BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Nelkenweg 2
41366 Schwalmtal
Tel. 02163-20 17 64
Fax 02163-20 17 65
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152 Castorbehälter lagern in Jülich. Die Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager erlischt 2013. Die Castoren sollen mit Schwerlasttransportern über das Straßennetz nach Ahaus gebracht werden.
Jürgen Heinen, Kreistagsfraktion: „Das könnte etwa ein Jahr lang einen Transport pro Woche bedeuten. Die kürzeste Route von Jülich nach Ahaus führt direkt durch den Kreis Viersen.“
Marianne Lipp Vorstandssprecherin: „Die Strecke ist mindestens 160 km lang. Die in der lokalen Presse abgedruckte Route ist nicht bindend – der Transport kann auch über völlig andere Strecken verlaufen – niemand kann sich sicher fühlen.“
Jochen Schaumburg Vorstandssprecher: „Die GRÜNEN des Kreises Viersen fordern ein Ende des Umherkutschierens von Atommüll – auch für die Kugeln aus Jülich sollte es nur noch einen einzigen Transport geben: in das noch zu findende Endlager.“
Die GRÜNEN rufen gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Münsterland am Sonntag 18. Dezember 2011 zu einer Demonstration vor dem Zwischenlager in Ahaus auf. Weitere Aktionen im Kreis sind in Planung – Informationen in den Büros der Ortsverbände oder in der
Kreisgeschäftsstelle.
Garzweiler, das mittlerweile abgebaggerte Dorf steht heute - insbesondere im Umfeld der Umweltbewegung – als Synonym für die Zerstörung dörflicher Strukturen durch den Braunkohletagebau. Die Schriftstellerin und Journalistin
Ingrid Bachér hat in ihrem jüngst erschienen Empörungsroman
„Die Grube“ die menschlichen Folgen dieser gewaltigen Erdzerstörung beschrieben. Einer ihrer Mitarbeiter war Herbert Schäfer, der wesentlich an der Durchsetzung des Grundwassermonitorings für Brüggen, Niederkrüchten, Schwalmtal, Viersen und Willich beteiligt war. Es wurde 1998 in der wasserrechtlichen Erlaubnis für die Sümpfungmaßnahmen Garzweiler festgeschrieben, denn die Sümpfungsmaßnahmen, die erforderlich sind, um das Grundwasser abzupumpen, reichen weit über den Tagebau hinaus. Mit großem Aufwand wird Ersatzwasser mittels eines Systems von Rohrleitungen und Sickergräben in den Naturpark Schwalm-Nette geleitet. Und offenbar läuft dabei nicht alles nach Plan. Denn der Grundwasserspiegel in der Happelterer Heide ist seit 2002 um etwa 75 Zentimeter gesunken. Das Unternehmen ging im November zwischen Amern und Dilkrath mit einer Tiefenbohrung auf Ursachensuche. Bis zum Jahresende soll das Ergebnis vorliegen. In einem Leserbrief fordert Herbert Schäfer, dass der 2005 „stillgelegte“ Braunkohleunterschauss Nord wieder einberufen wird. Wenn sich die derzeitigen Befürchtungen rund um Happelter bewahrheiten, kann man dies aus Schwalmtaler Sicht nur unterstützen. Auch die grüne Kreistagsfraktion hat sich dieser Forderung angeschlossen, wie die
Rheinische Post berichtet. In einer
Tagung am 10. Dezember beschäftigte sich der BUND NRW mit den Perspektiven des Braunkohletagebaus. Lesen Sie mehr.
Der Vorwurf (des BUND) wirft die Frage auf, ob er zutreffend ist. Dazu einige Feststellungen: Am 10. Mai wurde der Umweltausschuss des Kreises durch Rainer Röder, Fachbereich Braunkohleangelegenheite, informiert, dass es im Bereich Happelter Heide zwischen Schaag, Brüggen, Amern und Lüttelforst zu einer Grundwasserabsenkung von 0,75 Meter seit 2002 gekommen ist. 1988 wurden im Kreis Viersen fünf Kommunen durch den Hauptausschuss des Braunkohleausschusses bei der Bezirksregierung Köln als sumpfungsbetroffen anerkannt. Dies basierte auf der Erkenntnis des Landesumweltamtes und der Naturschutzverbände, dass die Absenkung für den Tagebau Frimmersdorf West bei einer geplanten Ermittlung den Kreis Viersen erreichen würde.
Die Kreisverwaltung und die Gemeinde Niederkrüchten hatten seit 1981/82 eine kritische Haltung zu dem Vorhaben eingenommen. Aus den betroffenen Kommunen (Brüggen, Niederkrüchten, Schwalmtal, Viersen, Willich) wurden ab 1990 Mitglieder aus Rat und Verwaltung in den Braunkohleunterausschuss Nord entsandt - bis zu seiner Auflösung 2005. Michael Aach, CDU Viersen, ist jetzt einziges Mitglied im Hauptausschuss Braunkohle. Die Naturschutzverbände haben ebenfalls eine nicht stimmberechtigte Vertreterin. 1998 wurde die wasserrechtliche Erlaubnis für die Sumpfung Garzweiler I/II erteilt.
Mitglieder aus dem Kreis Viersen und die Naturschutzverbände drängten darauf, dass die Sumpfung durch ein fortzuschreibendes Monitoring begleitet wird. Offizieller Start für die Durchführung des Monitoring Garzweiler II war im September 2001. Der Monitoring-Bericht für 2010 liegt derzeit nicht vor. Durch eine vom BUND 1998 in Auftrag gegebene Bestandsaufnahme der Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt im Meinweggebiet infolge der Sümpfungsmaßnahmen konnte nachgewiesen werden, dass dort die Absenkungen größer waren als vom RWE zugegeben. Es ist meines Erachtens notwendig, dass die Gemeinderats- und Kreistagsmitglieder darauf drängen, dass der „stillgelegte“ Braunkohleunterausschuss Nord wieder einberufen wird. Schließlich geht es um die kritische Bewertung eines Vorgangs der Absenkung des Grundwasserspiegels und seine Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, der auch nachfolgende Generationen betreffen wird.
Leserbrief von Herbert Schäfer in der Rheinischen Post, Ausgabe Viersen v. 30.11.2011

Kreis Viersen (RP). Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) wirft der RWE Power AG vor, die Hintergründe ihrer Bohrungen im Raum Schwalmtal zu verharmlosen.
So verschweige das Unternehmen (es hieß früher Rheinbraun AG) "bewusst die großräumig betriebenen Absenkungen von Grundwasser, die irreparablen Auswirkungen gerade auf die internationalen FFH-Gebiete Schwalm-Nette, auf Biotope und Waldgebiete. Durch die Sümpfungen in den Tagebauen hänge "die gesamte Schwalm-Nette-Region am Tropf von RWE".
Neue Messstelle
Das Unternehmen richtet an der Kasender Straße in Amern eine Messstelle für Grundwasser ein und treibt Bohrungen in große Tiefe vor. Zu Beginn des Jahres war die Region von der Nachricht aufgeschreckt worden, dass im Happelter, einem Gebiet zwischen Nettetal, Brüggen und Schwalmtal, besorgniserregende Verluste des Grundwassers im oberen Horizont festgestellt worden waren.
Der BUND bedauert zwar die Geräuschentwicklung der Bohrungen für die Umgebung. Aber "gemessen an den durch den Braunkohleabbau für die gesamte Region verursachten Jahrhundertschäden für Menschen, Tier- und Pflanzenarten, für das Grundwasser und für die schützenswerten Feuchtgebiete an Schwalm und Nette" seien das "allenfalls Peanuts".
Der Umweltverband sorgt sich auch um die Nachhaltigkeit der Sümpfungen. Dabei wird Grundwasser aus den Abbaugebieten abgepumpt und in größerer Entfernung wieder in die Erde eingebracht. Er fürchtet, dass es RWE eines Tages nicht mehr gibt und die Politik sich für das Thema nicht mehr interessiere. Die Region drohe zu versteppen, zumal erst nach dem Ende der bis 2045 geplanten Abgrabung Schäden in vollem Umfang sicht- und spürbar würden.
Der BUND weist auch darauf hin, dass Braunkohle weltweit Klimakiller Nr. 1 sei und dass RWE Atemluft und Grundwasser irreversibel schädige. Dazu müssten etwa 45 000 Menschen ihre Heimat verlassen. "Auch unser BUND-Obst-Bongert nahe am Garzweiler-Loch wurde vor zwei Jahren enteignet und inzwischen abgegraben", erklärt BUND-Sprecher Horst Meister. Es komme einem politischen Offenbarungseid gleich, dass fast alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung im Kreis Viersen die Zerstörung einer ganzen Schwalm-Nette-Landschaft achselzuckend inkauf nähmen.
Der BUND fordere vom RWE-Konzern "endlich transparente und den Tatsachen entsprechende Informationen". Die Politik dürfe sich nicht länger von RWE durch deren Arbeitsplatz-Keule und der "...dann gehen die Lichter aus-Polemik" einschüchtern zu lassen.
Quelle Rheinische Post – Ausgabe Viersen v. 15.11.2011
Kreis Viersen (RP). Um die Tagebaue von Wasser frei zu halten, wird der Grundwasserspiegel abgesenkt. In Schwalmtal richtet die RWE Power derzeit eine Messstation ein. Sie soll zeigen, welche Auswirkungen die Absenkung des Wasserspiegels hat.
Mehrere Messsonden werden auf 230 Meter Tiefe herabgelassen, um Schwankungen des Grundwasserspiegels festhalten zu können. Die Arbeiten sollen in der kommenden Woche abgeschlossen sein.
Seit Ende vergangener Woche ist mächtig Betrieb auf dem Feld, das an der Kasender Straße in Amern in Richtung Heidweiher liegt. RWE Power bohrt dort, was das Zeug hält. Es soll eine Messstation für den Grundwasserstand entstehen. "Wir haben im gesamten Rheinischen Revier ein Netzwerk solcher Messpunkte", erklärt Manfred Lang, Pressesprecher bei der RWE Power. Das sei nötig, um die Auswirkungen des Kohleabbaus auf das Grundwasser immer im Blick zu haben.
Das Stichwort heißt Braunkohleförderung. Über die möglichen Auswirkungen der Abgrabungen auf den Grundwasserspiegel wird unter Naturschützern schon seit Jahrzehnten diskutiert. "Wir senken zum Teil den Grundwasserspiegel ab, damit die Tagebaue frei von Wasser sind", erzählt Lang weiter. Da müsse man natürlich schauen, was für Auswirkungen das an anderen Orten habe.
"Es ist alles in Ordnung"
Schon seit mehr als zehn Jahren gebe es das Monitoring im Gebiet Schwalm-Nette, in Wanlo stehe ein eigenes Öko-Wasserwerk. "Dort wird Wasser aufbereitet wie Trinkwasser und ber Verrieselungsanlagen verteilt, damit das Ökosystem des Feuchtgebiets intakt bleibt. Die Erfolge – so habe das Monitoring durch die Experten, an dem auch Niederländer beteiligt seien, ergeben – seien beachtlich. "Es ist alles in Ordnung mit dem Wasserhaushalt hier", sagt Lang.
Dass der zusätzliche Messpunkt nun bei Amern entstehe, habe auch nichts mit einer Schwachstelle oder einem negativen Vorfall zu tun. Man wolle halt ständig die Genauigkeit der Messungen verbessern, um schnell handeln zu können, falls sich Probleme ergäben. Bis Ende nächster Woche sollen die Bohrarbeiten noch dauern. Dafür, dass das manchmal auch laut ist, bittet die Firma die Anwohner um Entschuldigung. Jede Messsonde müsse nun einmal 230 Meter in die Tiefe reichen, um Schwankungen des Grundwasserspiegels beurteilen zu können. Und dafür braucht man schweres Gerät. "Eine Messsonde ist nicht vergleichbar mit einem Brunnen, wie man ihn für den Garten bohrt", erklärt Lang. Sie sei nicht dazu da, Wasser an die Oberfläche zu fördern.
Wenn die Bohrgeräte abgerückt sind, werde man kaum noch etwas davon sehen, dass in Schwalmtal die Vorgänge in der Erde beobachtet werden. "Da kommt ein kleiner Kopf drauf, eine Messstation daneben", erläutert Lang. "Die Daten werden dann an eine Zentrale übermittelt und ausgewertet."
Quelle: ANNE GOCH – RP Viersen v. 10.November 2011
Nettetal (RPO). Seit etwa 2002 ist der Grundwasserspiegel um rund 75 Zentimeter gesunken. Fachleute vermuten, dass sich Sümpfungsmaßnahmen des Braunkohletagebaus hier auswirken. RWE will mit Bohrungen Ursachen erforschen.
Der Grundwasserspiegel in der Happelterer Heide ist seit 2002 um etwa 75 Zentimeter gesunken. Verursacher ist möglicherweise die RWE Power AG (Rheinbraun) mit ihrem Tagebau Garzweiler im Süden von Mönchengladbach. Das Unternehmen wird auf Drängen des Kreises Viersen mit einer bis zu 250 Meter tiefen Bohrung auf Ursachesuche gehen. Bis zum Jahresende soll nach Angaben von Rainer Röder, Geologe in der Kreisverwaltung, das Ergebnis vorliegen.
Fachleute beschäftigt schon länger der "gelbe Fleck" in dem überwiegend landwirtschaftlich genutzten Gebiet zwischen Schaag, Brüggen und Amern. Zur Kontrolle der Auswirkungen des Braunkohleabbaus gibt es zahlreiche Messpunkte in Bohrungen mit unterschiedlicher Tiefe. So lange die Grundwasserstände in Ordnung sind, werden die kontrollierten Flächen auf Karten grün eingefärbt. Kritische Entwicklungen werden, angelehnt an die Farben einer Ampel, in gestuften Gelb- und Rotfärbungen angezeigt.
Kostbares Wasser
Wasserverbrauch Seit 1986 haben die das Happelter umgebenden Wasserwerke ihr Fördervolumen von 15 auf 10 Mio. m3 jährlich gesenkt.
Wirtschaft Die Wirtschaft senkte den Verbrauch zwischen 2000 und 2009 von 2,2 auf 1,3 Mio. m3.
Verlust auch am Lüsekamp
Gelb haben sowohl der Erftverband als auch das Landesumweltamt mit unterschiedlichen Messmethoden das wertvolle Naturschutzgebiet Boschbeektal/Lüsekamp in Niederkrüchten eingefärbt. Ursache ist ein nach Röders Angaben reparierbares Malheur: RWE hat zunächst zu viel Sümpfungswasser aus dem Tagebau in das Gebiet hineingepumpt. Als das erkannt wurde, reduzierte man den Zufluss – und drehte dann den Wasserhahn quasi ein bisschen arg zu. Seit 2009 wird wieder mehr gepumpt. RWE und die Fachleute sind überzeugt, dass der Wasserstand hier künftig stabil sein wird.
Unerwartet sind dagegen mögliche Auswirkungen auf der Happelterer Heide. So weit nördlich hatten Experten Sümpfungsfolgen nicht erwartet. Das Gebiet befindet sich im Einfluss mehrerer Wasserwerke (drei in Nettetal, je eins in Brüggen, Amern, Dülken und Venlo). Aber in den vergangenen Jahren haben alle deutlich weniger Wasser gefördert, weil private Haushalte und Gewerbe weniger abnehmen. An ihnen kann der Schwund nicht liegen Und auch die Landwirtschaft ist nach Röders Angaben nach eingehenden Untersuchungen aus dem Schneider.
So bleibt wohl nur RWE als Verursacher. Fachleute vermuten, dass ein Braunkohleflöz in etwa 250 Metern Tiefe unter der Happelterer Heide eine Lücke hat. Darunter befindet sich Wasser, dass normalerweise einen Druck nach oben aufbaut. Diese Wassersäule stützt auch die Feuchtgebiete an der Schwalm. Durch die Sümpfungen im Tagebau kehrt sich der Druck um, in der Tiefe fließt Wasser ab. Nach dem Prinzip kommunizierender Röhren sinkt dort, wo eine Verbindung zu höheren Schichten besteht, der Wasserspiegel. Bewahrheitet sich die Annahme, wird Rheinbraun Sümpfungswasser aus dem Tagebau auch auf der Happelterer Heide infiltrieren müssen, um den natürlichen Wasserstand herzustellen und zu stützen.
Quelle:Ludger Peters – RP- Ausgabe Viersen vom 12. Mai 2011

Während die Grünen nicht nur auf erneuerbare Energien und Atomausstieg, sondern auch den Netzausbau, den Wirtschaftsumbau oder die Diskussion von Lebensstilfragen setzen, betreiben die Niederrheinwerke schon fast eine Propagandaschlacht, um ihre RWE-Weste grün zu waschen.
Auch wenn nach der NVV-Fusion die Fakten dagegen sprechen, stellen sich die Niederrheinwerke gerade in Schwalmtal als der ökologisch und regional orientierte Versorger dar - offenbar um interessante Koppelgeschäfte vorzubereiten.
Hier die Rede, die der Grünen-Landesvorsitzende Sven Lehmann am 20. April auf der RWE-Hauptversammlung gehalten hat.
Mit der
Darstellung der Niederrheinwerke als ortsnaher Regionalversorger, der
auf erneuerbare Energien setzt, betreiben Thomas Gütgens und Frank Kindervatter Schönfärberei und zeichnen nur das halbe Bild. Seit der Gründung der Niederrhein-Kommunalholding scheffelt die andere Hälfte des Unternehmens viel Geld mit fossil-atomarer RWE-Politik. Auf der einen Seite beteiligen sich die Niederrheinwerke mit vergleichsweise geringen Mitteln an der Nettetaler ReEnergie Niederrhein, profitieren vom Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiter und verschaffen sich mit der Schwalmtaler Biogasanlage Krinsend und ihrer Nahwärmeversorgung oder mit diversen Bürgersolaranlagen ein positiv besetztes Öko-Image. Auf der anderen Seite sind die Niederrheinwerke und die kommunalen RWE-Anteilseigner an den Atomkraftwerken Biblis, Emsland oder Grundremmingen beteiligt, haben die Zahlungen an den Ökofonds zum Ausbau erneuerbarer Energien eingestellt, klagen gegen die vorläufige Biblis-Stillegung, gelten als größter CO2-Produzent Europas, der seit Jahren die Einspeisung erneuerbarer Energien ins Stromnetz verhindert und 2010 als unlauterer europäischer Lobbyist sowohl den „Worst Lobbying Award“ erhalten hat als auch zum "Dinosaurier des Jahres" gekürt wurde. Der Anteil der erneuerbaren Energien am RWE-Strommix liegt weit unter dem Bundesdurchschnitt. Wie der Konzern mit Orts- und Bürgernähe umgeht, lässt sich an den Umsiedlungen im benachbarten Braunkohletagebau anschaulich beobachten. Dass die Niederrheinwerke mit ihren Greenwashing-Werbekampagnen den Weg für profitable RWE-Investitionen im Raum Schwalmtal freischaufeln möchten, ist offensichtlich. Wer Niederrheinwerke sagt, sollte RWE mitdenken.

Kreis Viersen (lp) Die Mitgliederversammlung der Grünen auf Kreisebene beschäftigt sich am Samstag, 21. Mai, mit der Energiewende im Kreis. Diesen Fahrplan legte jetzt der Kreisvorstand der Partei fest. 25 Jahre nach Tschernobyl und im Jahr der Katastrophe von Fukushima werde die Energiewende den Parteitag auf vielfältige Weise beschäftigen. So werden Informationsstände über die Möglichkeit aufklären, zu zertifizierten Anbietern von Energie zu wechseln. „Wir fordern den einfachen Zugang für Verbraucher zu regenerativen Energien. Der Wechsel ist zwar heute schon möglich, aber warum gibt es im Kreis noch Versorger, die keinen lokalen Ökostromtarif anbieten?“ fragte die
Kreisvorsitzende Marianne Lipp. Städte und Kreise könnten als Vorbilder dienen. Die Grünen werden daher ein Wechsel zu zertifiziert atomstromfreien Anbietern in allen Räten und im Kreistag beantragen. Viele Städte und Gemeinden seien Anteilseigner bei Versorgern und Energiekonzernen. „Wir werden die Sensibilität dafür stärken: Die Bürgermeister und Landräte haben es in der Hand, wie die Energieriesen zur Atomkraft stehen“, erklärt Angelika Verkaar, wie Lipp Vorsitzende auf Kreisebene.
Energieeffizienz verbessern
Das werde allerdings erst der Anfang sein. Die Energiewende im Kreis bedeute kurz- und mittelfristig, die Energieeffizienz bei den Gebäuden, in der Industrie und im Verkehr zu verbessern. Langfristig seien Diskussionen über den gegenwärtigen Lebensstil zu führen. Zu untersuchen seien die Stadt-Umland-Beziehungen und der nachhaltige Umbau der Wirtschaft. Dabei werde es aber nicht um ständige Verlustdebatten gehen, sondern auch um neue Qualitäten.
| Publikation | Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH |
| Lokalausgabe | Rheinische Post Viersen |
| Erscheinungstag | Mittwoch, den 13. April 2011 |
| Seite | 19 |
Die Kempener sind auf dem richtigen Weg - egal ob von der Solarinitiative oder von den Grünen angestoßen: kein Atomstrom bei den Stadtwerken. Anders in Schwalmtal. Der Bürgermeister kann ohne politische Kontrolle Stromverträge ausschreiben und vergeben. Und jetzt ist nicht mehr Lichtblick der Stromlieferant für öffentliche Gebäude, sondern RWE.
Lesen Sie hier mehr über den Kempener Atomausstieg.
Bei ihrer Mitgliederversammlung hatte die SPD ein atomstromfreies Schwalmtal gefordert und die Vergabe des Stromliefervertrags durch die Gemeinde kritisiert. Die Gemeinde könne auch Vorbild sein, sagt die CDU. VON ANNE GOCH
Schwalmtal Mit ihrer Forderung nach einem atomstromfreien Schwalmtal bei der Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche hat die SPD eine größere politische Diskussion entfacht. Kämmerin Marietta Kaikos stellt nun noch einmal klar, warum die Vergabe des Stromliefervertrages an die RWE Rhein Ruhr AG aus Düren völlig rechtens war und zeichnet den Entstehungsweg nach. „Bis Ende 2005 hatten wir ganz normale Verträge mit dem örtlichen Stromlieferanten. Als Großabnehmer bekamen wir zehn Prozent Rabatt auf den Strompreis, das war üblich.“ Weil dann die Preise explodierten, habe man einen anderen Weg gesucht und europaweit ausgeschrieben - einen Dreijahresvertrag für die Jahre 2006 bis ?08. Möglich sei das nur gewesen, weil sich in dieser Zeit viele Grundlagen der Energiewirtschaft geändert hätten. Den Zuschlag damals hatte „Lichtblick“ erhalten, ein Anbieter vor allem regenerativer Energien. „Der Grund dafür war aber, dass dieser Anbieter der günstigste war“, sagt Kaikos.
Damals sei der Rat von ihrem Amtsvorgänger Gerd-Rudolf Schweinsberg sehr stark in die Entscheidungsfindung einbezogen worden, „weil ja alles neu war“. Diesmal habe man sich vor allem aus einem Grund gegen eine Mitarbeit des Rates entschieden: „Es gab einen sehr engen Zeitplan. Man muss die Zeit zwischen Ausschreibung und Zuschlag möglichst kurz halten. Je länger dieser Zeitraum ist, desto höher werden die Preise, weil die Energie-Unternehmen dann Sicherheitszuschläge in ihr Angebot einkalkulieren.“ Das ist für den Grünen-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Heinen kein Argument. „Das kann man so legen, dass da genau eine Ratssitzung zwischen liegt“, erklärt er. Sein FDP-Kollege Hans-Dieter Heinrichs sieht den Nutzen nicht. „Dann hätten wir es abnicken können, aber mehr kann der Rat doch ohnehin nicht tun.“ Gleichwohl hätte auch er es vorgezogen, „wenn da mehr kommuniziert worden wäre“. Heinen sieht das anders. „Man kann sich vorher über die Ausschreibung unterhalten, darüber, ob man hineinschreiben will, dass der Anbieter keinen Atomstrom liefern soll.“ Heinen kündigt an, dass die Grünen in absehbarer Zeit die Zuständigkeitsordnung der Gemeinde, die diese Vergabe möglich machte, ändern lassen wollen. „Denn als wir sie so beschlossen haben, da hatte das komplette Schulzentrum noch Ölheizungen, und da wollten wir dem Bürgermeister ermöglichen, zu günstigen Tagespreisen Heizöl einzukaufen“, sagt er. An den Abschluss langfristiger Lieferverträge sei dabei nie gedacht gewesen. „Da hat die SPD eine ziemlich lange Leitung“, sagt CDU-Fraktionschef Lothar Höckendorf. Die Vergabe des neuen Stromvertrags sei immerhin schon vor anderthalb Jahren gewesen. Dass es bis dahin Öko-Strom war, den die Gemeinde bezog, sei reiner Zufall gewesen. „Damals hat keine Fraktion beantragt, nur Öko-Strom zu nehmen“, betont Höckendorf.
Wenn der aktuelle Vertrag 2012 auslaufe, sei er offen dafür, angesichts der aktuellen Situation einmal darüber zu diskutieren, ob man in Zukunft als Gemeinde nur Strom ohne Atomkraft geliefert bekommen möchte. „Ich kann mir vorstellen, dass es sinnvoll ist, dass die öffentliche Hand hier ein Signal setzt“, sagt er. Allerdings mit der Einschränkung: „Wenn es finanziell machbar ist.“
| Publikation | Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH |
| Lokalausgabe | Rheinische Post Viersen |
| Erscheinungstag | Dienstag, den 29. März 2011 |
| Seite | 16 |

Rund 150 Menschen folgten dem kurzfristigen Aufrauf des Grünen Ortsverbands in Kempen "Lichterkette für Japan und Demo mit Kundgebung gegen die Atomenergie" Gemeinsam gedachten die Menschen am 18.März bei Regenwetter den Opfern des Erdbebens, des Tsunamis und der Unfälle in den Atomanlagen in Japan. Die Wegstrecke der Lichterkette und der Demonstration gegen die Atomenergie führte vom Franziskanerkloster (Burgstraße 19, 47906 Kempen) zum Buttermarkt. Um ca. 19:30 Uhr schloss sich eine Kundgebung an.
Redner bei dieser Kundgebung waren
Lesen Sie
hier den Bericht aus der Rheinischen Post.

Die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW tritt den Klimaschutz mit Füßen. Unter Ministerpräsident Rüttgers wurden jegliche Klimaschutzvorgaben aus dem Landesentwicklungsgesetz vor allem deshalb gestrichen, damit der inzwischen gerichtlich gestoppte Bau des Kohlekraftwerks Datteln weitergeführt werden kann.
Es ist ein Skandal, dass durch die willkürliche Änderung von Gesetzen versucht wird, klimaschädliche Projekte aus politischen Interessen durchzusetzen", erklärt Manfred Böttcher, Vorsitzender des Schwalmtaler Ortsverbands. "Deshalb unterstützen wir Grüne in Schwalmtal das Bündnis der Klima-Allianz und fordern gemeinsam mit den über 90 Mitgliedsorganisationen ein Landes-Klimaschutzgesetz für Nordrhein-Westfalen. Ziel ist, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und erneuerbare Energien zu fördern."
In keinem Bundesland entstehen so viele Tonnen Treibhausgas wie in NRW - pro Kopf sind es durchschnittlich sechzehn, der Bundesdurchschnitt liegt bei 10 Tonnen pro Jahr. "Anstatt sinnvolle Maßnahmen zu entwickeln, setzt die Landesregierung auf den Bau von neuen Kohlekraftwerken, in den nächsten Jahren sind elf Neubauten geplant . Wir sagen: Bei einem konsequenten Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung in Nordrhein-Westfalen brauchen wir keine neuen Kohlekraftwerke. Selbst modernste Kohlekraftwerke setzen bei der Produktion von einer Kilowattstunde Strom aus Braunkohle etwa 950 Gramm CO2 frei. NRW darf nicht länger das energiepolitische Schlusslicht bleiben - ein Klimaschutzgesetz mit Maßnahmen gegen umweltschädliche Energieträger muss her! Dafür sammeln wir Unterschriften
Hier können Sie unterzeichnen.

Ende April 2010 haben die Niederrheinwerke angekündigt, dass die Städte Mönchengladbach und Viersen eine gemeinsame Holding gründen wollen, um die Marktposition der Niederrheinwerke und der Niederrheinische Versorgung und Verkehr AG (NVV) zu stärken. Seitdem ist Unruhe im stagnierenden Energiemarkt, bei der Gas- und Wasserversorgung und im öffentlichen Nahverkehr zu spüren. Auch in Schwalmtal stellt man sich die Frage, ob die neue Tochtergesellschaft "Niederrheinwerke Schwalm-Nette" womöglich unsere Schwalmtalwerke ganz übernehmen will.
2006 „schluckten“ die Niederrheinwerke die Erdgasversorgung Schwalmtal und sind seitdem für die Betriebsführung des Gasnetzes und für die Abrechnung zuständig. Seit 2009 ist die „Stromoffensive“ der neuen „Schwalm-Nette“ – Tochter in unserer Gemeinde nicht mehr zu übersehen. Angeblich laufen bereits Gespräche darüber, weitere Elemente der Schwalmtaler Ver- und Entsorgung zu übernehmen. Auch in Nettetal, Grefrath und Kempen werden die BürgerInnen hellhörig. Wollen Mönchengladbach und Viersen gemeinsam die kleinen Stadt- und Gemeindewerke „platt machen“? Sind dezentrale Kooperationen bestehender Unternehmen nicht besser für den Kreis Viersen? Dies waren Fragen, der jüngst die grüne Kreiskonferenz nachging. Die grünen Orts- und Fraktionsvorstände aus dem Kreis waren sich einig: Vernetzung und Kooperation der Kleinen ist besser als sich den Interessen Viersens, Mönchengladbachs und der RWE auszuliefern. Lesen Sie hier mehr von der Pressekonferenz...
Die Grünen lehnen die Fusion der Niederrheinwerke mit der NVV Mönchengladbach und den Verkauf von Gemeindewerken ab. Sie wollen die Netze wieder vollständig kommunalisieren und RWE-Einfluss zurückdrängen.
Kreis Viersen Stadt- und Gemeindewerke sollten auf Kreisebene Kooperationen eingehen. Den Vorschlag machen die Grünen als Alternative zu Bestrebungen der Viersener Niederrheinwerke, mit der Mönchengladbacher NVV zu fusionieren. Unternehmen mit anderer Beteiligung sollten in die kommunalen Hände zurückgeführt werden - inklusive der Netze.
„Wir verstehen unseren Vorschlag als Gegenpol zu den Aktivitäten der Niederrheinwerke“, erklärte gestern die Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Marianne Lipp. Grundlage ist ein Beschluss der Kreiskonferenz vom vergangenen Wochenende. Die Fraktions- und Parteivorsitzenden der Grünen sind sich darin einig, dass die Daseinsvorsorge in kommunaler Hand bleiben muss. Das betrifft die versorgung mit Strom, Gas und wasser, die Entsorgung und auch den Nahverkehr. Gleichzeitig wollen die Grünen den wachsenden Einfluss des Energieriesen RWE stoppen und wenn möglich zurückdrängen.
Es gebe „nichts Sensibleres als Stadtwerke“, meint der Schwalmtaler Gemeinde- und Kreispolitiker Jürgen Heinen. Die Grünen könnten den Widerstand der anderen Städte und Gemeinden gegen die Hochzeit der Niederrheinwerke und der NVV sehr gut nachvollziehen. Daher sollten Gemeindewerke ihre Selbstständigkeit bewahren, aber in einem ersten Schritt Kooperationen eingehen, um unter dem wachsenden Wettbewerbs- und Investitionsdruck leistungsfähig zu bleiben. Dies verhindere den drohenden Verkauf der Schwalmtalwerke AöR oder der Gemeindewerke Grefrath. Möglich ist nach Auffassung der Grünen auch der Rückkauf der Netze, die nicht mehr in kommunaler Hand sind, sowie von Gesellschaftsanteilen, die beispielsweise in Viersen und Willich nicht mehr vollständig der Stadt gehören.
„Durch eine Zusammenarbeit werden Stadtwerke und die kommunale Familie im Kreis als region gestärkt. Von der Wertschöpfung aus Energie und Dienstleistung profitierten alle“, erklärt Marianne Lipp. Sinnvolle Unterstützung leisten kann nach Auffassung der Grünen dabei die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises. Konkret hat die Partei dabei die dezentrale Energieerzeugung im Blick. Vorreiter könne das Projekt „Sonnefeld statt Rollfeld“ auf dem früheren Militärflughafen in Elmpt sein.
Die Grünen wollen die im Kreistag vertretenen Parteien für ihren Vorschlag gewinnen. Es müsse möglich sein, die Chancen einer Kooperation auszuloten. „Entscheidungen treffen in solchen Fragen immer Politiker und nicht Geschäftsführer“, erklärt Jürgen Heinen. Die müssten aber alle Alternativen kennen.
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.142
Datum: Dienstag, den 22. Juni 2010
Seite: Nr.9

Brüggen/Schwalmtal (tre) Beeindruckt zeigte sich jetzt der energiepolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, Reiner Priggen. Im Rahmen seiner „Energietour“ besuchte er die Baustelle der Biogasanlage Schwalmtal im Krinsend samt dem Schulzentrum Schwalmtal sowie die sich in Bürgerhand befindende Brachter Photovoltaik-Anlage auf den Dächern der Grund- und Gesamtschule. „Ich bin besonders vom Konzept der Biogasanlage beeindruckt“, äußerte er sich. Nicht nur das Gas an sich, sondern auch die entstehende Wärme werde gut genutzt. Damit spielte er auf das Schulzentrum Schwalmtal an, das mit dieser Biowärme beheizt, während das Gas ins offizielle Netz eingespeist werden wird. Als wahre Schönheit bezeichnete Priggen die Schuldächer. Er sei sich sicher, dass in 20 Jahren keine Dachpfannen mehr auf den Häusern wären, sondern nur noch Solarzellen.
Energieautark bis 2030
Damit startete Priggen einen Ausblick in die energetische Zukunft. In dieser sieht er nur noch Passivhäuser, die ohne Heizung auskommen und deren Dächer mit einer neuen Generation von Dünnschichtzellen überzogen sind. Zellen, die doppelt so effektiv sind wie heute und durch deren Leistung nicht nur der Strombedarf eines Hauses, sondern ebenfalls der zweier Elektrofahrzeuge gedeckt wird zuzüglich der Einspeisung von Kilowattstunden ins Netz. Kein Öl und Gas aus anderen Staaten, sondern Energie aus Schwalmtal. „Ein energieautarkes Schwalmtal im Jahre 2030 ist möglich. Es ist keine technische Frage mehr, sondern eine Frage, ob man es will“, bemerkte Priggen. Schwalmtal könne eine Energieexport-Region mit zahlreichen Arbeitsplätzen sein.
Überhaupt sieht der energiepolitische Sprecher gerade in der Wirtschaftskrise eine Chance für die regenerativen Energien, denn sie bedeuten Arbeitsplätze. Der Sektor sei so gefragt wie nie. Hier gelte es Chancen zu nutzen. Dass man in Schwalmtal auf dem richtigen Weg sei, das sah auch Jürgen Heinen, der Bürgermeisterkandidat der Grünen in Schwalmtal, so. Mit den Biogasanlagen, den Windrädern und einer Reihe von Solaranlagen auf den Dächern trage man unter anderem einen nicht unwesentlichen Beitrag zur CO2-Reduktion bei. Er sprach von Schwalmtal als autarkes Ökodorf. „Wir tun alles, damit es weiter geht“, versprach Heinen.
Dem schlossen sich die Bundestagskandidatin für den Kreis Viersen, Gaby Bailey, und die Landratskandidatin für den Kreis Viersen, Marianne Lipp, an. Reiner Priggen nutzte die Gelegenheit und warb zudem für die Anschaffung von Photovoltaik-Anlagen in privater Hand. Die Kosten für die Anlagen seien gesunken, die Zellen seien so günstig wie noch nie. Dazu kämen stabile Vergütungspreise. „Es ist eine gute Zeit, sich auf den Weg zu machen“, betonte er.
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Viersen Ausgabe: Nr.185 Datum: Mittwoch, den 12. August 2009 Seite: Nr.18
Lesen Sie
hier den Bericht der Grenzland-Nachrichten.

Unter Anwesenheit des Bürgermeisters Schulz fand heute der Spatenstich für die Biogasanlage im Schwalmtaler Krinsend statt. Sie wird über ein Blockheizkraftwerk jährlich 4,8, Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Die anfallende Wärme wird über ein Nahwärmenetz verteilt. Hauptabnehmer sind die Gemeinde und das Antoniuszentrum. Nicht nur Landwirte, auch Bürger(innen) können sich an der Biogasanlage beteiligen. Weitere Informationen erhalten Sie
hier .
Es war wohl doch mehr als der im Dezember 2007 nach der angeblich krankheitsbedingten Abstimmungsniederlage vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Lothar Höckendorf angekündigte formale Akt. Nach fast zweijährigen Diskussionen und drei Abstimmungsversuchen ist die CDU-Fraktion am 15. April im Rat endgültig mit ihrem Antrag gescheitert, die Amerner Kläranlage auf den Niersverband zu übertragen. Und das trotz einer absoluten Mehrheit. Offenbar hielten mindestens drei CDU-Ratsmitglieder unsere guten Argumente für stichhaltiger als die ihres eigenen Fraktionsvorsitzenden. Ein Sieg nicht für uns Grüne, sondern auch für die Schwalmtaler Gebührenzahler(innen) und die Mitarbeiter(innen) der Schwalmtalwerke!
Mit rund 50 Teilnehmer(inne)n fand am 21. März 2006 die Gesprächsrunde der Schwalmtaler Grünen "Mit Biogas in Schwalmtal reich werden?" statt.
Biogas als Energieträger hat offenbar Potenzial. Dies beweisen nicht zuletzt die rund 2.700 Biogasanlagen, die in Deutschland mit Gülle und nachwachsenden Rohstoffen Strom erzeugen. Auch in Schwalmtal soll eine neue Biogas-Anlage entstehen. Was ist überhaupt Biogas? Setzt das beschränkte Aufkommen an Gülle und Reststoffen der Biogas-Entwicklung nicht viel zu enge Grenzen? Oder sollen Energiepflanzen wie Mais oder Weizen gezielt zur Vergärung angebaut werden? Was ist mit dem Trinkwasserschutz? Was ist mit Holz als Einsatzstoff? Wie wird der Biogasstrom ins Netz eingespeist? Wie kann die anfallende Abwärme genutzt werden? Kann das Biogas auch ins Erdgasnetz eingespeist werden? Welche Chancen hat Biogas als Kraftstoff? Wie sicher sind die Biogasanlagen? Wie ist die Belästigung durch Lärm, Geruch und Lieferverkehr? Was ist mit Klimaschutz und Energiebilanz? Was kennzeichnet einen günstigen Biogas-Standort? Wie groß sollte eine wirtschaftlich und technisch vernünftige Biogasanlage sein? Kann sie nur als "privilegierter Bau im Außenbereich" geplant werden oder gibt es noch andere Möglichkeiten? Wie läuft das Genehmigungsverfahren ab? Wie wirtschaftlich ist die Biogas-Erzeugung? Wer verdient daran? Wie funktionieren Gemeinschaftsbiogasanlagen als Bürgerbeteiligungsmodell? Welche Möglichkeiten gibt es in Schwalmtal?
Es diskutierten und referierten u.a. Dipl. Ing. Ralf Block (
Bigatec GmbH) Dipl.Kfm. Fred Heyer (
ReEnergie Niederrhein GmbH) Dipl-Ing. Holger Weißen (
pro2 – Anlagentechnik GmbH).