der Glockenschlag der Remigiuskirche und der am Abend mehrfach erwähnte „G8-Stress der nervösen Mittelschicht“ den grünen Kreisvorsitzenden und Moderator Manfred Böttcher am Ende der zweistündigen Diskussion zu einer tröstenden jedoch nicht beweisbaren Vermutung: „Gott ist zwar allwissend, aber er hat kein Abitur“.

10. April 2008

Schule attraktiver gestalten

Wie sieht die Schullandschaft in Schwalmtal im Jahr 2015 aus? Turbo-Abitur und sinkende Schülerzahlen fordern politisches Handeln. Mit der Zukunft des Schulzentrums Waldniel beschäftigt sich jetzt ein Arbeitskreis. VON HELGA SEIFERT

 

Schwalmtal. Stephan Joebges ist ganz nah dran an den Sorgen und Nöten von Schülern und Eltern. Der Grünen-Politiker und Vorsitzende des Fördervereins der Gemeinschaftsgrundschule Waldniel organisiert täglich den Mittagstisch für knapp 200 Kinder in den Offenen Ganztagsgrundschulen in Waldniel und Amern. Joebges setzt sich dafür ein, auch an Haupt- und Realschule sowie am Gymnasium ein Mittagessen anzubieten: „Viele Eltern fragen sich, wie geht es nach dem vierten Schuljahr weiter?“ Alleinerziehende und Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind, stellt die Hausaufgabenbetreuung zunehmend vor Probleme. Hinzu kommt, dass an den weiterführenden Schulen schon heute regelmäßig Nachmittagsunterricht erfolgt, „im Hinblick auf das Turbo-Abitur wird er zur Regel“, so Joebges.

 

Die Kinder und Jugendlichen ohne vernünftige Mahlzeit zu unterrichten, halten Schwalmtals Grüne für unverantwortlich. Die Umweltpartei beantragte deshalb, einen Arbeitskreis zur „Zukunftssicherung des Waldnieler Schulzentrums“ zu bilden. Der soll sich nicht nur mit einem Mensa-Neubau beschäftigen, sondern Lösungsansätze erarbeiten, wie das Schulangebot trotz sinkender Schülerzahlen erhalten werden kann. CDU, SPD und FDP unterstützen die Initiative. Im Schulausschuss deutet sich jedoch an, dass die CDU eine Diskussion über die Zukunft der Hauptschule Schwalmtal vor der Kommunalwahl gerne umgehen würde. Das könnte fatale Folgen haben. Aufgrund der vorliegenden Anmeldezahlen wird die Hauptschule im Schuljahr 2008/2009 nur noch eine Eingangsklasse bilden, und die Perspektiven für die nahe Zukunft sehen noch düsterer aus.

 

Manfred Böttcher (Grüne): „Die einfachste Lösung wäre: Haupt-und Realschule zusammenzulegen. Aber die Gemeinschaftsschule, wie sie die Landesregierung favorisiert, ist nicht unser Ziel. Warum sollen wir nicht neue Wege gehen?“ Die Umweltpartei steht zum dreigliedrigen Schulsystem, kann sich aber schulübergreifende Orientierungsstufen vorstellen. „Die Frage ist, wie kann dieses System mit immer weniger Kindern funktionieren?“ In den Nachbarkommunen sei die Situation nicht anders; auch dort wolle man künftig Schulen füllen. „Im Wettbewerb müssen wir die Attraktivität des Schulstandortes Schwalmtal stärken“, so Böttcher.

 

Fraktionschef Jürgen Heinen ist überzeugt, dass immer mehr Eltern die Schulwahl nach der Ganztagsversorgung treffen: „Für die junge Generation müssen Beruf und Familie vereinbar sein. Sie sieht in der Ehe keine Versorgungseinrichtung mehr.“ Diese Bedürfnisse sollten in die Zukunftssicherung des Schulzentrums einfließen, „die Mensa ist ein erster Schritt auf diesem Weg“.

 

Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.84 Datum: Donnerstag, den 10. April 2008 Seite: Nr.12

10. April 2008

Gut erreichbare Mensa

Schwalmtal (hs) Eine gemeinsame Mensa für das Gymnasium, Real- und Hauptschule soll das Schulzentrum Waldniel - unabhängig von der Diskussion über künftige Schulsysteme - schon bald attraktiver machen. Das Wie und Wo wollen Vertreter aller Ratsfraktionen und Schulen in einem Arbeitskreis erörtern. Die Grünen haben als Standort für die Mensa einen Anbau an die Rückwand der Aula des Gymnasiums in Richtung Realschule vorgeschlagen. Die Mensa wäre für alle gut erreichbar. Denkbar ist eine Anbindung ans Foyer der Aula. So ließe sich auch das Catering für gesellschaftliche Veranstaltungen in der umgebauten Aula lösen. Außerdem könnte die Gemeinde im Mensa-Anbau auf sanitäre Anlagen verzichten: Toiletten sind im Keller unter dem Foyer vorhanden.

 

Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.84 Datum: Donnerstag, den 10. April 2008 Seite: Nr.12

10. April 2008

Ganztagsschule

Elternwille Die Gesamtschulen im Kreis Viersen erleben zur Zeit einen regelrechten Run. Mehr als 500 Mädchen und Jungen mussten abgelehnt werden. Die Ganztagsbetreuung ist ein Argument, das aus Sicht vieler Eltern für die Gesamtschule spricht. Andere wehren sich gegen die frühe Aufteilung ihrer Kinder in die verschiedenen Schulformen. -

 

Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.84 Datum: Donnerstag, den 10. April 2008 Seite: Nr.12

10. April 2008

Mensa fürs Schulzentrum

Auf Initiative von Stephan Joebges, grünes Mitglied im Ausschuss für Schule, Kultur und Tourismus, Vorsitzender des Fördervereins der Gemeinschaftsgrundschule Waldniel,  hat der Rat der Gemeinde Schwalmtal einstimmig beschlossen, einen Arbeitskreis Schule zu gründen. Er soll sich mit dem Bau einer Mensa am St. Wolfhelm-Gymnasium und mit der Schwalmtaler Schullandschaft der Zukunft beschäftigen. Dies ist dringend nötig, weil die Hauptschule in ihrer Existenz gefährdet ist. Den Artikel aus den Grenzland-Nachrichten finden Sie hier

Silvia Löhrmann (MdL)
8. Juli 2004

Offene Ganztagsschule

Offene Ganztagsschule aber wie?" - Diese Frage diskutierten Silvia Löhrmann (Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW - siehe Foto), Elke Lorleberg (Rektorin der Gillbachschule in Rommerskirchen) sowie der Schwalmtaler Bürgermeisterkandidat Jürgen Heinen mit rund 60 Besucherinnen und Besuchern in einer Veranstaltung des grünen Ortsverbands am Mittwoch, 7. Juli 2004.