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Die größte grüne Ratsfraktion im Kreis Viersen
6. Dezember 2011

Jochen Schaumburg bei den Schwalmtaler Grünen

Der Einladung der Schwalmtaler Grünen an den neuen Kreisvorsitzenden Jochen Schaumburg, am  5. Dezember seinen ersten Antrittsbesuch bei der größten grünen Fraktion im Kreis Viersen zu absolvieren, folgte er gerne.


Einig war man sich schnell, dass es besser wäre, wenn die geplanten Castor-Transporte durch den Kreis Viersen nicht stattfänden. Man müsse im Vorfeld alles tun, dass die radioaktiv verseuchten Brennelementekugeln solange in Jülich bleiben können bis ein atomares Endlager gefunden ist. Ein Transport von einem Zwischenlager in ein andres mache nach derzeitigem Erkenntnisstand keinen Sinn.


Deutlich wurde, dass  der nordrhein-westfälische Schulkonsens hat einiges Gute angestossen hat, aber auch Fragen hinterlässt, die sich lokal nicht immer zufriedenstellend klären lassen. Vielfach sind Fragen der konkreten, nachhaltigen Ausgestaltung eines kommunalen Schulangebotes erst durch einvernehmliches Handeln angrenzender Kommunen zu beantworten. Jochen Schaumburg möchte gerne eine Gesprächsrunde sachkundiger Schulexperten aus dem Westkreis einberufen, die sich eingehend mit diesem Themenfeld auseinander setzt. Ohne es überfrachten zu wollen, sollte auch das große Thema Inklusion, das auf der Kieler BDK richtungsweisende Impulse bekommen hat, in diesem Rahmen auf den Kreuis Viersen herunter gebrochen werden.

 

Das Thema "Grundwasserabsenkung und ihre Folgen" wird von den Medien und der Bevölkerung immer mal wieder, dennoch deutlich zu wenig wahrgenommen. Besonders die langfristigen Folgen der weiter stattfindenden Sümpfung durch RWE Power werden unzureichend und für die Menschen nicht nachvollziehbar dargestellt. Dieses Thema möchten die Kreisgrünen Anfang nächsten Jahres konkret aufgreifen..

 

Rechtsextremismus ist auch im Kreis Viersen ein Thema. Als Grüne stehen wir seit jeher für die Achtung aller Menschen. Dazu ist es oberste Priorität, rechtsradikales Gedankengut an der Wurzel zu packen und ein gesellschaftliches Klima von Toleranz zu erzeugen. In jeder Gemeinde, jeder Schule, jedem Verein.  Hierzu Konzepte reichen zu können und die Probleme auch als solche zu erkennen soll ebenfalls ein Thema sein, das die Grünen auf Kreisebene weiter diskutieren. Impulse dazu haben die Kieler Beschlüsse der Bundesgrünen und Gespräche mit dem Katholikenrat gesetzt.

28. November 2011

Kieler Aufbruch zum Wechsel

Martina Maaßen und Manfred Böttcher nach dem "Kieler Frieden"

In Aufbruchstimmung kehrten die drei Delegierten des Grünen Kreisverbandes Viersen am Sonntagabend vom Kieler Parteitag zurück. Dort haben sie eine  Reihe von Beschlüssen getroffen, um den aktuellen dramatischen Entwicklungen zu begegnen und die Grünen für eine  Regierungsbeteiligung im Bund 2013 (oder früher) fit zu machen. Dabei haben haben wir Grüne unser Profil als nachhaltige und verantwortungsvolle Partei der linken Mitte geschärft und gute und wichtige Eckpunkte für ein ökologisch-soziales Programm zur Politikwende in Deutschland verabschiedet. Auch für den Kreis Viersen brachte der Parteitag neue Handreichungen zum kommunalen Handeln.

Angelika Verkaar (Brüggen): "Mit unserem verabschiedeten Beschluss zum Thema Inklusion haben wir auch im Kreis Viersen eine gute Diskussionsgrundlage dafür, dass Menschen mit besonderen Handycaps gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können." Damit werde das Prinzip Integration weiterentwickelt. "Nicht nur die Menschen müssen sich der Gesellschaft anpassen sondern die Gesellschaft auch der Vielfalt der Menschen."

Nicht ganz durchsetzen konnten sich die NRW-Grünen mit ihren Vorstellungen zur kommunalen Finanzierung. Manfred Böttcher (Schwalmtal):  "Ich glaube dennoch, dass die jetzt geplante Kommission bis Ende 2012 eine gute Lösung für die Verteilung der Sozialkosten zwischen Bund, Ländern und Kommunen finden wird."

"Entschieden gegen Rechts!" ist ein anderer Beschluss überschrieben, der angesichts der rassistischen Morde an Dringlichkeit gewonnen hat. Jeyaratnam Caniceus (Kempen): "Er macht deutlich, dass wir im Kreis Viersen rechtsextremistische Aktivitäten nicht totschweigen dürfen sondern sie aktiv verhindern müssen, auch wenn sie im bürgerlichen Gewand daher kommen."

Die Teilnahme ihrer Grünen Landtagsabgeordneten Martina Maaßen unterstützte zusätzlich die Aufbruchstimmung der Viersener Delegierten. Denn: Böttcher und Maaßen beendeten mit dem "Kieler Frieden" ihren innerparteilichen Konflikt. 

20. November 2011

Neuer Kreisvorstand gewählt

Marianne Lipp und ihr neuer Kovorsitzender Jochen Schaumburg; Quelle: René Bongartz (Grüne Brüggen)

Gute Chancen für die notwendige Stärkung grüner Kreispolitik: 48 Kreisgrüne haben am vergangenen Samstag ihren Vorstand per Satzungsbeschluss auf 13 erweitert, fünf neue BeisitzerInnen und  den 34-jährigen Brachter Lehrer Jochen Schaumburg  mit 79 % zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er versprach mehr Offenheit und Transparenz.  Er will sich mit Hilfe der seit 20 Jahren als Vorsitzende aktiven Marianne Lipp einarbeiten und sich besonders um die Ortsverbände kümmern, die auf Kreisebene weniger in Erscheinung treten. Der Kreisvorstand besteht jetzt aus: Marianne Lipp (Vorsitzende), Jochen Schaumburg (Vorsitzender), Hermann-Josef Hüttermann (Kassierer), Stefan Schulze (Viersen), David Heinen (Schwalmtal), Fred Heyer (Nettetal), Stefan Tillmanns (Niederkrüchten), Angelika Verkaar (Brüggen), Elisabeth Schwarz (Tönisvorst), Barbara Flatters (Willich), Dr. Michael Rumphorst (Kempen), Renè Heesen (Grüne Jugend) und Dirk Driessen (Grefrath). Die Rheinische Post berichtete am 21. November über die Kreismitgliederversammlung.

 

Neben Personalentwicklung wird sich der erweiterte Vorstand wohl mit der im Frühjahr in Nettetal beschlossenen Energiewende beschäftigen:  Wie kommen wir aus dem Gehäuse der wachstumsfixierten Plunder- und Plündergesellschaft heraus? Wo können wir dezentralisieren und die Verantwortung für unsere Energieerzeugung selbst in die Hand nehmen? Was heißt gut und fair leben? Wie kommen wir mit Schrumpfungen und Rückgängen zurecht? Wo gewinnen wir neue Chancen aus den krisenhaften Entwicklungen? Was müssen wir jetzt vor Ort tun, um mit den Folgen des Klimawandels und der demographischen Entwicklung zu recht zu kommen? Wer durch die Weltklimakonferenzen, G8, G20 -Konfrenzen oder die Weltsozialforen oder das gegenwärtige Durcheinander bei der Eurokrise frustriert ist ahnt, dass nachhaltige und gute Politik von unten nach oben aufgebaut werden muss. Denn hier in Schwalmtal und Umgebung vollzieht sich ganz konkret der Wandel. Hier entsteht Handlungs- und Veränderungsdruck, wenn Bevölkerungsverlust, Alterung der Gesellschaft, Klimakrise, Energiewende und wirtschaftlicher Strukturbruch zusammentreffen. 

27. März 2011

Willkommen bei der grünen Dagegenpartei aus Schwalmtal!

(c) Gerd Altmann/Carlsberg1988 / pixelio.de

Vor einigen Wochen ist sie auch in den Kreis Viersen gekommen: die unterkomplexe CDU-Kampagne gegen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Wir können der CDU versprechen: Bis zu den Kommunalwahlen 2014 bleiben die Schwalmtaler Grünen eine Dagegen - Partei, wenn die CDU weiterhin den Waldnieler Ortskern vermurkst, die Gefälligkeitsplanungen zwischen Amern und Waldniel vorantreibt, die Elternbefragungen ausbremst, den Haushalt mit dubiosen Grundstücksverkäufen sanieren möchte oder Fragen der Jugendhilfe auf Sicherheit und Bürgerwehr um“münzt“. Das ist unser Wählerauftrag. Schließlich haben wir uns vor über 30 Jahren aus einer Protestkultur und Gegenbewegung gegründet. Und schaut man sich in Schwalmtal um, dann wird es unsere Aufgabe für "Schwalmtal 2020" sein, weiter gegen unsinnige und hochriskante Planungen der CDU zu kämpfen. Über 20% der Schwalmtaler Wählerinnen haben  uns bei der letzten Kommunalwahl zur zweitstärksten  Fraktion gegen den „schwarzen Block der absoluten Mehrheit" gemacht – und das verpflichtet uns nicht nur zur demokratischen Zusammenarbeit, sondern auch zu Kontrolle, Kritik und klarer Kante.

13. Juni 2011

Wann kommt „Das Bester für Schwalmtal“?

Claudia Foest in Emsdetten

Es war anstrengend, aber die Stimmung war super“, so lautet die Bilanz von Claudia Foest zur Landesdelegiertenkonferenz, die Ende Mai im münsterländischen Emsdetten stattfand. Claudia Foest ist eine von fünf Landesdelegierten des Kreises Viersen. „Besonders beeindruckend fand ich Wolfgang Pieper. Der strotzte vor Kraft und Energie.“ Wolfgang Pieper ist seit einem Jahr grüner Bürgermeister von Telgte (Kreis Warendorf) . Er  wurde im Mai 2010 mit überraschenden 71,5% gewählt, nachdem die Gemeinde ihre BürgerInnen innerhalb von neun Monaten zum dritten Mal  zur Bürgermeisterwahl an die Urne gebeten hatte. Erst waren Briefwahlunterlagen versehentlich in den Reißwolf gelangt, dann verfehlte der amtierende Bürgermeister die Mehrheit und schließlich überraschte der damals 48-jährige grüne Fraktionsvorsitzende mit der eigenwilligen Parole „Das Bester für Telgte“. Mit ihren gut 19.000 Einwohnern und ihrer ländlichen Lage kann die Gemeinde Telgte durchaus ein politisches Vorbild für Schwalmtal werden...

22. November 2010

Zufrieden mit Freiburg

v.l. Manfred Böttcher, Monika Schütz-Madré, Cem Özdemir, Jeyartnam Canicius

Aus kommunaler Sicht sehr positiv – so bewerten die grünen Kreisdelegierten Monika Schütz-Madré, Jeyaratnam Caniceus (beide aus Kempen) und Manfred Böttcher (Schwalmtal) den Freiburger Bundesparteitag. Neben Leitlinien zur Nahost-, Energie- und Gesundheitspolitik verabschiedete der „Arbeitsparteitag“ auch ein bundes- und europapolitisches Zukunftsprogramm für die Kommunen. Darin bekräftigen die Grünen die Notwendigkeit der öffentlichen Daseinsvorsorge als Grundlage lokaler Demokratie und politischer Teilhabe. Bildung, Kultur, Gesundheit, öffentlicher Verkehr oder Breitbandversorgung dürften nicht betriebswirtschaftlichen Effizienzkriterien unterworfen werden. Monika Schütz-Madré: „Der Grundsatz ‚Privat vor Staat‘ war falsch.“  Die Grünen wollen eine ökologisch und sozial faire und gerechte kommunale Auftragsvergabe, machen sich für Rekommunalisierung der Energieversorgung stark, begreifen Integration als kommunale Aufgabe und wollen selbständige Schulen in kommunaler Verantwortung. Manfred Böttcher  gibt zu bedenken: „Aber wer ehrlich rechnet erkennt: Den meisten Kommunen droht der finanzielle Zusammenbruch“. Als Abhilfe fordern die Grünen ein Ende der schwarz-gelben Steuersenkungspolitik, den Ausbau der Gewerbesteuer zu einer kommunalen Wirtschaftssteuer, die auch die Freiberufler mit einbezieht, die ökologische Ausrichtung der Grundsteuer oder eine grundgesetzliche Verankerung des Konnexitätsprinzips, das Jeyaratnam Caniceus so zusammenfasst:  „Die Ebene, die die Musik bestellt, muss sie in Zukunft auch bezahlen.“ In kurzen persönlichen Gesprächen mit Claudia Roth, Cem Özdemir und  Jürgen Trittin  hatte die Viersener Delegation in Freiburg  Gelegenheit, der grünen Bundesspitze einige Belange aus dem Kreis näher zu bringen.

22. März 2011

Gut leben in Schwalmtal - Grüne für Nachhaltigkeit und gegen Fraktionsparteien

Ortsvorstand 2011-2013

Maria Beiten und Manfred Böttcher stehen auch 2011 – 2013 an der Spitze der Schwalmtaler Grünen. Dies bestätigte die Mitgliederversammlung am Montag, 21.3.2011 einstimmig. Für die Parteifinanzen bleibt auch für die nächsten zwei Jahre Michael Heythausen zuständig. Auf eigenen Wunsch zog sich die Amerner Ratsfrau Hildegard Kroll aus dem erweiterten Parteivorstand zurück. Ihren Beisitzerposten nimmt nun Susanne Heinemann-Nieberding ein. Neu in den Parteivorstand gewählt wurde David Heinen als Vertreter der Jungen Grünen. Sein Vater Jürgen Heinen, Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, bleibt für weitere zwei Jahre im erweiterten Parteivorstand aktiv.

 

Im Rückblick auf die letzten zwei Jahre hoben Maria Beiten und Manfred Böttcher die guten Wahlergebnisse und die Erfolge in der Schwalmtaler Familien- und Energiepolitik hervor, kritisierten aber auch die CDU, die sich einer zukunftsorientierten Schulpolitik verweigert habe. „Ohne Rücksicht auf Elternwillen und ohne Rücksicht auf die partei- und gemeindeübergreifenden Absprachen hat die CDU eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Schullandschaft in Schwalmtal und Niederkrüchten ausgebremst und der Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden schweren Schaden zugefügt.“ Zukünftig will sich der Ortsverband mit den Fragen des guten Lebens und des nachhaltigen Wohlstands in Schwalmtal auseinandersetzen und an dem Projekt „Schwalmtal 2020“ mitarbeiten. Auch auf Kreisebene wollen sich die Schwalmtaler Grünen für die Parteiarbeit stark machen und sich dem spürbaren Trend zur Fraktionspartei entgegen stellen. Beiten und Böttcher sind sich einig:„Ohne eine starke und öffentlichkeitswirksame Parteiarbeit wird`s meist nichts mit Wahlerfolgen. Mit G8-Geheimverhandlungen, Debatten um Schlüsselzuweisungen und Kreisumlagen, mit Optionsmodellen oder WFG-Arbeitskreisen können wir Grüne zwar viel für den Kreis tun, aber neue Wähler und Wählerinnen gewinnen wir damit eher nicht!“ Lesen Sie mehr

Bilder aus Ahaus

Am 24. April nahmen Schwalmtaler Grüne an der Anti-Atom-Demo in Ahaus teil. Bilder sehen Sie hier

23. April 2010

Grüne Frauen "riskieren eine Lipp" für Martina Maassen!

v.l. Susanne Heinemann-Nieberding, Monika Proksch, Martina Maassen, Maria Beiten, Marianne Lipp, Hildegard Kroll
23. April 2010

Frauenpower im Schwalmtaler NRW-Wahlkampf

Freitag, 23. April 2010, 10 Uhr: "Grüne Frauen" aus Schwalmtal eröffneten gemeinsam mit der Landtagskandidatin Martina Maassen den Schwalmtaler Straßenwahlkampf. Nach dem erfolgreichen Frauenstand während des Kommunalwahlkampfs überzeugten die Kreis- und Kreistagsfraktionsvorsitzende Marianne Lipp ("Riskier mal eine Lipp"), die Ortsvorsitzende Maria Beiten sowie Hildegard Kroll, Susanne Heinemann-Nieberding und Monika Proksch  auf dem Waldnieler Markt vor dem Rathaus die MarktbesucherInnen von grüner Politik und riefen zur Unterstützung von Martina Maassen auf.

Weitere Infostände sind für Freitag, 30. April, 15 Uhr (Amern Kranenbachcenter) und Freitag, 7. Mai, 17 Uhr (Waldniel Kaiser's) vorgesehen - dann aber unter Beteiligung der "grünen Männer". Wegen der Anti-Atom Demonstration in Ahaus am 24. April, dem Maifeiertag am 1. Mai und dem Niederkrüchtener Bildungsbrunch am 8. Mai mit der NRW-Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann verzichten die Schwalmtaler Grünen diesmal auf die "klassischen Samstagsstände".

2. November 2009

Jamaika sorgt bei den Grünen für Diskussionen


VIERSEN Bei der Kreisdelegiertenversammlung der Grünen am Wochenende ging es um die Zusammenarbeit mit anderen Parteien. Fazit: Die Schwäche der SPD verhindert die gewünschten Mehrheiten jenseits von „Schwarz-Gelb“. Manfred Böttcher (Schwalmtal), gemeinsam mit Marianne Lipp (Niederkrüchten) Vorsitzender der Kreis-Grünen, wählte bei der Kreismitgliederversammlung der Grünen Auto-Vergleiche. Wenn er an seine Heimatstadt Viersen denke, sagte der gebürtige Dülkener, falle ihm zuerst BMW ein: „Böttcher muss weg.“ Dann habe Toyota im Mittelpunkt gestanden: „Nichts ist unmöglich.“ Nun lese er von einem „vertragslosen Jamaika-Bündnis gegen den SPD-Bürgermeister“. Da frage er sich, ob die Grünen nun in einem Opel „am Rande der Pleite“ oder in einem „Borgward für das schwarz-gelbe Automuseum“ unterwegs seien. Allerdings, fügte der Kreisvorsitzende hinzu, sei dies nur „meine Einschätzung ohne genaue Kenntnis der Hintergründe“.

In eine ähnliche Kerbe schlug Arvid Bell vom Bundesparteirat der Grünen. Der 25-jährige Euskirchener, der laut Böttchers Worten als „personalisierte Zukunft der Grünen“ gilt, lehnte Jamaika-Bündnisse ab: „Wir dürfen nicht das Ersatzrad spielen, wenn es für Schwarz-Gelb allein nicht reicht.“ Andererseits, gab der Parteistratege in seinem Impulsreferat zu, könne es durchaus Argumente für die Zusammenarbeit geben, wenn es mit der „erodierenden“, sich auflösenden, SPD keine „Machtoption“ gebe.

Norbert Dohmen von den Viersener Stadt-Grünen verteidigte die „Kooperation, nicht Koalition“ der Grünen mit CDU und FDP in der Kreisstadt. Die in Zeiten ihrer absoluten Mehrheit „fast diktatorisch regierende“ CDU habe sich in den vergangenen fünf Jahren grünen Positionen „deutlich angenähert“. Dagegen seien konstruktive Gespräche mit den Sozialdemokraten weder in der abgelaufenen Wahlperiode noch nach der Wahl möglich gewesen. Maria Dittrich wies ergänzend darauf hin, dass im Viersener Rat verhindert werden musste, dass „der NPD-Mann das Zünglein an der Waage spielt“.

Mit der SPD geht es nicht


Unterstützung fand die Position der Viersener bei Jürgen Heinen, dessen Schwalmtaler Grüne bei der Kommunalwahl mehr als 20 Prozent der Wählerstimmen erreicht hatten. Auch für ihn sei „Jamaika“ nicht erstrebenswert. Er sehe aber, dass es „mit der SPD nicht geht“. Allerdings hätten die Viersener Stadtgrünen bei der Ratswahl das schwächste grüne Ergebnis im Kreis erreicht. Die Zusammenarbeit mit CDU und FDP sei „gefährlich“, man müsse darauf achten, dass das „grüne Projekt“ deutlich wird.

Bei den Wahlen der vier Delegierten für die Landeskonferenz erreichte Manfred Böttcher 32 Stimmen. Je 31 Stimmen erreichten Jeyaratnam Caniceus (Kempen) und Maria Dittrich. Martina Maaßen aus Viersen erhielt 29 Stimmen.

- /FRANK SCHLIFFKE


Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Viersen
Ausgabe: Nr.255
Datum: Montag, den 02. November 2009
Seite: Nr.15

1. November 2009

Arvid Bell bei den Kreis-Grünen

Einen prominenten Gast begrüßten die Grünen Kreis Viersen auf Ihrer öffentlichen Mitgliederversammlung  am Samstag, 31. Oktober. Der Politikwissenschaftler Arvid Bell, Mitglied des Bundesparteirats und mit 25 Jahren viel beachteter junger Vordenker einer grünen Partei jenseits der früheren Realo/Fundi – Flügelkämpfe sprach zur Zukunft des „grünen Projekts“ und erläuterte sein Konzept einer emanzipatorisch-solidarischen Kraft der linken Mitte. Arvid Bell stellte zudem seine gemeinsam mit Stephan Schilling und Christian Meyer ausgearbeiteten Analysen zur Bundestagswahl 2009 vor. Kreisvorsitzender Manfred Böttcher: „Wenn schwarze Mehrheiten und rote Kräfte im Kreis Viersen wegschmelzen, müssen wir Grüne aufpassen, im bunten Polit-Farbenspiel nicht zu einer prinzipienlosen Ökokonsens-Scharniergruppe zu werden. Daher sollten wir uns zu Beginn der neuen kommunalen Legislaturperiode noch einmal auf die grünen Grundwerte besinnen.“ Daneben wählten die Grünen im Kreis Viersen die vier Delegierten und ihre Stellvertreter, die im November 2009 und im Februar 2010 an der personellen und inhaltlichen Ausrichtung des NRW-Landtagswahlkampfs mitwirken. Lesen Sie hier den Bericht aus der Rheinischen Post

Haushaltsrede 2007-2008

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren!

Meine Fraktion trägt ihn mit, diesen Haushalt, der von Not geprägt ist und der inhaltlich nichts Diskussionswürdiges enthält und auch in den Ausschüssen nicht ernsthaft diskutiert wurde.

Wir wollen an der Stellschraube Steuern mit ihnen mehrheitlich nicht drehen, weil die aktuelle Belastung der Schwalmtaler Bürger bereits hoch genug ist und immer noch höher als im Landesdurchschnitt.

Aus diesem Grund stimmt meine Fraktion dem vorgelegten Nothaushaltsentwurf für die Jahre 2007/8 zu.

Einem Entwurf, in dem erneut wie in den letzten 10 Jahren die Gemeinde genötigt wird, zur Erledigung ihrer Pflichtaufgaben Kredite aufzunehmen, und damit, wie in den letzten 10 Jahren, ihr verfassungsmäßig verbrieftes Recht auf kommunale Selbstverwaltung nicht ausführen kann.

In den letzten Jahren wurde dann von den Verantwortlichen in der Landes- und Bundespolitik dieser latente Verfassungsbruch auch damit begründet, dass die Städte und Gemeinden ihre Ausgaben reduzieren und ihre Aufgaben kritisch durchleuchten sollten.

Auch das geschah, und Ausgaben wurden zum Teil dramatisch mit den dementsprechenden ebenso dramatischen Folgen reduziert.

Dass dies auch in der Gemeinde Schwalmtal teilweise so geschah, sagt im großen und ganzen auch die zuletzt durchgeführte überörtliche Prüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt. Es wurde zumindest klar, dass mit dem herkömmlichen Einsparungspotential eine Neuverschuldung in den nächsten Jahren nicht zu verhindern ist und ein wirksamer Schuldenabbau so nicht betrieben werden kann.

Und damit wären wir erneut bei dem bewusst in Kauf genommenen Verfassungsbruch. Wir wären somit an einer Stelle in der Kommunalpolitik angelangt, wo wir über Achselzucken und Resignation hinaus kaum noch eine Regung zeigen können.

Wenn ich mir die Diskussion in den Fachausschüssen über den vorliegenden Haushaltsentwurf anschaue, scheint es mir, dass wir alle ein stückweit bereits von dieser Resignation befallen sind.

Sicher, es gibt die eine oder andere Ankündigung, ein Leck im sinkenden Dampfer durch interkommunale Zusammenarbeit zu stopfen. Aber schauen wir uns die Ergebnisse doch mal an, da ist weniger als nichts übrig geblieben und neue Lecks sind entstanden.

An dieser Stelle könnte mein Wortbeitrag enden und ich könnte schließen mit der Bemerkung

"Es ist wie es ist und wir können die Dinge nicht ändern." Oder ich verweise auf meine letzte Haushaltsrede, in der ich ausführlich auf die nicht vorhandene Kreissolidarität eingegangen bin und eine erneute kommunale Neugliederung forderte.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist meiner Fraktion und mir vor dem Hintergrund der Verpflichtung, die wir gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern dieser Gemeinde eingegangen sind, zu wenig.

Wir sind der festen Überzeugung, dass wir unser Möglichstes, das zu tun wäre, um eine Verbesserung der gemeindlichen Situation zu erreichen, noch nicht getan haben. Dabei schließen wir uns, die politischen Mitbewerber und vor allem auch die Verwaltung bei der Betrachtung nicht aus.

Es ist unsere Aufgabe, in der Politik ein Klima zu schaffen, in dem wir offen über die parteipolitischen Grenzen hinweg Dinge diskutieren können, die sich mit der Zukunft unserer Gemeinde auseinandersetzen

.

Dabei wäre es dringend von Nöten, zunächst einmal darüber zu reden, wie wir uns Schwalmtal im Jahre 2020 vorstellen. Sozial, ökologisch und wirtschaftlich. Wir sollten Ziele formulieren, die möglichst mehrheitlich getragen werden und an denen unser politisches Handeln ausgerichtet ist und ablesbar wird. Wie unwillig gerade die Mehrheitsfraktion auf Diskussionsangebote unsererseits reagiert, haben wir zuletzt bei der Behandlung des Flächennutzungsplans gemerkt.

Wir sollten damit aufhören, politisches Handeln ausschließlich als Reaktion auf andere Beteiligte zu sehen. Wir müssen agieren wollen, nur so erhalten wir das Heft des Gestalters wieder zurück.

Und dabei reicht es nicht, wenn die hauptamtlichen Mitarbeiter der Verwaltung, uns, die Politik, begleiten. Sondern auch hier muss ein Klima des Aufbruchs initiiert werden, das es möglich macht, auch andere Wege, als bisher eingeschlagene zu gehen. Wir erwarten Alternativen auch von unseren Mitarbeitern.

Dass in der Bewegung - von wem auch immer - Fehler gemacht werden dürfen, die dem Ziel zu schulden sind, halte ich für selbstverständlich.

Die Politik ist allerdings dafür verantwortlich, ein Klima zu schaffen in dem dies möglich ist. Wir müssen damit beginnen, uns angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen – ernsthaft mit der Zukunft der Gemeinde auseinander zu setzen. Demografischer Wandel, globale Erwärmung, Europäisierung ,Globalisierung und die Diskussion um kommunale Daseinsvorsorge werden auch an Schwalmtal nicht spurlos vorbei gehen. Dabei können wir sicher auch hart um die Sache streiten, nur darf nicht der Eindruck der Einseitigkeit entstehen und die Befürchtung , polemisch und unsachlich runter gemacht zu werden. Dies ist kontraproduktiv und führt eher zur Resignation.

 

Zuletzt so geschehen in der Diskussion um unseren Antrag zum Jugendamt.

Hier hat die Verwaltung zukunftsorientiert gehandelt, einen Beschlussvorschlag formuliert und schriftlich begründet. Dieser wurde mit einer neuen Dolchstoßlegende aggressiv und polemisch abgewürgt, ohne dass die Verwaltung ihren positiven Beschlussvorschlag begründen konnte. Das wäre allerdings wichtig gewesen vor dem Hintergrund der mittlerweile in der Verwaltung bekannt gewordenen Daten und Fakten und der möglichen neuen Diskussionsinhalte. Die zuständigen Mitarbeiter saßen bei dieser Diskussionsführung wortlos auf der Verwaltungsbank.

Im Übrigen erzeugt diese Art der Diskussion reflexartig nur eine, sicher auch zum Teil polemische, Gegenreaktion nicht wahr Herr Professor? Von der ich mich dann auch nicht ganz frei sprechen kann.

Aber keine Angst! Ich fang jetzt hier nicht an, den FDP-Innenminister Wolf

oder die FDP-Kreisfraktionsvorsitzende Wistuba zur interkommunalen Zusammenarbeit oder zur Aufgabenkritik zu zitieren. Ich will ja den FDP-Stadtratsfraktionsvorsitzenden in Nettetal nicht stärken gegen den Willen des FDP-Fraktionschefs Simonis in Schwalmtal, um nachher den CDU- Bürgermeister Wagner zu stützen aber den CDU- Landrat Ottmann zu gefährden oder die von meiner Partei und mir eingeforderte nicht vorhandene Kreissolidarität scheinbar sträflich zu vernachlässigen um dann zu guter letzt verblüfft festzustellen, dass erneut ein Mitglied aus der SPD-Fraktion in Schwalmtal zurückgetreten ist.

Aber Spaß beiseite: die Art und Weise der Auseinandersetzung ist ganz entscheidend für das Klima, das notwendig wird, um den von mir beschriebenen Prozess in Gang zu bekommen. Es ist einfach zwingend notwendig, das Potenzial der Verwaltung auch agierend bei unseren gemeinsamen Zukunftsfragen zu erleben.

Es gilt nicht Begründungen zu finden, warum was nicht geht sondern wie es anders geht.

Wir haben Rückschläge bei den ersten zaghaften Versuchen einer interkommunalen Zusammenarbeit erlebt. Nun ist es Aufgabe der Politik, erneut diesen wichtigen konsolidierenden Schritt mit dem nötigen konsequenten Vorgehen gemeinsam zu gehen.

Wir dürfen nicht wieder zurück von diesem Ansatz wie dies teilweise in der Diskussion um die Rettungswache oder den Bücherbus geschehen ist. Dies macht unsere Stellung als kleinere Kommune in der Auseinandersetzung nur schwächer. Zuletzt deutlich sichtbar in der presseöffentlichen Diskussion um den " Eisernen Rhein". Wenn hier jede Gemeinde nur ihr Ding vertritt, haben wir keine Möglichkeit gemeinsame Interessen der Bürgerinnen und Bürger zu vertreten.

Und weil dies bisher so war, konnten Kreis, Land und Bund ihre Politik ohne nennenswerte Widerstände durchsetzen.

Und da die Solidarität im Kleinen anfängt, sollten wir in unserem Haus damit beginnen. Dass dies ein langer steiniger Weg ist mag sein, aber er kann ausgesprochen erfolgreich sein. Dafür gibt es genügend gemeindliche Beispiele. Wir wollen hoffen, dass das von uns initiierte "Bündnis für Familie" ein solches positives Beispiel wird.

Gerade in Zeiten, in denen der Mangel verwaltet wird, ist ausreichend Raum, sich über Grundsätze ausführlicher auseinander zu setzen. Wir haben diese Zeit und wir sollten sie konsequenter als dies bisher geschehen ist, nutzen.

Wir, Politik und Verwaltung, sollten gemeinsam die Möglichkeit ergreifen, den in Aussicht gestellten Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt anders zu diskutieren als bisher üblich. Nehmen wir uns die Zeit für den Einstieg in eine Leitziel-Diskussion "Schwalmtal 2020" .Wie bereits angesprochen mit Aufgabenkritik und konkreten neuen Aufgabenstellungen für die nächsten 15 Jahre, und lassen Sie uns dann versuchen, dies konsequent auf allen möglichen politischen Ebenen zu realisieren. Nur so wird es uns möglich sein, in eine aktive zukunftsweisende Kommunalpolitik zurück zu kehren. Den Frust der Gegenwart wollen wir durch die Lust auf Zukunft ersetzen. Dazu müssen wir neue und unbekannte Verwaltungswege beschreiten.

Ich danke Ihnen allen für Ihre Aufmerksamkeit insbesondere der Verwaltung für die Haushaltsvorlage.

 

 

Jürgen Heinen

Haushaltsrede 2006

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, Liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren!

Ich könnte es an dieser Stelle kurz machen sozusagen der Situation angepasst. Die Grüne Fraktion stimmt den Nothaushalt 2006 zu, weil er nur maximal zwingende Notwendigkeiten enthält und sonst nichts. Er ist somit indiskutabel. An der Stellschraube Steuern wollen wir, im Bereich der Grundsteuer B nicht weiter drehen, weil meine Fraktion davon überzeugt ist, das die Bürgerinnen und Bürger bereits genügend durch die anstehende Mehrwertsteuer belastet werden. Nun könnte ich an dieser Stelle die Redeschlacht eröffnen wie dies in der Vergangenheit regelmäßig von meinen politischen Mitbewerbern geschah. Also auf Landes und Bundesregierung schimpfen und deren Inkompetenz in Bezug auf eine vernünftige Gemeindefinanzierung beschreiben. Meine Damen und Herren, ich will es lassen. Erstens weil es für die nachfolgenden Betrachtungen nur bedingt eine Rolle spielt und zweitens weil es hier an dieser Stelle die Lage der Gemeinde nicht wirklich verbessern würde und drittens weil dies lediglich ein Scheingefecht wäre und im Übrigen immer war. Dies konnte in diesem Jahr augenscheinlich jeder an der Diskussion um die Erhöhung der Kreisumlage erkennen. Was uns an dieser Stelle geboten wurde übertraf mit Abstand alles bisher dagewesene. Nicht nur das zunehmend kreisangehörige Städte, sich aus der gemeinsamen Aufgabenerledigung verabschieden bzw. ihren Abschied vorbereiten und damit die Erledigung der Aufgabe für die verbleibenden Kommunen teurer wird. Nein der Kreis selber tut so als gäbe es keine Haushaltssicherung und Nothaushalte in seinen Kommunen und erwartet ohne wesentliche Haushaltskritik und Personalbewirtschaftungskonzepte das eben diese Kommunen den Kreishaushalt auf Pump finanzieren während dessen alle die es können das sinkende Schiff verlassen. Und ob die Umlage an dieser Stelle nun um 0,2% Punkte mehr oder weniger angehoben wird, ist auch wieder nichts anderes als ein politisches Scheingefecht. Denn den betroffenen Städte und Gemeinden hilft dies nicht wirklich und der Kreis muss nicht in die dringend notwendige Aufgabendiskussion einsteigen.

Wir werden an dieser Stelle den politischen Supergau erleben wenn nicht bald verantwortlich gegengesteuert wird. Es muss solidarisch gelebt und gehandelt werden und nicht nur in politischen Phrasen beschrieben, um damit einen Verwaltungswasserkopf zu begründen den unsere Bürgerinnen und Bürger also wir, nicht mehr brauchen. Dies habe ich in den letzten Jahren immer wieder in meinen Haushaltsreden so beschrieben. Schaut man sich nun anhand des Kreisjugendamtes den Prozess des letzten Jahres an, kann jeder von Ihnen, die dramatische Geschwindigkeit der Entwicklung, erkennen. Die Auflösungs- Tendenzen in der Kreissolidarität sind derart drastisch das ich mir die Frage stelle wann endlich nimmt die Kreispolitik ihre Aufgaben war und stellt sich dem Problem anstatt in unverschämter despektierlicher Art auf den politischen Mitbewerber zu schlagen. Dies zeugt im Übrigen letztlich nur von Unvermögen und Hilflosigkeit. Dem allgemeinen Wohl dient dies nicht. Wir brauchen an dieser Stelle also nicht auf Land und Bund zu schauen sondern die Kreisebene, also unser direkter kommunaler Handlungsraum, verhält sich nicht anders. An dieser Stelle möchte ich nochmals auf die Gemeindefinanzen zurückkommen. Der Versuch der FDP – Fraktion durch ihren Antrag unsere Finanzsituation zu verbessern ist redlich aber bei unserer Verschuldungssituation weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir müssen im Gegenteil darauf achten das durch weitere Ausgabenkürzungen nicht auch noch die letzten Gemeinwesensaufgaben verloren gehen für die wir letztlich verantwortlich sind und die unser friedliches zusammenleben und unsere gesellschaftliche Weiterentwicklung erst möglich machen.

Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht erkennen wie bei unseren Schuldenstand und der Verschuldung der restlichen öffentlichen Hand durch eine Veränderung der Gemeindefinanzierung mittelfristig Handlungsspielräume entwickelt werden sollen. Die vorliegenden unterschiedlichen Modelle, sind vielleicht dazu geeignet uns ausgeglichene Haushalte zu bescheren, sie werden allerdings nicht dafür sorgen wesentlichen Schuldenabbau zu ermöglichen geschweige denn den vorhandenen Investitionsstau zu beseitigen. Die althergebrachten Modelle die Einnahmenseite zu verbessern, das ausweisen von neuen Baugebieten hat sich unter anderen durch die demographische Entwicklung erledigt. Die Ausgabenseite ist längstens in einem Bereich gekürzt wo durch fehlende Investitionen neue Ausgaben entstehen.

Wir können wirkungsvoll nur noch durch Aufgabenverlagerung oder gemeinsame Erfüllung von Aufgaben durch mehrere Kommunen Synergie Effekte erzielen und Ausgaben reduzieren. Schaut man sich nun die Bemühungen der Gemeindeverwaltung zur gemeinsamen Aufgabenerledigung mit den Gemeinden Brüggen und Niederkrüchten an und das Verhalten der Kreispolitik bei der Entsolidarisierung einzelner Städte und Kommunen, kann ich nur zu dem Ergebnis kommen das ohne eine verordnete Gebietsreform auf diesem Gebiet keine wesentliche Veränderung zu erzielen ist. Nur durch eine derartige Reform wird es möglich sein mittelfristig Personalkosten abzubauen, Aufgabenverlagerungen und Zusammenschlüsse durchzuführen. Es ist zu erwarten dass die dann freiwerdenden Mittel uns wieder handlungsfähiger machen. Die vorhandene Kommunalstruktur scheint zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr überlebensfähig. Alles spricht seit Jahren dagegen unabhängig wer in Berlin oder Düsseldorf regiert, es ändert sich nichts Substantielles für die Gemeinden.

Wir bluten aus und können wesentliche Aufgaben der Daseinsfürsorge nicht mehr erfüllen. Wenn wir nicht wollen dass auch in der Zukunft unsere Finanzmittel ausschließlich in Pension und Personalkosten verschwinden, müssen wir damit anfangen bestehende Schranken in unseren Köpfen zu beseitigen und zum Nutzen des allgemeinen Wohls nach neuen Verbündeten und Gebietsstrukturen suchen. Diese Situation ist im Übrigen nicht viel anders als bei der letzten kommunalen Neugliederung. Nur so können wir unter Umständen an anderer Stelle, uns wieder vor die Bürgerinnen und Bürger stellen, um sinnvoll über ein vorgelegtes Haushaltskonzept und dessen alternativen, produktiv streiten. In der Hoffnung das dieser Haushalt dann wieder nötige Investitionen und eine Zukunftsperspektive bürgt. Um mit unserem diesjährigen Großereignis zu schließen: „ wir befinden uns in der 91 Minute der aktuellen Spielzeit es steht 1 zu 1, aber keiner hat gesagt dass man ein Spiel nicht auch in der Nachspielzeit gewinnen kann. In diesem Sinne bedanke ich mich bei der Verwaltung für die Aufstellung und bei Ihnen meine Damen und Herren für die heftigen Fangesänge.

Jürgen Heinen

Haushaltsrede 2005

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren, verehrte Kolleginnen und Kollegen,

vor uns liegt der Haushalt der Gemeinde Schwalmtal des Jahres 2005 und ich möchte Ihnen an dieser Stelle die Beratungsergebnisse meiner Fraktion zu diesem Haushalt näher bringen. Vorab gestatten Sie mir eine persönliche Bemerkung. Ich weiß nicht, wie oft ich an dieser Stelle bereits vor Ihnen gestanden habe, um die Ergebnisse fraktionsinterner Beratungen bekannt zu geben. Ich kann mich allerdings sehr wohl daran erinnern, dass der überwiegende Teil der Beratungen meiner Fraktion der letzten Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte sich mit dem Mangel unserer Finanzkraft als Kommune beschäftigte. Dies bietet zwei Chancen, zum einen sich auf die wesentlichen Dinge der finanziellen Machbarkeit zu beschränken, und ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass dies in den letzten Jahren, nach meiner Einschätzung überwiegend so auch geschehen ist. Und zum zweiten die Chance, eine kommunale Weiterentwicklung unter dem Diktat des finanziellen Defizits schneller voran treiben zu können, als dies mit ausgeglichenen oder überschüssigen Finanzmitteln möglich wäre.

Ich möchte Sie darum bitten, die jetzt folgenden Ausführungen zum Haushalt unter diesen Gesichtspunkten zu werten. Meine Damen und Herren, An dieser Stelle die wesentlichen Eckpunkte unserer Haushaltsbewertung, kurz zusammen gefasst. Nach Meinung meiner Fraktion, gibt es neben den selbst verschuldeten Problemen zwei Bereiche im Haushalt die näher betrachtet werden sollten und auf die wir leider nur mittelbaren Einfluss haben.

In unserer Haushaltsklausur, wurde u. a. ausführlichst über die auch in diesem Jahr erneut angestiegende Jugendamtsumlage diskutiert. Die Umlage beträgt nunmehr für die Gemeinde Schwalmtal 2.7 Millionen Euro. Wir haben diese Umlage vor dem Hintergrund diskutiert, welche Leistungen explizit mit den nicht unbeträchtlichen Mitteln, für die Gemeinde Schwalmtal durch den Kreis erbracht werden. Bei dieser Diskusion mussten wir feststellen, dass dies im Detail auch mit Hilfe unserer Kreistagsabgeordneten und dem Kreishaushalt so nicht möglich ist. Vor dem Hintergrund einer Streetworkerstelle im Haushalt, die nicht durch diese Jugendamtsumlage abgedeckt wird, weil aus Sichtweise des Kreises diese Stelle nicht notwendig ist, stellt sich die Frage was wird wie und wann finanziert durch die Kreisumlage und das Jugendamt . Eine Kommune die jeden Euro fünfmal umdrehen muss, kann nicht einfach nur jedes Jahr zur Kenntnis nehmen, dass die Kreisjugendamtsumlage steigt ohne im Detail darüber Informiert zu sein, warum welche Leistungen erbracht werden und diese im Kostenansatz steigen. Das dies nicht nur von uns und meiner Fraktion so gesehen wird, sondern mittlerweile eben auch von anderen Fraktionen, zeigt nicht zuletzt die Initiative der jungen Union und der CDU Kreistagsfraktion, die Jugendamtsumlage näher zu untersuchen. Wir werden dies zum Anlass nehmen, im zuständigem Fachausschuss dementsrechende Anträge zustellen, umdies untersuchen zu können. Auch wenn die Jugendarbeit koordiniert, organisiert und geplant in Viersen wird, vor Ort wird sie praktisch umgesetzt und wir werden als Kommunalpolitiker gefragt, warum was wie finanziert bzw. nicht finanziert wird.

Ein zweites Ärgernis ist die Umwälzung von geschätzten Kosten die über die Harz IV Änderungen auf den Kreis Viersen zukommen können. Es kann nicht angehen, dass diese geschätzten Kosten, im Rahmen der Kreisumlage auf die Kommunen umgewälzt werden, das bedeutet für die Gemeinde Schwalmtal Mehrausgaben in Höhe von 200.000 Euro, obwohl klar ist, dass dieses Geld bei der Spitzabrechnung mit Bund und Land zurückerstattet wird. Der Städte- und Gemeindebund hat in seinen letzten Rundbriefen ausdrücklich die Kreise vor einer derartigen Vorgehensweise gewarnt. Es ist zu vermuten, dass wenn der Bund bei der Spitzabrechnung der Harz IV Ausgaben diese Kosten rückerstattet, der Kreiskämmerer wohlkaum diese Beträge die er im Rahmen seiner Kreisumlage vereinnahmt hat, den Gemeinden wieder zurück gibt. Für eine derartige Vorgehensweise bei den desolaten Haushaltslagen der Kreisgemeinden haben wir kein Verständnis.

Kommen wir nun zu den selbst verschuldeten Problemen unseres kommunalen Haushaltes. Um es ganz deutlich zu machen, wir können den Haushalt in dieser vorliegenden Form schon alleine deswegen nicht mittragen, weil es nicht zu den Steuererhöhungen, in Gewerbesteuer und im Grundsteuer B- Bereich kommt, die bereits im letzten Jahr von der Verwaltung als notwendig angesehen wurden. Es ist in unserer Haushaltsituation erforderlich alle Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen die möglich sind. Dies hat der Gesetzgeber für Gemeinden in einer Nothaushaltsverfügung an mehreren Stellen so festgeschrieben. Es ist aus diesem Grunde nicht nachvollziehbar, auf der einen Seite dies mit großer Konsequenz auch bei einer Hundesteuer nachzuvollziehen, aber bei der Gewerbesteuer und bei der Grundsteuer B es im zweitem Jahr nicht zu tun. Das der Kämmerer in seinem Haushaltsentwurf die Steuererhöhung erst gar nicht vorsieht, dies sozusagen, im voreillenden Gehorsam auf die Mehrheitsfraktion bezogen, ist ein mehr als merkwürdiges Schauspiel. Nun kann man an dieser Stelle durchaus unterschiedlicher Meinung sein, ob und wie eine Erhöhung der Gewerbesteuer die Gemeinde schädigt, allerdings verbietet sich diese Interpretation an dieser Stelle, weil ein nicht vollziehen der Erhöhung eindeutig gesetzeswidrig ist. Es liegt also nicht in unserer Hand die Einnahmesituation an dieser Stelle zu verbessern, oder nicht zu verbessern, sondern es ist uns zwingend vorgeschrieben. Dieses Argument eignet sich dazu, die Hundesteuer zu erhöhen und die Kostenbeteiligung der Jugendlichen für das Discotaxi zu vergrößern, aber scheinbar nicht um die Gewerbesteuer anzuheben.

Meine Damen und Herren, von der CDU- Fraktion, Sie machen sich an diesem Punkt absolut unglaubwürdig und eine Argumentation für Steuererhöhungen und Gebührenerhöhungen unmöglich. Wenn dies von Ihnen in dieser Form so beabsichtigt ist, wäre es nur konsequent, die bereits verabschiedetet Gebühren-und Steuererhöhungen wieder mindestens auf vorjahres Niveau zurück zufahren.

Als weiteren wesentlichen Knackpunkt sieht meine Fraktion den vorliegenden Stellenplan. Im Personal- und Hauptausschuss haben wir bereits deutlich gemacht, dass ein reines zur Kenntnis nehmen dieses wesentlichen Kostenansatzes unseres Verwaltungshaushaltes für meine Fraktion nicht mehr in Frage kommt. Auch hier hat der Gesetzgeber und im übrigen auch der Kreis als Dienstaufsicht in den vergangenden Jahren eindeutige Stellungnahmen abgegeben. Die Personalkosten müssen unter dem Ansatz des Vorjahres bleiben, steigen allerdings in der Gemeinde Schwalmtal.

Es wird unsere Aufgabe in den nächsten Jahren sein, gemeinsam mit dem Bürgermeister und der Verwaltung in eine massive Aufgabenkritik im Detail einzusteigen. Erste Ansätze Kommunaleaufgaben unter Umständen gemeinsam mit anderen Gemeinden zuerfüllen, zuverlagern oder zu privatisieren, sind bereits dankenswerter Weise durch den Bürgermeister iniziiert worden. Diese positiven Ansätze gehen uns allerdings nicht weit genug. Eine Kommune unserer Größenordnung wird auch mit einer von einigen Kollegen erhofften anderen Landesregierung mittelfristig nicht überlebensfähig sein. Aus diesem Grund wird es wichtiger den je sich zusammen zusetzen und darüber nachzudenken und zu diskutieren wie die Gemeinde Schwalmtal sich mittelfristig in den nächsten 10 – 20 Jahren weiter entwickeln soll. Ob dies in einem Entwicklungsausschuss wie von uns gewünscht geschieht, oder wir andere Gremien finden um diese Diskusion zu iniziieren ist zunächst einmal Nebensache. Wir müssen diese Entwicklungsdiskusion nicht nur vor dem Hintergrund der steigenden Personalausgaben führen, sondern wesentlicher Bestandteil dieser Auseinandersetzung, sind auch die zunehmend veränderten Eckdaten die wir zur Kenntniss nehmen müssen. Wir werden einen mittelfristigen Finanzausgleich durch den Verkauf von Bauland, sicherlich nicht mehr erreichen. Darüber hinaus haben wir in der letzten Planungsausschusssitzung zur Kenntnis nehmen müssen, dass ein Flächennutzungsplan das Zusammenwachsen der beiden Ortsteile Waldniel und Amern, als Ziel für die nächsten Jahre nicht mehr vorsieht. Eine Weiterentwicklung des Einzelhandels nur noch im Zentrum Waldniel, möglich ist. Alles dies sind Informationen die mit Konsequenzen für die gesamte Gemeinde einhergehen, die wir miteinander diskutieren müssen.

Wenn wir kurzfristig nicht dazu in der Lage sind Eckdaten zur Kenntnis zunehmen und in Form von Diskusionen die gemeintlichen Schwerpunkte kanalisieren, werden wir auch in der Zukunft nur auf uns überrollende Zustände reagieren können. Unsere Aufgabe als Politiker sollte es allerdings sein, die notwendigen Veränderungsprozesse schwerpunktartig mitgestalten zukönnen um damit überhaupt noch ein verantwortbares und lebenswertes Gemeinwesen unseren Kindern überlassen zukönnen.

Meine Damen und Herren, ich bedanke mich im Namen meiner Fraktion bei den Mitarbeitern der Verwaltung, für die Mühe bei der Aufstellung dieses Haushaltes. Für die kommenden Haushaltsberatungen würden wir uns wünschen, dass wir dazu in der Lage sind eine engere und mit den Fraktionen besser abgesprochene Zeitplanung zur Haushaltsberatung koordiniert zubekommen, damit letzlich alle Fachausschüsse, vorallen Dingen aber auch der Planung- und Verkehrsausschuss dazu in der Lage ist die Detailberatungen vorzunehmen. Ausdrücklich möchte ich mich beim Kämmerer Herrn Schweinsberg bedanken der in unserer Haushaltsklausur bei strahlendem Sonnenschein nicht müde wurde unsere Fragen zu beantworten. Bei Ihnen möchte ich mich für Ihre Aufmerksamkeit bedanken.

Jürgen Heinen

FDP-Kritik an Reinhold Schulz 2005

„...dass der Bürgermeister einen Mitarbeiter so der Bloßstellung preisgibt, ist ein pikanter Widerspruch am Rande zu seinen sonstigen Erklärungen, sich schützend vor seine Mitarbeiter zu stellen. Auf keinen Fall hinnehmbar ist die Erarbeitung einer Verwaltungsvorlage unter Leitung des Vorsitzenden der Mehrheitsfraktion und unter Beteiligung weiterer CDU-Ratsmitglieder mit auswärtiger bautechnischer Beratung, die dann per Fax den Vorsitzenden der anderen Fraktionen nur ein paar Stunden vor deren Sitzungen und einen Tag vor der Finanzausschussberatung zugesandt wird. Sollte eine solch eklatante Verletzung demokratischer Spielregeln zur Gewohnheit werden, können wir anderen zu Hause bleiben und uns per Ratspost von den hausinternen Beschlüssen der CDU und ihrer Verwaltung informieren lassen. Zu dem neuen Arbeitsstil des CDU-Verwaltungskartells passt auch das Bestreben des Bürgermeisters, sich unter dem Schlagwort der Verwaltungsvereinfachung Kompetenzen übertragen zu lassen, die wegen der Wichtigkeit hier wie andernorts weiter in der Zuständigkeit des Rates oder seiner Ausschüsse bleiben sollten. Soweit hat sich noch keiner der früheren Bürgermeister oder Gemeindedirektoren aus dem Fenster gelegt, noch nicht einmal der legendäre König Hutzler, der bekanntlich machtvoll die CDU regierte, bevor er abstürzte. Ältestenratssitzungen mit Versuchen, an den offiziellen Gremien vorbei Vorabentscheidungen zu treffen, sollten nicht weiter inflationieren. Sie verursachen unnötigen Zeitaufwand und verärgern nur die Nichtbeteiligten. Gegen frühzeitige mündliche oder schriftliche Informationen über wichtige Angelegenheiten ist hingegen nichts einzuwenden. Die Öffentlichkeits-, speziell die Pressearbeit der neuen Schwalmtaler „Regierung“ steht ohnehin nicht unter einem guten Stern. Es darf nicht mehr passieren, dass einer Redaktion ein Maulkorb umgehängt wird, tags darauf der stellv. Verwaltungschef sich aber unter euphorischer Bejubelung der Erfolge des neuen Bürgermeisters von einer anderen Redaktion die Würmer aus der Nase ziehen lässt. Ein anschließendes butterweiches Zeitungsinterwiew des Bürgermeisters machte die Sache nur noch schlimmer. Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren von der CDU! Ich bin mir der Härte dieser Kritik bewusst. Aber trotz aller persönlichen Wertschätzung mussten auch diese Worte zur Sache und zum Stil der politischen Auseinandersetzungen einmal gesagt werden. Ansonsten gerät die frühere Einigkeit in zentralen Angelegenheiten immer häufiger in Gefahr..“