BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Nelkenweg 2
41366 Schwalmtal
Tel. 02163-20 17 64
Fax 02163-20 17 65
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Mit seiner Kritik, dass die mangelnde Unterstützung der Verwaltung zu den Startschwierigkeiten der Schwalmtaler Bibliothek hatte sich Manfred Böttcher Anfang 2009 eine gehörige Portion Ärger vom Bürgermeister und von einigen ehrenamtlichen HelferInnen eingeholt. Grund genug für ihn, nach einem Jahr Bibliothek in Schwalmtal deren Leiterin Ute Pieper in den Ausschuss für Schule, Kultur und Tourismus einzuladen, um eine erste Bilanz zu ziehen. Und die fiel am 29. Juni positiv aus. Das ehrenamtliche Team ist eingespielt und sehr engagiert, die Ausleihzahlen wachsen kontinuierlich an und die Veranstaltungen rund ums Lesen finden gute Resonanz. Die direkte Nachbarschaft zum Buchhandel erzeugt Synergieeffekte. Manfred Böttcher, selbst Nutzer der Bibliothek , hofft dass es auch in den stürmischen Haushaltszeiten gelingt, aktuelle und wichtige Medien den SchwalmtalerInnen zur Ausleihe zur Verfügung zu stellen.
Die neue Gemeindebücherei am Markt in Waldniel bietet einen Mehrwert gegenüber dem früheren Bücherbus. Zur Eröffnung gab es einen Tag der offenen Tür. Ab morgen können Bücher und anderen Medien ausgeliehen werden. VON WILTRUD WOLTERS
Schwalmtal Philipp Jakobs hat sich ein Buch und einen der kleinen roten Kinderstühle gepackt. Der Trubel um ihn herum interessiert den jungen Mann mit der Wilde-Kerle-Kappe nicht. Völlig in sich versunken gräbt er sich immer mehr in die Geschichte der ersten Menschen ein. Der kleine Zeigefinger wandert Zeile für Zeile mit. Der Neunjährige beschäftigt sich mit der Zeit der Sammler und Jäger. Der Platz in der neuen Bibliothek am Markt könnte für ihn ein neuer Lieblingsplatz werden. „In meinen Schrank zu Hause passen nämlich keine Wissensbücher mehr“, erklärt Philipp.
Auch Paula Lunden hat sich ihr Buch schon ausgesucht. Für die siebenjährige, frisch geschminkte Löwin muss es ein Pferdebuch sein. „Das steht da hinten“, sagt sie und betrachtet dabei stolz ihre neueste Errungenschaft: ihr Portraitfoto mit dem Löwengesicht.
Bibliothekarin Uta Pieper und Schwalmtals Bürgermeister Reinhold Schulz freuen sich auf viele solcher kleiner und großer Leseratten. Die Begeisterung über eine gelungene Eröffnung und das große Interesse beim Tag der offenen Tür in der Bibliothek am Markt steht ihnen ins Gesicht geschrieben. „Wir bieten unseren Bürgern einen Mehrwert“, erklärt Schulz.
Gerade durch die Kooperation mit Niederkrüchten sei dies sehr reizvoll. Nach dem Aus für den Bücherbus hatten sich Schwalmtal und Niederkrüchten 2007 für eine Zusammenarbeit entschieden. Mit Uta Pieper nahm diese Kooperation mit eigenen Bibliotheken und Niederkrüchten und Schwalmtal in den vergangenen Monaten Gestalt an. „Sie geht diese Aufgabe mit Schwung und Elan an. Das ist ein Glücksfall für uns“, sagt Schulz.
12000 Medien aus der Kreisbücherei sowie 4000 Medien aus der Bücherei der evangelischen Kirche haben Pieper und ihre rund 50 ehrenamtlichen Helfer in den vergangenen Monaten in die neue Bibliothek integriert. „Manchmal war das richtig hart“, gesteht die 32-Jährige. „Aber die Helfer stehen bedingungslos dahinter. Manche Sachen mussten wir drei Mal umräumen. Obwohl das Keiner toll fand, haben sie es getan“, erklärt Pieper.
„Alte Hündchen haben wir aussortiert. Manche Bücher, wie etwa Ratgeber in Rechtsfragen oder Reiseführer, dürfen ein gewisses Alter nicht überschreiten. Wir müssen unseren Bestand ständig aktualisieren“, sagt Pieper und deutet zum Beweis auf Stieg Larssons neues Taschenbuch „Vergebung“ hin. „Das ist erst seit einer Woche auf dem Markt“, sagt die Bibliothekarin.
Sie ist an diesem Tag der offenen Tür ein viel gefragter Gesprächspartner. Da geht es um Empfehlungen, um die Suche nach Büchern und den Bibliotheksausweis. Bürgermeister Schulz ist einer der Ersten, der sich diesen reservieren lässt. Bücher darf er sich allerdings erst ab dem morgigen Dienstag ausleihen. Dann öffnet die Bibliothek am Markt ab 14 Uhr erstmals zur Ausleihe ihre Pforten.
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.114
Datum: Montag, den 18. Mai 2009
Seite: Nr.12
Niederkrüchten (gala) Für die Gemeindebibliotheken in Elmpt und Waldniel ist eine neue Bibliothekarin eingestellt. Sie werde zum 1. Februar ihren Dienst aufnehmen, berichtete Bürgermeister Herbert Winzen in der Sitzung des Hauptausschusses am Dienstagabend. „Wir werden sie in der nächsten Ratssitzung vorstellen“, kündigte er an. „Der Betrieb wird nahtlos fortgeführt, die Eröffnung ist lediglich um drei bis vier Wochen verzögert.“ Zur Auflösung des Vertrages mit Karin Müller betonte Winzen nochmals: „Der Grund waren nicht fehlende Computer oder zurückgehaltenes Geld.“ Vehement verwahrte er sich erneut gegen den Eindruck, die Leistung der Ehrenamtler werde verkannt. Gestern waren in Elmpt bereits fünf Freiwillige mit Etikettierung von Büchern beschäftigt. Bei der Einrichtung helfe eine über Zeitvertrag beschäftigte Fachkraft.
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.24 Datum: Donnerstag, den 29. Januar 2009 Seite: Nr.18

„Kompletter Blödsinn und Polemik auf billigstem Niveau“ – so umschreibt Lothar Höckendorf unsere Stellungnahme zur
Kündigung von Karin Müller. Warum er den angeblichen Grünen-Blödsinn dennoch kommentiert, bleibt sein Geheimnis. Nicht hinterm Berg hält er allerdings mit seinen eigenen polemischen Talenten: Aus unserer Wiedergabe des Bibliothekarseindrucks von teilweise veraltetetem Medienbestand werden prompt 10.000 Bücher, die die Stadt Viersen für Schwalmtal in die blaue Tonne werfen soll. Unseren Hinweis auf die Landeszuschüsse für eine Bibliothek, die an eine hauptamtliche Kraft gebunden sind, dreht Höckendorf in eine öffentliche Herabwürdigung der Ehrenamtler um, die angeblich nur „Bücherstube“ können. Mit diesem Scheinbild marschiert er eindeutig weg von den Tatsachen hin in Richtung üble Nachrede. Und einen Tag nach dem Höckendorf-Interview meint auch Niederkrüchtens Bürgermeister Herbert Winzen sich von dieser grünen "Herabwürdigung" distanzieren zu müssen.
Besonders enttäuscht hat uns Bürgermeister Reinhold Schulz. Ausgerechnet auf seiner Neujahrsrede greift er die falschen Behauptungen Höckendorfs auf, um sich von den wenig hilfreichen und besonders unverantwortlichen Bemerkungen des grünen Kreisvorstands zu den Fähigkeiten der Ehrenamtler zu distanzieren. Da wir uns im Zusammenhang mit der Bibliotheksdiskussion überhaupt nicht zu den Fähigkeiten der Ehrenamtler geäußert haben, fordern wir den Bürgermeister auf, diese Passage seiner Rede zurückzunehmen. Sie beruht offenbar ausschließlich auf Höckendorfs blödsinnigen Übertreibungen. Dass Schulz seinen eigenen Neujahrsempfang vor den Preisträgern des Ehrenamts durch derartige Falschaussagen zu einem Wahlkampfgetöse macht, ist uns unverständlich.
Auch wir Grünen wissen, dass hochkompetente und fachlich versierte Ehrenamtler(innen) – - selbst eine ausgebildete Bibliotheksfachkraft ist im Team - sich gemeinsam mit Karin Müller mit größtem Engagement auf den Weg des Bibliotheksaufbaus gemacht haben.
Auch wir haben nicht vergessen, welch großartige Leistungen Ehrenamtler für die Gemeinde erbringen. Unser grüner Mitstreiter Stephan Joebges, der im vergangenen Jahr mit dem ersten Preis für bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet wurde, führt uns täglich den unschätzbaren Wert des Ehremamtes vor Augen.
Es war bestimmt nicht Schuld der Ehrenamtler, dass Schulungen abgesagt werden mussten, weil Computer nicht rechtzeitig bestellt worden waren oder versprochene Schulungsräume plötzlich nicht mehr zur Verfügung standen. Es war auch nicht deren Idee, das Geld für Neuanschaffungen erst mal zu sperren oder den Aufbau einer Fernleihe zurückzustellen. Wir sind überzeugt: Ehrenamtler können auch „Bibliothek.“ Vielleicht ist es ja die Verwaltung, die nur „Bücherstube kann“.
Auch auf Dauer gibt es für ehrenamtliches Engagement in den Bibliotheken viele Möglichkeiten: Vorlese- und Bastelnachmittage, Bringedienst, Bücherbasare, Autorenlesungen und und und ... – Ehrenamt macht Bibliotheken attraktiv.
Aber: Zum Kernbetrieb gehören geregelte Arbeitsverhältnisse, ausreichende Öffnungszeiten, genügend Personal und ein verlässlicher Vertretungsplan im Urlaubs- und Krankheitsfall.
Schwalmtal (biro) Die Neujahrsrede des Schwalmtaler Bürgermeisters Reinhold Schulz ist den Grünen vor Ort sauer aufgestoßen. Nun fordern sie Schulz zu einer "öffentlichen Korrektur seiner Neujahrsrede" auf, wie Manfred Böttcher, kulturpolitischer Sprecher der Grünen, und Fraktionschef Jürgen Heinen gestern mitteilten. "Schulz hat behauptet, dass die im Zusammenhang mit der Kritik an der Bücherei von den Grünen gemachten Bemerkungen zu den Fähigkeiten der Ehrenamtler besonders unverantwortlich und wenig hilfreich gewesen seien. Da sich die Grünen auch im Zusammenhang mit der Bibliothek nicht zu den Fähigkeiten der Ehrenamtler geäußert haben, muss Schulz diese Passage streichen, denn sie beruht nicht auf Tatsachen", heißt es in der Stellungnahme.
Die Grünen werfen dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Lothar Höckendorf, der sich zur Diskussion um die Bibliothek geäußert hatte, vor, ihnen das Wort im Munde verdreht zu haben: "Aus dem ,teilweise veralteten Medienbestand’ machte Höckendorf 10000 Bücher, die die Stadt Viersen für Schwalmtal in die blaue Tonne werfen soll. Den Hinweis der Grünen auf die Landeszuschüsse für eine Bibliothek, die an eine hauptamtliche Kraft gebunden sind, drehte Höckendorf in eine öffentliche Herabwürdigung der Ehrenamtler um, die angeblich nur ,Bücherstube’ können", so die Grünen weiter. "Mit diesem Scheinbild marschiert er eindeutig weg von den Tatsachen hin in Richtung üble Nachrede." Dass Schulz "diesen Blödsinn" auch noch aufgreife, "macht seinen eigenen Neujahrsempfang zum spalterischen Wahlkampfgetöse auf Kosten der Wahrheit und der demokratischen Kultur", so Böttcher.
Keineswegs seien die Grünen gegen ehrenamtliche Helfer, man habe nicht vergessen, man wisse um die Leistungen der Ehrenamtler in der Gemeinde Schwalmtal. "Wir sind überzeugt: Ehrenamtler können auch ,Bibliothek’. Vielleicht ist es ja die Verwaltung, die nur ,Bücherstube’ kann", so die Grünen.
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.16
Datum: Dienstag, den 20. Januar 2009
Seite: Nr.16
Niederkrüchten (wiwo) CDU-Fraktionsvorsitzender Franz Jansen geriet angesichts der Ausführungen von Marianne Lipp zur Bibliothek ins Grübeln: "Von dem Tag an, an dem im Kreiskulturausschuss die Auflösung der Kreisbibliothek in Kempen und die Einstellung des Angebotes durch den Bücherbus beraten wurde, hat sich die CDU Niederkrüchten mit diesem Thema beschäftigt. Wenn man die Aussagen von Frau Lipp liest, muss man sich fragen, welchen Sinn die Arbeit von Juli 2006 bis heute hat", sagte Jansen. Es habe eine Lösung gefunden werden müssen, die eine optimale Literaturversorgung kostenneutral zum Bücherbus ermögliche, erläuterte Jansen und erklärte, dass verschiedene Modelle unterschiedlichster Art diskutiert wurden. "Dem Vorschlag der Verwaltung sind wir gerne gefolgt. Mit dieser Version wurde der Laurentiusmarkt in Elmpt aufgewertet, gleichzeitig wurden alle Voraussetzungen für derartige Anlagen geschaffen", sagte Jansen und wies entschieden den Vorwurf zurück, dass sich die CDU-Fraktion zu wenig Gedanken zur Bücherei gemacht habe.
Bürgermeister Herbert Winzen habe in "vorbildlicher Art und Weise" eine Lösung erarbeitet und den Rat stets informiert. Ferner kann Jansen nicht nachvollziehen, welche mangelnde Unterstützung kritisiert wird. Seiner Recherche zufolge laufe die öffentliche Literaturversorgung hervorragend. Die eingestellte Bibliothekarin habe in sehr unglücklicher Weise ihre Geschäfte geführt, sagt er. Die Arbeitsaufteilung, je zur Hälfte von Niederkrüchten und Schwalmtal, zeuge von einer hervorragenden Ergänzung der Verwaltungen. "Als Fraktionsvorsitzender unterstütze ich die Entscheidung", sagte Jansen. Die Aussage, Schwalmtals Bürgermeister Schulz sei zum Bittsteller in Niederkrüchten degradiert, ist seiner Einschätzung nach "eine Entgleisung der Kreis- und Kommunalpolitikerin, die einer öffentlichen Entschuldigung bedarf". "Als Ratsmitglied von 1988 mit Unterbrechungen bis zum heutigen Tage muss ich feststellen, dass in unserer Gemeinde das Gebot der Fairness galt. Warum die Grünen ausbüchsen, weiß nur Frau Lipp", sagte Jansen. Seine Fraktion werde alles daran setzen, dass das Projekt Bücherei kurzfristig zum Ende gebracht werde. Jansen: "Der Bürger wird über eine derartige Einrichtung in unserer Gemeinde erfreut sein."
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.16
Datum: Dienstag, den 20. Januar 2009
Seite: Nr. 16
So richtig ernst genommen wurde er wohl nicht, der 2007 gefasste Beschluss des Kreiskulturausschusses, den Bücherbus für Schwalmtal zum 31.12.2008 einzustellen. Jetzt zeigt sich, dass es ein Fehler war, eine engagierte Bibliothekarin einzustellen, aber deren Konzepte nicht politisch abzusichern. Ihr Frust stieg, sie machte Fehler und wurde von der Verwaltung ausgebremst. Mehr dazu
Die Eröffnung der geplanten Büchereien in Elmpt und Waldniel verzögert sich. Grund ist die Kündigung von Bibliothekarin Karin Müller.
Elmpt/ Waldniel (dka). Vor wenigen Monaten noch stellten Niederkrüchtens Bürgermeister Herbert Winzen und dessen Schwalmtaler Amtskollege
Reinhold Schulz Diplom-Bibliothekarin Karin Müller als Leiterin der neuen Einrichtungen vor. Als „personifiziertes Dach“, wie es damals Bürgermeister Winzen ausdrückte, sollte sie sich um die Geschicke der neuen Büchereien am Laurentiusmarkt in Niederkrüchten-Elmpt und am Marktplatz in Schwalmtal-Waldniel kümmern. Seite an Seite mit ehrenamtlichen Helfern. Freiwillige Mitarbeiter haben sich schon einige gemeldet wie sowohl die Gemeinde Schwalmtal als auch die Gemeinde Niederkrüchten mitteilten. Dennoch, die anvisierten baldigen Eröffnungen der Büchereien haben sich auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben. Karin Müller ist weg. „Sie hat aus persönlichen Gründen ihr Dienstverhältnis beendet“, erklärt Hans-Willi Cüsters von der Gemeinde Niederkrüchten auf Anfrage des Extra Tipps. Sie musste scheitern- das jedenfalls befinden die Grünen im Kreis Viersen. „Wie es scheint, haben beide Gemeindeverwaltungen die engagierte Diplom-Bibliothekarin Karin Müller so wenig unterstützt, dass sie mit dem ursprünglich gemeinsam getragenen Bibliothekskonzept scheitern musste“, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen-Kreisvorsitzenden Marianne Lipp und Manfred Böttcher vom Ortsvorstand Schwalmtal. Weiter heißt es in der Stellungnahme, dass „eine einzige Bibliothekarin ohne hauptberufliche Assistenz nur unterstützt durch ehrenamtliche Kräfte diesen Herausforderungen bei angestrebten Öffnungszeiten von 40 Stunden pro Woche unmöglich gerecht werden“ könne.
Solche Erkenntnisse könne man nur erhalten, wenn man sieht, „wie es in der Praxis läuft“, entgegnet Hans-Willi Cüsters. Nun seien beide Gemeinden bemüht, schnell einen passenden Nachfolger für Karin Müller zu finden. Erst dann können die Einrichtungen eröffnet werden. Eigentlich sollte der Betrieb in Elmpt Anfang Februar und in Waldniel Ende Februar/ Anfang März aufgenommen werden.
In Sachen Bücherversorgung sieht es nun mau aus, schließlich wurden auch die Fahrten des Bücherbusses eingestellt. Bleibt wohl also kaum etwas übrig, als etwas weiter zu fahren oder einfach abzuwarten, bis es in den Büchereien endlich losgehen kann.
Quelle: extratipp am Sonntag vom 18.1.2009, Seite 3
Niederkrüchten. Die Kritik der Grünen-Kreistagsabgeordneten und Ratsfrau Marianne Lipp und des kulturpolitischen Sprechers, Manfred Böttcher, am Bibliotheks-Aufbau in Elmpt und Waldniel hat Bürgermeister Herbert Winzen scharf zurückgewiesen. Vor allem den Eindruck, die Politik habe nur eine „Bücherstube“ im Sinn, und der Schwalmtaler Bürgermeister Reinhold Schulz sei zum „Bittsteller degradiert“, widerlegte er im Gespräch mit Gabi Laue.
Herrschte zwischen Ihnen und Schulz stetiges Einvernehmen in Sachen Gemeindebibliotheken?
Die Grünen vermuteten, dass Frau Müller zu wenig unterstützt wurde.
Sind die Computer jetzt da?
Was hat Sie am meisten verärgert?
Hat sich in der Personalfrage etwas bewegt?
Schwalmtal (RP) Die CDU Schwalmtal reagierte „mit großer Betroffenheit“ auf die Kündigung der Bibliothekarin. „Wir haben sie bei den wenigen persönlichen Treffen als sehr engagiert und kompetent wahrgenommen“, sagte Fraktionsvorsitzender Lothar Höckendorf. „Sie hätte sich auf unsere volle Unterstützung verlassen können. Wir wollen hier über ihre Gründe nicht weiter spekulieren, dazu fehlen uns auch hinreichende Informationen. Was allerdings die Grünen daraus machen, kann nicht unwidersprochen bleiben.“
Es sei eine Dreistigkeit zu unterstellen, die CDU wolle insgeheim nur eine Bücherstube, und damit „unausgesprochen zu suggerieren, es habe an uns und dem Bürgermeister gelegen, die der Bibliothekarin so viele Steine in den Weg rollten, dass sie schließlich das Handtuch warf“. Höckendorf: „Das ist kompletter Blödsinn und Polemik auf billigstem Niveau.“
Die Grünen hätten behauptet, „Umbauarbeiten wurden verzögert“. Doch sie müssten wissen, dass Firmen Termine schon mal nicht einhalten und Zeitpläne ins Rutschen bringen. „Welch ein Stil, dahinter gleich eine politische Intrige zu wittern!“ Natürlich sei die Entscheidung richtig, in Kooperation mit Niederkrüchten eine eigenständige Bücherei aufzubauen. „Sind die Grünen wirklich so naiv zu glauben, die Stadt Viersen würde eine Nebenstelle in Waldniel hochmodern aufbauen und die nach Meinung von Herrn Böttcher veralteten 10 000 Medien, die uns der Kreis überlässt, in die blaue Tonne werfen?“ Da mache es mehr Sinn, die Bücherei in eigener Regie zu führen und die Regie nicht anderen zu überlassen. Eine Vernetzung mit anderen großen Büchereien schließe das doch nicht aus und wird angestrebt, das habe die CDU mehrfach betont. Ob der zur Zeit vorhandene Bestand wirklich so schlecht ist wie behauptet, dürfe bezweifelt werden.
Was die CDU besonders betroffen gemacht habe, sei die öffentliche Herabwürdigung der Ehrenamtler: „Fast 40 Frauen und Männer haben sich gemeldet und sind bereit, ihre Fähigkeiten und ihr Engagement einzubringen. Aber selbst unter Anleitung einer Fachkraft trauen die Grünen ihnen allenfalls zu, eine Bücherstube, nicht aber eine Bibliothek aufzubauen. Hat man vergessen, welch großartige Leistungen täglich Ehrenamtler für ihre Gemeinde erbringen, die von bezahlten ,Profis’ kaum besser erbracht werden könnten?“
Der Versuch, einen Keil zwischen das gute Einvernehmen der beiden Bürgermeister Reinhold Schulz und Herbert Wintzen zu treiben („Schulz zum Bittsteller in Niederkrüchten degradiert“), werde genauso scheitern wie der Versuch, die Bücherei am Markt madig zu machen. Lothar Höckendorf stellte klar: „Sie ist nicht in weite Ferne gerückt, ihr Start wird sich lediglich etwas verzögern.“
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.12
Datum: Donnerstag, den 15. Januar 2009
Seite: Nr.12
Die Grünen erneuern ihre Kritik an eigenen Büchereien für Niederkrüchten und Schwalmtal: Anschluss an eine professionelle Bibliothek wäre der bessere Weg gewesen als vor allem ehrenamtlich geführte Bücherstuben.
VON GABI LAUE
Niederkrüchten/Schwalmtal Auf die Kündigung der Bibliothekarin Karin Müller haben die Grünen-Kreisvorsitzenden Marianne Lipp (Niederkrüchten, kulturpolitische Sprecherin der Kreistagsfraktion) und Manfred Böttcher(Schwalmtal, kulturpolitischer Sprecher der Ratsfraktion) mit harscher Kritik an kommunalpolitisch Verantwortlichen reagiert: „Wir haben den Eindruck, dass sich die Bürgermeister und Mehrheitsfraktionen in Niederkrüchten und Schwalmtal bei der Auflösung der Kreisbücherei zu wenig Gedanken über die Erfordernisse einer zeitgemäßen Bibliothek gemacht haben.“ Die Schwalmtaler Grünen seien bereits vor einem Jahr mit ihrer Initiative gescheitert, technisch gut ausgestattete Zweigstellen der Viersener Bibliothek einzurichten.
Die noch im Sommer verbreiteten Planungen, zum 1. Januar 2009 eine gemeinsame Bibliothek an zwei Standorten zu eröffnen, seien nun hinfällig. Öffentliche Literaturversorgung in Schwalmtal und Niederkrüchten sei seit Wochen eingestellt. Die Grünen-Sprecher: „Wie es scheint, haben beide Gemeindeverwaltungen die engagierte Diplom-Bibliothekarin Karin Müller so wenig unterstützt, dass sie mit dem gemeinsam getragenen Bibliothekskonzept scheitern musste. Denn offenbar wurden Umbauarbeiten verzögert, Möbel und Computer viel zu spät bestellt, Etats für Anschaffungen und Hilfspersonal nicht freigegeben. Zeitpläne und Schulungstermine für Ehrenamtliche mussten daher verworfen werden.“ Dass Schwalmtals Bürgermeister in Sachen Waldnieler Bibliothek „zum Bittsteller bei seinem Niederkrüchtener Kollegen degradiert wurde“, habe auch damit zu tun, dass nur eine Bibliothekskraft eingestellt wurde, für die die Personalhoheit bei der Gemeinde Niederkrüchten lag. Bibliotheken hätten sich zum Dienstleistungsbetrieb entwickelt, der vielen Herausforderungen durch Internet, neue Medien, Qualitäts- und Kostenmanagement gerecht werden muss. Eine einzige Bibliothekarin ohne hauptberufliche Assistenz, nur unterstützt durch Ehrenamtler, könne diesen Herausforderungen bei Öffnungszeiten von 40 Stunden pro Woche unmöglich gerecht werden, hieß es in der Stellungnahme weiter. Es gehe um fast 35000 Bürger mit unterschiedlichen Informationsbedürfnissen, davon rund 8000 Kinder und Jugendliche, die für Schule und Ausbildung nach modernen Recherchemöglichkeiten suchen.
Böttcher: „Wir sind überzeugt, dass eine Vernetzung mit einer professionell geführten Bibliothek und Nutzung der vorhandenen Transportmöglichkeiten der Kreis- und Gemeindeverwaltungen der bessere Weg gewesen wäre, als auf eigene Lösungen zu pochen. Wir vermuten, dass den Verwaltungen und Mehrheitsfraktionen von Anfang an vorschwebte, mit übernommenen Altbeständen hauptsächlich ehrenamtlich geführte Bücherstuben anzubieten.“ Dann wäre der Begriff Bibliothek ebenso fehl am Platze wie eine Diplom-Bibliothekarin. Jugendliche und Erwachsene, die auf ein ernsthaftes Fernleih- und Informationsangebot angewiesen sind, müssten sich dann auf Dauer nach Mönchengladbach, Nettetal oder Viersen orientieren.
- /GABI LAUE
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.10 Datum: Dienstag, den 13. Januar 2009 Seite: Nr.16
Immer noch liegen 10000 der für Schwalmtal bestimmten Medieneinheiten der ehemaligen Kreisbücherei in der Kempener Stadtbibliothek herum, kritisieren die Grünen. Mittlerweile habe sich unter den Bibliothekaren im Kreis Viersen herumgesprochen, „dass der Bücher-Bestand, den die Kreisbücherei den Nachfolgern überlassen hat, ziemlich veraltet ist und den Anforderungen einer modernen Bibliothek teilweise nicht mehr gerecht wird“.
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.10 Datum: Dienstag, den 13. Januar 2009 Seite: Nr.16

Wie die Rheinische Post am 9. Januar 2009 berichtete, hat Karin Müller, hochgelobte und engagierte Bibliothekarin für Schwalmtal und Niederkrüchten, zu Beginn des Jahres 2009 „aus persönlichen Gründen“ gekündigt. Offenbar steckt wohl auch eine gehörige Portion „Frust“ hinter dieser Kündigung.
Denn die Bürgermeister und Mehrheitsfraktionen in Niederkrüchten und Schwalmtal haben sich bei der Auflösung der Kreisbücherei offensichtlich zu wenig Gedanken über die Erfordernisse einer zeitgemäßen Bibliothek gemacht. Die Schwalmtaler Grünen sind schon vor über einem Jahr mit ihrer Initiative gescheitert, technisch gut ausgestattete Niederkrüchtener und Schwalmtaler Zweigstellen der Viersener Bibliothek einzurichten. Grund waren die unerklärlich hohen CDU-Mauern eines „Mit den Viersenern niemals“- und „Das schaffen wir allein“ – Dogmas. Jetzt sieht es fast so aus, als sei das Schwalmtaler Kirchtumsdenken gescheitert.
Zu wenig Unterstützung?
Die noch im Sommer 2008 verbreiteten Planungen, zum 1.1.2009 eine gemeinsame Bibliothek an zwei Standorten zu eröffnen, sind mittlerweile hinfällig. Die öffentliche Literaturversorgung, Leseförderung und literarische Kulturarbeit in Schwalmtal und Niederkrüchten sind seit Wochen eingestellt. Fernleihe, Lesungen und Angebote für die Schulen und Kindergärten sind in weite Ferne gerückt. Wie es scheint, haben beide Gemeindeverwaltungen die engagierte Diplom-Bibliothekarin Karin Müller so wenig unterstützt, dass sie mit dem ursprünglich gemeinsam getragenen Bibliothekskonzept scheitern musste. Denn offenbar wurden Umbauarbeiten verzögert, Möbel und Computer viel zu spät bestellt, Etats für Neuanschaffungen und Hilfspersonal nicht freigegeben. Zeitpläne und angesetzte Schulungstermine für das ehrenamtliche Personal mussten daher verworfen werden. Dass der Schwalmtaler Bürgermeister in Sachen Schwalmtaler Bibliothek zum Bittsteller bei seinem Niederkrüchtener Kollegen degradiert wurde, hat auch damit zu tun, dass nur eine Bibliothekskraft eingestellt wurde, für die Personalhoheit bei der Gemeinde Niederkrüchten lag. Karin Müller hatte nicht einmal einen Schreibtisch in Schwalmtal und musste den Aufbau der Waldnieler Zweigstelle von Niederkrüchten aus managen.
Veralteter Bestand?
Immer noch liegen 10.000 der für Schwalmtal bestimmten Medieneinheiten der ehemaligen Kreisbücherei in der Kempener Stadtbibliothek herum. Mittlerweile hat sich unter den Bibliothekaren im Kreis Viersen herumgesprochen, dass der Bücher-Bestand, den die Kreisbücherei den Nachfolgern überlassen hat, ziemlich veraltet ist und den Anforderungen einer modernen Bibliothek kaum noch gerecht wird.
Gerade in den letzten Jahren haben sich Bibliotheken zu einem Dienstleistungsbetrieb entwickelt, der vielen Herausforderungen durch Internet, neue Medien, Informationsüberflutung, Qualitäts- und Kostenmanagement gerecht werden muss. Jeder Laie spürt: Eine einzige Bibliothekarin ohne hauptberufliche Assistenz - nur unterstützt durch ehrenamtliche Kräfte - kann diesen Herausforderungen bei angestrebten Öffnungszeiten von 40 Stunden pro Woche unmöglich gerecht werden. Denn schließlich geht es auch um fast 35.000 Bürger mit unterschiedlichen Informationsbedürfnissen, davon rund 8.000 Kinder und Jugendliche, die für Schule und Ausbildung nach modernen Recherchemöglichkeiten und Beratungsangeboten suchen.
Vernetzung
Eine Vernetzung mit einer professionell geführten Bibliothek und die Nutzung der bereits vorhandenen Transportmöglichkeiten der Kreis- und Gemeindeverwaltungen wäre wohl der bessere Weg gewesen als unbedingt auf eigenständige Lösungen zu pochen. Wir vermuten jedoch, dass den Verwaltungen und Mehrheitsfraktionen von Anfang an eher vorschwebte, mit übernommenen Albeständen hauptsächlich ehrenamtlich geführte Bücherstuben in den Ortskernen anzubieten. Zwar besser als gar nichts, aber dann wäre der Begriff Bibliothek ebenso fehl am Platze wie eine Diplom-Bibliothekarin. Zudem müssten die Gemeinden Niederkrüchten und Schwalmtal die erhaltenen Landesmittel für den Aufbau einer öffentlichen Bibliothek zurückzahlen. Schwalmtaler Jugendliche und Erwachsene, die für Schule und Beruf auf ein ernsthaftes Fernleih- und Informationsangebot angewiesen sind, müssten sich dann allerdings auf Dauer nach Mönchengladbach, Nettetal oder Viersen orientieren.
Aber bekanntlich liegt ja in jeder Krise eine Chance: Die Leiterin der Viersener Stadtbibliothek und der Schwalmtaler CDU-Fraktionsvorsitzende wohnen nur 600 Meter voeinander entfernt und können sich ja mal unverbindlich über moderne Bibliotheken unterhalten.Wenn daraus eine Initiative zum Aufbau von zwei neuen hochtechnisierten Zweigstellen ensteht, werden weder die Schwalmtaler noch die Niederkrüchtener Grünen „Ideenklau“ rufen, sondern die Initiative unterstützen und sich über die entstandenen politischen Mehrheiten freuen.
Weitere Informationen finden Sie hier
Überraschend hat Karin Müller, die Ende September von den Gemeinden Niederkrüchten und Schwalmtal als gemeinsame Bibliothekarin vorgestellt worden war, gekündigt. „Aus persönlichen Gründen“, hieß es gestern.
VON GABI LAUE
Niederkrüchten/Schwalmtal. Mit frischem Elan, gerade von der Fachhochschule Köln durchgestartet, hatte sich Karin Müller im Herbst als neue Leiterin der Gemeindebüchereien in Elmpt und in Waldniel vorgestellt. Wer ihr zuhörte, war beeindruckt: Enthusiastisch sprudelten Ideen nur so aus ihr heraus, wie die Büchereien künftig mit Leben gefüllt werden könnten. Doch noch in den Anfängen hat die aus Schwalmtal stammende Diplom-Bibliothekarin das Kapitel für sich geschlossen. „Aus persönlichen Gründen“, so erklärte gestern ihr Dienstherr, Niederkrüchtens Bürgermeister Herbert Winzen, habe sie „den Wunsch geäußert, über einen Auflösungsvertrag ausscheiden zu dürfen“.
Die Eröffnung der beiden neuen Gemeindebüchereien wird nun verschoben, eine neue Leiterin wird gesucht. Ursache waren wohl unterschiedliche Auffassungen über die Führung einer Bücherei. Dabei hatte Winzen an den Plänen der jungen Bibliothekarin, der alle Freiheiten zugestanden waren, nichts auszusetzen: „Das war absolut in Ordnung, an ihren Ideen gab es nichts zu kritisieren“, erklärte der Bürgermeister gestern. Bewusst habe er „frischen Wind“ haben wollen, jemanden, der wirbelt. In der Praxis allerdings gab’s zuletzt Irritationen. Es sei kein leichter Schritt gewesen, so Winzen, aber nun liefen bereits erste Gespräche mit Bewerbern, in Absprache mit der Gemeinde Schwalmtal. Bürgermeister Reinhold Schulz will die Bücherei in Waldniel, die sich planmäßig in der Umbauphase befindet, am 1. März einweihen. Die Inneneinrichtung befinde sich im Aufbau, berichtete er. „Ich hoffe, es tut sich schnell etwas.“ Mit in den Bestand einfließen werden Bücher der kleinen Bibliothek der evangelischen Kirche in Waldniel. Sie wird Kooperationspartner der Gemeindebücherei und gibt ihren Standort auf. Am Elmpter Laurentiusmarkt steht die Einrichtung komplett, alle Bücher aus dem Kempener Fundus waren im Dezember eingetroffen. Neues Buchmaterial ist bestellt. Mittlerweile wurden auch die PC geliefert und Programme installiert, die den Ausleihverkehr im Scanner-Verfahren abwickeln. Mit den Ehrenamtlern, die stundenweise Bücherei-Dienst leisten und Ausleihzeiten bis 20 Stunden pro Woche ermöglichen wollen, hätte bereits trainiert werden können. Nun muss die für den 24. Januar geplante Eröffnung in Elmpt auf Februar verschoben werden.
- /GABI LAUE
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.7 Datum: Freitag, den 09. Januar 2009 Seite: Nr.16

Es hätte besser beginnen können mit der neuen Schwalmtaler Bibliothek, die gemeinsam mit Niederkrüchten betrieben wird: Der für den 1. Januar 2009 geplante Start am Wadnieler Markt wird verschoben, das Ausleihen von Medien wird teurer als in Viersen oder Mönchengladbach, die Tarife konnte der Gemeinderat nur noch abnicken, weil die Niederkrüchtener sie viel früher politisch verabschiedet haben.
Grund genug für Manfred Böttcher und Stephan Joebges, im Ausschuss für Schule und Kultur am 3. Dezember 2008 eine Wiedervorlage der Gebührensatzung für Ende 2009 zu beantragen, um die Tarife familien- und benutzerfreundlicher zu gestalten. Der Beschlussvorschlag wurde einstimmig verabschiedet und im Rat am 16. Dezember 2009 bestätigt. Zuvor wiesen Maria Beiten und Jürgen Heinen nochmals auf die Notwendigkeit hin, die Satzung familienfreundlicher zu gestalten und das Verfahren besser mit Niederkrüchten abzustimmen.
Die bereits 2007 angekündigte Aufgabe des Bücherbusses zum 31.12.2008 wollten wir Grüne seinerzeit auch als eine Chance nutzen, in Form einer „hybriden Familienbibliothek“ neue Formen der Organisation und Zusammenarbeit auszuprobieren. Insofern waren wir froh, dass der Schwalmtaler Ausschuss für Schule, Kultur und Tourismus auf unsere Initiative den Bürgermeister aufgefordert hat, neben der von der CDU favorisierten Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Waldniel, auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Viersen und den umliegenden Gemeinden zu prüfen.
Wenn schon heute über 460 Schwalmtaler Bürger(innen) einen eigenen Leseausweis bei der Viersener Stadtbibliothek haben, warum sollten - so unsere damalige Überlegung -Schwalmtal und Viersen nicht gemeinsam versuchen, mit einem elastischen und strapazierfähigen Konzept, den Schwalmtalern vor Ort einen öffentlichen Zugang zu Information, Wissen und Bildung zu ermöglichen?“ Uns schwebte eine bedarfsorientierte, nicht an Katalogsystematik ausgerichtete kleine Zweigstelle mit Regalen und Bildschirmen vor. Sie hätte einen fachkundig ausgewählten Grundbestand vor allem an Kinderbüchern bereitgehalten. Vernetzte Computer hätten zudem einen Zugriff auf einen Elektronischen Lesesaal erlaubt, der vertiefende Recherche oder eine Bestellung aus dem Bibliothekskatalog ermöglicht. Für den Büchertransport häte eine Schwalmtaler Zweigstelle über den städtischen Botendienst logistisch angebunden werden können. Damalas favorisierten wir einen Standort im Schulzentrum, wo schon jetzt die meisten kulturellen Veranstaltungen stattfinden.
Und wenn es gelungen wäre, die kleine Bibliothek der evangelischen Kirche sowie Brüggen und Niederkrüchten mit entsprechenden Zweigstellen mit ins Boot zu holen, wäre die „hybride Familienbibliothek“ ein Modell für interkommunale Zusammenarbeit geworden, die wir Grüne schon lange wünschen.
Hoffen wir, dass sich die Schwalmtaler Bibliothekszweigstelle trotz des holprigen Starts zu einem lebendigen Kulturmittelpunkt am Waldnieler Markt entwickelt und die notwendige Zusammenarbeit mit der Gemeinde Niederkrüchten vertieft.
VON HELGA SEIFERT
Der Bücherbus des Kreises stellt zum Jahresende seinen Dienst ein. Auf Lesestoff müssen Schwalmtaler Bürger auch künftig nicht verzichten. Im ehemaligen Plusmarkt entsteht eine gemeindeeigene Bücherei am Markt.
Lesen bildet. Wie wichtig gerade das Lesen für die Entwicklung von Kindern ist, weiß Bürgermeister Reinhold Schulz aus der eigenen Familie: Seine Töchter haben von kleinauf viel und gerne gelesen. Vielleicht auch deshalb setzte sich Schulz vehement für eine eigene Bücherei in Schwalmtal ein, als er erfuhr, dass der Bücherbus des Kreises aufgeben wird. Für den 55-Jährigen stand von Anfang an fest, dass Schwalmtal seinen Kindern und Jugendlichen eine Alternative zu Fernsehen, Computerspielen oder Spielkonsolen bieten muss. Gemeinsam mit seinem Niederkrüchtener Amtskollegen Herbert Winzen wird ihm dies auch gelingen: Ab 1. Januar 2009 betreiben beide Gemeinden eine eigene Bücherei der Stufe 1 mit einer gemeinsamen hauptamtlichen Kraft und hoffentlich vielen ehrenamtlichen Helfern.
Auf der Suche nach einem geeigneten Standort gelang der Schwalmtaler Verwaltung ein Glücksgriff. Die neue Bücherei wird in Räume des ehemaligen Plusmarktes am Marktplatz einziehen. „Ein optimaler Standort“, bestätigt Fachbereichsleiter Gerd van Grimbergen. Die Gemeinde mietet 180 Quadratmeter des insgesamt 400 Quadratmeter großen Ladenlokals an. Die Umbauarbeiten übernimmt der Hauseigentümer, so dass die Gemeinde lediglich für die Ersteinrichtung aufkommen muss. Die belastet den hochverschuldeten Haushalt mit 60 bis 70 000 Euro aber immer noch enorm. Die Investition verringert sich allerdings noch um 70 Prozent Landeszuschuss in der Startphase. Die Personalkosten teilen sich Niederkrüchten und Schwalmtal. Die zukünftige Leiterin der neuen Bibliothek ist mit Karin Müller, eine Schwalmtalerin, bereits gefunden. Sie wird mit dem Aufbau der beiden Büchereien am Laurentius-Markt in Elmpt und am Markt in Waldniel ab September beginnen. „Der Medienstand wird in weiten Teilen aus dem Bücherbus übernommen. Wir gehen davon aus, dass die Schwalmtaler Bürger künftig unter 15 000 Büchern und modernen Medien wie CD, DVD oder Hörbuch auswählen können“, erläutert Gerd van Grimbergen. Er erhofft sich von einer gut geführten Bücherei eine Belebung für den gesamten Marktbereich. „Lesungen sowie Aktionen mit Kindergärten und Schulen tragen dazu bei, die Bücherei als Begegnungsstätte zu erleben, die aufzusuchen Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Spaß macht“, so der Fachbereichsleiter. Mit in den Bestand einfließen werden Bücher der kleinen Bibliothek der evangelischen Kirche in Waldniel. Van Grimbergen: „Sie wird Kooperationspartner der Gemeindebücherei und wird ihren Standort aufgeben.“
Zur Zeit läuft das Baugenehmigungsverfahren für die neue Bücherei, werden Brandschutzfragen geklärt. Bürgermeister Schulz freut sich auf die Eröffnung Anfang Januar: „Für die Schwalmtaler Bürger ist eine eigene Bücherei ein Gewinn.“
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